Einem Medienbericht zufolge will Thomas Middelhoff Rechtsmittel gegen seine Verurteilung einlegen

18. November 2014 at 05:57 Hinterlasse einen Kommentar

Nach der Verurteilung Thomas Middelhoff vor dem Essener Landgericht wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Freiheitsstrafe will sein Anwalt Winfried Holtermüller Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. „Wir werden in Revision gehen“, sagte Holtermüller der Redaktion unseres Hauses. Der Fall Middelhoff könnte nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt werden.
urteil
Trotzdem muss Thomas Middelhoff aber wohl ins Gefängnis. Er ist vor dem Essener Landgericht wegen Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung in drei Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Der Ex-Arcandor-Chef kann in Revision gehen, um das Urteil überprüfen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor für Middelhoff eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten gefordert. Die Verteidiger plädierten dagegen auf Freispruch.

Die Untersuchungshaft in der JVA Essen hätte Thomas Middelhoff nach Informationen vermeiden können. Der Richter hob den Haftbefehl beim Haftprüfungstermin nicht auf, weil Middelhoff einen abgelaufenen Ausweis und nicht seinen neuen, gültigen Pass vorlegte. Eine Aussetzung des Haftbefehls wäre gegen Kaution, Meldeauflagen oder eine Abgabe des Passes nach Angaben des Gerichtssprechers möglich gewesen. Erst am Montag soll es einen neuen Haftprüfungstermin geben.

Der Vorsitzende Richter Jörg Schmitt sagte in der Urteilsbegründung, ohne die Insolvenz von Arcandor hätte es das Verfahren wohl nicht gegeben. Denn letztlich sei der Prozess erst durch die „Erbsenzählerei des Insolvenzverwalters“ zustande gekommen. Middelhoff war Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor. Danach ging die Kaufhaus-Kette pleite.
Vor allem aber gehe es darum, wie Middelhoff seine Reisen über das Unternehmen abgerechnet hat, sagte der Richter. Er kritisierte, der Angeklagte sei an entscheidenden Stellen im Verfahren nicht ehrlich gewesen. Zum Teil habe er dem Gericht „abenteuerliche Erklärungen“ gegeben.
Arcandor war 2009 mitsamt seiner Tochterfirmen wie Karstadt und Quelle in die Pleite gerutscht. Middelhoff hatte den Chefposten einige Monate zuvor aufgegeben.

Vor dem Essener Landgericht ist Middelhoff der Untreue angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Chef von Arcandor den Konzern zu Unrecht mit Kosten von insgesamt mehr als 800 000 Euro belastet zu haben.
Hauptsächlich geht es dabei um Flüge in Charterjets, zum Teil nach London und New York. Die Anklage ist der Meinung, dass die Flüge zwar von Arcandor bezahlt, aber privat veranlasst waren. Middelhoff war zudem zwischen seinem Wohnsitz Bielefeld und der Arcandor-Zentrale in Essen per Hubschrauber gependelt, um dem Stau zu entgehen. Middelhoff weist die Vorwürfe zurück. In seinem Schlusswort sagte er: „Ich kann mir kein Fehlverhalten vorwerfen.“

Der Untreue-Prozess ist eine Sache – die Forderungen von Gläubigern eine andere: Thomas Middelhoff laufen die Unterstützer weg.

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