Besonders zur Adventzeit ist Salzburg eine Reise wert

24. November 2014 at 07:34 Hinterlasse einen Kommentar

Bei einem Streifzug durch die geschmückte Altstadt sind Handwerke in kleinen Manufakturen zu entdecken. Hinter den Fassaden stolzer Bürgerhäuser gibt es sie noch, die guten Dinge aus alter Zeit.

Maximilian Weiss muss lächeln, wenn er von diesen Begegnungen berichtet: „Manche Kunden hören es bei uns rumpeln und fragen dann: Wird bei Ihnen umgebaut?“ Die rumpeligen Geräusche schallen vom Obergeschoss bis in den kleinen Laden der Teppichweberei hinunter. Oben sitzt die Handweberin Veronika Redhammer und fertigt am Webstuhl traditionelle Fleckerlteppiche. Früher kamen die Kunden auch mit dem eigenen Material – Stoffreste und Altkleider etwa – in die Weberei. Machen Sie was Schönes draus, habe es dann häufig geheißen. „Heute werden Farben und Formen von den Kunden mit der häuslichen Einrichtung genau abgestimmt“, so Juniorchef Weiss. Seit mehr als 65 Jahren sind Laden und Werkstätte der 1843 gegründeten Teppichmanufaktur im Niederleghaus in der Getreidegasse zu Hause.

Mit der Kunstgeschichtlerin und Stadtführerin Cornelia Thöni geht es kreuz und quer durch die Altstadt, die sich auf nur 1500 Meter am Ufer der Salzach entlang zieht. Geschichten und Geschichte werden während des Rundgangs erlebbar – Salzburg ist viel mehr als Festspielmetropole und Heimat von Wolfgang Amadeus Mozart.
35 bedeutende Handelsfamilien wurden im 16. Jahrhundert in der Stadt gezählt. In jenen Jahren blühten die Geschäfte. Die Handelshäuser zwischen Salzach und Mönchsberg platzten aus allen Nähten und wurden durch Hinterhäuser erweitert. Die Vorderhäuser bekamen breite Durchgänge, so dass Kutschen einfahren und in den Innenhöfen entladen werden konnten. Die sogenannten Durchhäuser sind eine Besonderheit von Salzburg.
advent
Sie prägen auch heute noch das Bild der Altstadt. Besonders fein herausgeputzt sind sie in der Getreidegasse, wo im Haus Nummer 9 Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Januar 1756 geboren wurde. Nur wenige Schritte weiter, hinter einem unscheinbaren Holztor, verbirgt sich die traditionsreiche Schlosserei Wieber. In der Getreidegasse Nummer 28 führt Meister Christian Wieber die Schlosserei, deren Geschichte bereits im Jahr 1415 beginnt. Im mittelalterlichen Werkstattgewölbe entstehen nach wie vor barocke wie moderne Balkongitter, die für Salzburg so typischen Zunftzeichen, Treppenläufe, Torgitter und schmiedeeiserne Lampen. „Unsere Generation hat die Verpflichtung, solche Betriebe zu erhalten“, sagt Wieber.

Feine Schneeflocken haben der Stadt inzwischen ein weißes Kleid angelegt, duftende Tannengirlanden schmücken Türen und Tore der barocken Häuser. Festlich verziert ist auch die Konditorei Fürst in der Brodgasse. Im Schaufenster steht das Porträt von Paul Fürst, dem Erfinder der Original Mozartkugel. Der Konditormeister präsentierte seine süße Schleckerei aus Nougat, Marzipan und Pistazien 1905 auf der Pariser Weltausstellung und wurde damals mit einer Goldmedaille geehrt.

Mit Adventssingen, Christkindlmarkt am Dom und dem Schloss Hellbrunner Adventzauber verwandelt sich Salzburg im Dezember zu einer stimmungsvollen Kulisse. Wen wundert es da noch, das auch das berühmteste Weihnachtslied der Welt im Salzburger Land entstand: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Pfarrer Joseph Mohr schrieb diese Zeilen, die der Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber vertonte.

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