Wildwest-Winchester lehnte 100 Jahre lang an Baum

19. Januar 2015 at 07:29 Hinterlasse einen Kommentar

In einem Nationalpark im US-Bundesstaat Nevada ist ein mehr als 130 Jahre altes Exemplar eines Winchester-Gewehres Modell 1873 entdeckt worden. Die legendäre Waffe, bekannt als „The Gun That Won The West“, lehnte dort an einem Baum – und das möglicherweise seit über 100 Jahren.
Der Lauf ist rostig, der Holzschaft grau und rissig – man hätte es fast übersehen können, das Gewehr unter dem Wacholderbaum.

Die Winchester ist ein Repetiergewehr, das bald nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) im Westen der USA weite Verbreitung fand. Die erste Winchester-Baureihe kam 1866 als Nachfolger des Henry-Gewehrs – bekannt aus den Winnetou-Filmen als Waffe von Old Shaterhand – auf den Markt.
Das Modell 1873 ist das bekannteste und fand reißenden Absatz, da es auch mit handelsüblichen Revolverpatronen geladen werden konnte. In dem Film „Winchester ’73“ mit James Stewart aus dem Jahr 1950 spielt das Gewehr eine wesentliche Rolle.
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Wie die Parkverwaltung des Great-Basin-Nationalparks auf ihrer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/GreatBasinNPS) mitteilte, stieß ein Archäologenteam durch Zufall auf die Waffe. Wie die Winchester dorthin kam, ist mysteriös. Auch der Besitzer des legendären Wildwest-Gewehrs ist nicht mehr zu ermitteln.
„Die Daten von Winchester geben nicht an, wer das Gewehr gekauft hat oder wohin es von der Lagerhalle aus verschifft wurde“, schreibt die Parkverwaltung.
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Bei der Waffe handelt es sich um das Modell 1873, welches aus vielen Westernfilmen bekannt ist. Offensichtlich hat die Winchester viele Jahre im Freien erlebt. Sonne, Wind, Regen und Schnee setzten ihm zu, doch die Gravur ist noch zu lesen: „Model 1873“ und eine Seriennummer. Dadurch fand das Waffenmuseum in Cody im US-Bundesstaat Wyoming schnell heraus, dass es sich um eine Winchester Kaliber 44-40 handelt. Hergestellt wurde die Waffe im Jahr 1882.
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Das Gebiet, auf dem sich seit 1986 der Nationalpark im Osten Nevadas befindet, wurde damals hauptsächlich für Bergbau und Viehwirtschaft genutzt. „Wir wissen, dass das Gewehr schon eine ganze Weile da draußen stand, weil sich der Schaft in den Boden eingegraben hatte“, erklärt Andler. Es könne gut sein, dass die Waffe mehr als hundert Jahre lang nicht bewegt wurde.

Doch hätte die Waffe nicht vom dem wachsenden Baum irgendwann umgeworfen werden müssen? Nicht unbedingt, meint Gregor Aas von der Universität Bayreuth. Auf Grund der klimatischen Extrembedingungen, wie sie in der Wüste herrschen, würden die Bäume dort nur sehr langsam wachsen. „In 100 Jahren nimmt der Baumstamm dort nur etwa 10 bis 20 Zentimeter an Umfang zu. Er würde das Gewehr also nicht umschmeißen“, meint der Baumexperte.

Das Gewehr werde zunächst im Park gezeigt, bevor es dann zur weiteren Behandlung an Konservatoren übergeben werde, teilte die Parkverwaltung weiter mit. Danach soll es als Museumsstück im Nationalpark ausgestellt werden. Zudem werden Historiker nun alte Zeitungen nach Verlustanzeigen des Waffenbesitzers durchsuchen. Möglicherweise kann man so doch noch herausfinden, wem die Waffe gehörte.

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