Russlands Präsident Wladimir Putin kann sich offenbar auf seine Freunde verlassen

24. Dezember 2014 at 08:57 Hinterlasse einen Kommentar

Jetzt hat China Hilfe angeboten. Außenminister Wang Yi sagte: „Russland hat die Fähigkeit, die schwierige wirtschaftliche Situation zu überwinden. Aber wenn die russische Seite Hilfe benötigt, werden wir die notwendige Unterstützung im Rahmen unserer Möglichkeiten bereitstellen.“ Was genau Peking im Sinn hat, sagte der Minister nicht. Im Gespräch sind aber Kredite und milliardenschwere Investitionen in Infrastrukturprojekte, wie eine neue russisch-chinesische Gaspipeline, ein Tiefseehafen auf der Krim und Schienenprojekte im Osten Russlands.
putin
Ungeachtet der EU-Sanktionen macht auch Indien gute Geschäfte mit Russland. Moskau will in den kommenden Jahren im energiehungrigen Indien mindestens zwölf neue Atomreaktorblöcke bauen. Mitte Dezember unterzeichneten beide Länder 16 Abkommen, darunter auch Vereinbarungen zum Export von Öl und Gas und zum Ausbau der Infrastruktur. Zudem versprach Indiens Premierminister Narendra Modi, auch weiterhin in großem Umfang Rüstungsgüter von Moskau zu kaufen.
Die Rüstungsindustrie bleibt ohnehin eine von Russlands wichtigsten Einnahmequellen. Nach Angaben Moskaus wurden in diesem Jahr Rüstungsgüter von mehr als 13 Milliarden Dollar exportiert, und die Auftragsbücher sind mit Orders für rund 48 Milliarden Dollar angeblich voll. Zu den wichtigsten Abnehmern gehören Ägypten und Brasilien.

Kein Wunder, dass sich neben Südafrika ausgerechnet China, Indien und Brasilien bei einer Abstimmung in den Vereinten Nationen (UN) über die Nichtanerkennung der Annexion der Krim durch Russland enthielten. Das hatte in Brüssel, aber auch in Washington zu Verärgerung geführt. „Aber niemand weiß, wie verlässlich Putins Freunde wirklich sind und was sie im Schilde führen“, sagte ein EU-Diplomat.

Unterdessen sprechen auch offizielle russische Kreise immer offener über die angespannte wirtschaftliche Situation in ihrem Land. Ministerpräsident Dmitri Medwedjew befürchtet eine schwere Rezession in seinem Land. Ex-Finanzminister Alexej Kudrin sagte: „Was ich heute sagen kann, ist, dass wir uns in einer realen, schweren Wirtschaftskrise befinden.“ Die Lage wird nach dem Sinkflug des Rubels und zunehmender Kapitalflucht offenbar immer bedrohlicher.

Nach Angaben der russischen Zeitung „Kommersant“ soll Medwedjew die Staatskonzerne angewiesen haben, einen Teil ihrer ausländischen Geldreserven zu verkaufen, um den Rubel zu stützen. In den kommenden zwei Monaten könnten die Unternehmen auf diese Weise insgesamt etwa eine Milliarde Dollar pro Tag in den Markt pumpen. Betroffen sollen davon etwa die Energie-Konzerne Gazprom und Rosneft sein.
Ungemach für Putin droht aber auch von anderer Seite. Er kann sich der Solidarität seiner Partner in der Eurasischen Wirtschaftsunion, Weißrussland, Kasachstan und Kirgisistan, die am 1. Januar 2015 gegründet werden soll, nicht so sicher sein. So hatte Putin den Import vieler Produkte aus der Ukraine und der EU verboten – sie kommen jetzt aber doch ins Land, nun allerdings über den Umweg Weißrussland.

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