Geschätzte 438.000 Menschen sind in Deutschland spielsüchtig

23. Januar 2015 at 14:59 Hinterlasse einen Kommentar

Wir fragen deshalb nach: Wie viele Menschen spielen Glücksspiele? Sind wir wirklich so gefährdet? Und wer verdient an dem vermeintlichen Glück tatsächlich und wieviel?

Bei einem Glücksspiel wird – anders als bei einem Gewinnspiel – vorher ein Einsatz getätigt, also eine bestimmte Summe an Geld investiert, um überhaupt teilnehmen zu dürfen. Während man also beispielsweise bei einem Preisausschreiben zwar Geld- oder Sachpreise gewinnen kann, riskiert man dort nicht, auch etwas zu verlieren. Anders ist es bei den Glücksspielen, zu denen unter anderem Lotto und Toto, Pferdewetten und die Klassen- und Fernsehlotterien zählen.

Auch wenn die Zahlen je nach Statistik variieren, so steht doch fest, dass Glücksspiele in Deutschland sehr verbreitet sind. Laut einer Forsa-Umfrage haben knapp vier Fünftel der Bundesbürger zwischen 16 und 65 Jahren schon einmal in ihrem Leben an einem Glücksspiel teilgenommen. Die Männer haben dabei die Nase vorn: Während lediglich 61 Prozent der Frauen zwischen 18 und 20 Jahren schon einmal ein Glücksspiel gespielt haben, ist der Anteil bei den Männern mit 82 Prozent wesentlich höher.

Die meisten der Glücksspieler spielen übrigens zunächst erst einmal ein Lotteriespiel. 41 Prozent gaben in der Studie an, dass „Lotto 6 aus 49“ das erste Glücksspiel in ihrem Leben war. 17 Prozent nannten „Sofortlotterien“, also zum Beispiel Rubbel- und Aufreißlose sowie Lose auf Jahrmärkten, danach folgen private Glücksspiele mit 11 Prozent.
spielsucht
Glücksspiele sollen zwar ausdrücklich dem Zeitvertreib und Vergnügen und nicht etwa dem Gelderwerb dienen, dennoch gilt dies natürlich nicht für die Veranstalter. Und die können sich seit Jahren über steigende Umsatzzahlen freuen: Laut den jüngsten Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen liegen die Umsätze inzwischen pro Jahr bei rund 30 Milliarden Euro. Der größte Anteil entfällt dabei mit rund 18 Milliarden Euro auf Geldspielautomaten. 6,6 Milliarden Euro Umsatz machte die Lotto-Toto-Branche, 6,1 Milliarden Euro verdienten Spielbanken.

Und auch der Staat hält die Hand auf: Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen beliefen sich die Steuereinnahmen allein für die Spiele an Unterhaltungsautomaten auf rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2012.

Schätzungsweise gelten in Deutschland 438.000 Menschen als krankhafte Glücksspieler. Die Spieler schaffen es dann nicht mehr, sich gegen ein Glücksspiel zu entscheiden. Häufig erfinden sie Lügen und Ausreden, um zu verbergen, dass sie ihr Einkommen verzocken und häufen gleichzeitig einen hohen Schuldenberg auf.
Die größte Gefahr geht laut der sogenannten Page-Studie dabei von Geldspielautomaten in Spielhallen und Gaststätten aus, danach folgen Poker und Glücksspielautomaten in Spielbanken und Casinos. Auch Sportwetten im Internet bergen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein erhebliches Suchtpotenzial.

Forscher der Universität Hohenheim haben herausgefunden, dass sich die Kosten, die in Folge von süchtigem Spielen für die deutsche Volkswirtschaft entstehen, auf insgesamt 326 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Dazu zählen unter anderem Aufwendungen für die stationäre und ambulante Behandlung von Spielsüchtigen, aber auch finanzielle Verluste, die durch Beschaffungskriminalität sowie Gerichts- und Strafverfolgungskosten zustande kommen. Die indirekten Kosten entstehen vor allem durch die Verluste von Arbeitsplätzen und krankheitsbedingte Fehlkosten.

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