Sie ist schön und klug: Die jordanische Königin Rania

22. November 2014 at 19:21 Hinterlasse einen Kommentar

Normalerweise eröffnet sie Konferenzen, weiht Schulen ein, setzt sich für mehr Frauenrechte im arabisch-islamischen Raum ein oder hält Vorträge über Erziehung und Ausbildung von Kindern. Normalerweise also hält sich Ihre Exzellenz aus allem Politischen heraus. Das ist Sache ihres Mannes Abdullah II., des Königs von Jordanien.
Normalerweise. Aber die Zeiten sind nicht normal, schon gar nicht in Jordaniens Nachbarschaft. Und so zeigte die 44 Jahre alte Königin nun einige ganz andere Seiten: Sie ist emotional, kämpferisch und sehr politisch. Bei der Eröffnung der 5. Medienkonferenz in dem Golfemirat Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) hielt sie eine viel beachtete Rede, die weit über ihre überwiegend repräsentativen Tätigkeiten hinausging und in der arabisch-islamischen Welt bereits als Weckruf, als „Ruckrede“ interpretiert wird.
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Die Extremisten wie jene des selbst ernannten Islamischen Staates (IS) seien im Begriff, die Identität der arabischen Nationen zu kidnappen und zu missbrauchen, sagte Rania. Sie forderte die arabisch-islamische Welt auf, sich zu wehren und für das Image des Islam zu kämpfen, bevor es von den Islamisten endgültig zerstört wird. In ihrer sehr emotionalen Rede verurteilte sie „den Frontalangriff auf unsere Werte als Volk“. Die Araber müssten von den militanten Terroristen ihre Geschichte, ihre Identität zurückfordern und zurückerobern.
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Jeder trage Verantwortung. Eine Geschichte wird nicht nur durch eine Ansprache erzählt, sondern auch durch Schweigen. „Und unser Schweigen spricht Bände. Wir sind mitschuldig an ihrem Erfolg. Wenn es je eine Zeit zur Empörung gegeben hat, dann ist sie jetzt gekommen.“ Im Herzen dieses Angriffs stecke eine Ideologie. „Und wenn Sie glauben, man könne eine Ideologie mit einer Kugel besiegen, dann denken Sie bitte daran, was geschehen ist, nachdem Osama Bin Laden getötet wurde.“ Sicher, er sei tot, aber seine Hinterlassenschaft sei eine noch stärkere, verzweigte extremistische Bewegung.
Wenn die Araber ihr Vermächtnis und ihre Identität nicht selbst bestimmen würden, dann täten es die Extremisten für sie. „Wenn wir unsere Geschichte nicht schreiben, werden sie es tun.“ Der einzige Weg, die Jugend vom „Sirenengesang der Extremisten“ fernzuhalten, sei es, ihnen Alternativen aufzuzeigen – und dazu sei eine gute Ausbildung die Voraussetzung. „Entweder wir entwickeln unsere Region, oder wir lassen sie durch andere zerstören.“ Das sei dann ein Rückfall in das dunkle Zeitalter.

Bildung sei der Schlüssel – für Jungen und für Mädchen, ein kleiner Seitenhieb auf die streng konservativen Golfmonarchien. Gut ausgebildete Mädchen und Frauen seien förderlich für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder, sie achteten auf die Gesundheit und Ausbildung ihrer eigenen Kinder und seien damit unentbehrlich für stabile Gesellschaften, die dem Radikalismus widerstehen. Rhetorisch fragte die mutige und engagierte Königin ihre Zuhörer zum Schluss: „Oder warum wohl haben Boko Haram, die Taliban und der Islamische Staat solche Angst vor Mädchen mit Büchern?“

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