Franken-Chaos

17. Januar 2015 at 08:08 Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem die Schweizer Notenbank am Donnerstag den im Jahr 2011 eingeführten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben hat, herrschte am Freitag bei den Eidgenossen ein regelrechtes Chaos: Da der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung auf rund einen Franken absackte, wird in vielen Supermärkten kein Euro-Bargeld mehr akzeptiert. Zudem können an zahlreichen Geldautomaten derzeit keine Euro-Scheine bezogen werden.
Die Banken wissen nicht mehr, welchen Kurs sie berechnen sollen, da der Euro gegenüber dem Franken zeitweilig bis zu 30 Prozent abwertete.
franken
Zu den Geschäften, die vorübergehend keine Euro akzeptieren, zählen die Filialen der Ketten Migros und K-Kiosk. Eine Sprecherin von K-Kiosk begründete dies damit, dass man „derzeit Schwierigkeiten habe, die Systeme an die Marktgegebenheiten anzupassen“. Es handle sich jedoch nur um eine „temporäre Maßnahme“ – trotzdem sei nicht klar, wann Zahlungen in Euro wieder möglich sind. Der teure Franken bedeutet also Ungemach für zahlreiche Unternehmen.

Auch die Schweizer Börse leider weiter. Der Leitindex SMI verlor am Freitag im frühen Handel 3,75 Prozent und fiel auf 8.085,87 Punkte. Händler sprachen von einem anhaltend nervösen Geschäft. Am Vortag hatte das wichtigste Aktienbarometer in Zürich einen historischen Kurseinbruch von zeitweise fast 14 Prozent verzeichnet. Am Ende stand ein Minus von 8,67 Prozent.
Am Freitagvormittag wurde der Franken am Devisenmarkt mit 0,99 Euro gehandelt. Das ist rund ein Fünftel über dem Niveau der vergangenen Zeit. Bis zum Donnerstag hatte in Zürich die Devise gegolten, keinen Eurokurs unter 1,20 Franken zu tolerieren. Faktisch hieß das: Ein Franken durfte höchstens 0,833 Euro kosten. Hintergrund war der Höhenflug des Franken in den vergangenen Jahren.

Ausgehend von einem Kurs von etwa 0,60 Euro Ende 2007 war die Schweizer Währung immer teurer geworden und kostete im Sommer 2011 fast einen Euro. Damit wurden auch Schweizer Produkte für ausländische Kunden immer teurer – zum Leidwesen der Schweizer Wirtschaft, die in hohem Maße von Exporten abhängig ist. Auch mindestens 150.000 Österreicher sind unmittelbar betroffen, denn die Rückzahlung von Frankenkrediten wird deutlich teurer.

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