Gastgeber mit Gästen: Frank Zander

24. Dezember 2014 at 08:59 Hinterlasse einen Kommentar

Eine Abwechslung „vom Schaustellerleben“ sei das für ihn. Reinhold Voß steht zwischen Hunderten Tischen und Tausenden Stühlen im Hotel „Estrel“. Er lacht, eben noch hat er dem Bürgermeister, Heinz Buschkowsky, die Hand geschüttelt. „Tach, Herr Genosse“, hat er gesagt. Sie seien für die selbe Partei, sagt Reinhold Voß, da müsse man den Kiezchef doch begrüßen. Auch wenn er sich sonst eher rund um den Breitscheidplatz aufhalte.

Reinhold Voß ist obdachlos. Ihn und rund 2800 weitere Menschen, die auf der Straße leben, hatte Entertainer Frank Zander am Montag zum traditionellen Gänse-Essen nach Neukölln geladen. Seit 20 Jahren organisiert Zander das Weihnachtsessen mit dem Diakonischen Werk, der Caritas und Sponsoren. „Und jedes Jahr wieder, wenn ich die Menschen hier vor der Tür stehen sehe, weiß ich warum“, sagte Zander.
zander
Unter den 400 ehrenamtlichen Helfern befanden sich auch rund 20 Prominente. Wie Innensenator Frank Henkel, der von Moderatorin Britta Elm auf der Bühne nach seinem Pullover befragt wurde („Weihnachtspulli – oder Parteiwechsel?“), Artur Abraham, Semino Rossi, Natascha Ochsenknecht, Wolfgang Lippert, Jürgen Drews oder Gregor Gysi, der mit Fliege erschien. „Trage ich sonst nie – aber für die Obdachlosen mache ich eine Ausnahme“, so der Linken-Fraktionschef.

Am liebsten sechs Teller mit Gänsekeule auf einmal zu den Obdachlosen getragen hätte Tim Renner. Das habe er aber nie gelernt, er sei im Kochen besser, sagte der Kulturstaatssekretär. Wie bei der Ente à l’Orange, die er der Familie an Weihnachten zubereite. „Hier in die Küche durfte ich aber nicht“, so Renner.
Von der Menschenmenge beeindruckt zeigte sich einer der häufigsten Helfer: Ex-Boxer Axel Schulz. „Was Frank hier jedes Jahr auf die Beine stellt, ist gigantisch“, sagte er. Noch 20 weitere Jahre will Frank Zander mindestens das Essen organisieren, hatte der Gastgeber zu Beginn verkündet. „Das macht auch mein Weihnachten schöner“, so Schulz.

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