Richard von Weizäcker ist gestorben

1. Februar 2015 at 08:03 Hinterlasse einen Kommentar

Der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist am Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben. Das Bundespräsidialamt bestätigte in Berlin eine entsprechende Information der Redaktion unseres Hauses.

Der CDU-Politiker war von 1984 bis 1994 Bundespräsident. Zuvor war der in Stuttgart geborene Weizsäcker unter anderem Regierender Bürgermeister von Berlin.
RvW
Nach seinem Amtsantritt hatte er versprochen, „Präsident aller Bürger“ sein zu wollen. Als ein wichtiger Markstein seiner Amtszeit gilt die Rede vom 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, in der er sich ohne Beschönigung mit den deutschen Verbrechen der Nazi-Zeit auseinandersetzte. Er bezeichnete den Tag des Kriegsendes und den Zusammenbruch des Nazi-Regimes als „Tag der Befreiung“.

Von Weizsäcker war der sechste Bundespräsident Deutschlands. Er folgte 1984 auf Karl Carstens (CDU) ins Amt als Staatsoberhaupt. Nach seinem Amtsantritt hatte er versprochen, „Präsident aller Bürger“ sein zu wollen.
Der CDU-Politiker war zehn Jahre lang – bis 1994 – Bundespräsident. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt blieb Weizsäcker lange Zeit international ein gefragter Mann: Sei es in der Kommission zur Reform der UN oder als Mahner für eine Welt ohne Atomwaffen. Zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 2010 schrieb Kanzlerin Angela Merkel (CDU): „Mit Würde, Augenmaß und Umsicht haben Sie schon jetzt einen bedeutenden Platz in der politischen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gefunden.“
Zuletzt war es still um ihn geworden. Zum 20. Juni 2014 würdigte er den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg: „Ich war Stauffenberg schon 1942 begegnet. … Eine eindrucksvolle Erscheinung mit leuchtenden Augen, charakterstark, mitreißend. Für mich, den jungen Soldaten Anfang 20, war es imponierend, ihn zu erleben.“

Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte Richard von Weizsäckers Witwe Marianne und würdigte ihren Mann als „großartigen Menschen und ein herausragendes Staatsoberhaupt“. Von Weizsäcker sei „ein Zeuge des Jahrhunderts“ gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Präsidialamts. „Aus der Erfahrung von Krieg und Gewaltherrschaft folgte sein Engagement für ein friedliches und vereintes Europa.“
Sein Kondolenzschreiben schloss der Bundespräsident mit den Worten: „Ich bekunde meinen aufrichtigen Respekt und tiefe Dankbarkeit gegenüber einem Mann, dessen Denken und Wirken für uns alle Ansporn und bleibende Verpflichtung sein wird. Richard von Weizsäcker hat sich um unser Land verdient gemacht. Wir werden ihn nicht vergessen.“

Der Diplomatensohn Richard von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Als Soldat nahm er am Zweiten Weltkrieg in Polen und der Sowjetunion teil, wobei er mehrfach verwundet wurde. Nach Kriegsende studierte von Weizsäcker Rechtswissenschaften und Geschichte. Er half bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen bei der Verteidigung seines Vaters Ernst von Weizsäcker, der zu mehrjähriger Haft verurteilt wurde.
Weizsäcker war während und nach dem Studium im Bankwesen sowie in Industrieunternehmen führend tätig. 1954 trat er in die CDU ein. Von 1964 bis 1970 und von 1979 bis 1981 Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, von 1969 bis 1984 Mitglied der Synode und des Rates der EKD sowie des Zentral- und Exekutivausschusses des Weltkirchenrats. Auf Vorschlag von Helmut Kohl kam er 1966 in den CDU-Bundesvorstand. In den Bundestag zog der Vater von vier Kindern 1969 ein, wo er zum stellvertretenden Unionsfraktionschef aufstieg.
Die deutsche Teilung erlebte Weizsäcker als Regierender Bürgermeister von Berlin in den Jahren von 1981 bis 1984 aus nächster Nähe. Auch als Bundespräsident setzte er sich für die Aussöhnung mit dem Ostblock und Gespräche mit der DDR ein.

Advertisements

Entry filed under: Dr. Michael I., Grafschaft Montfort, Persönliche Hausmitteilung, Stammhaus Montfort.

Gregor Gysi sieht die Troika-Politik der EU und damit auch Kanzlerin Merkel gescheitert Diese Ziege ist stinksauer! Auf ein Pferd!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Trackback this post  |  Subscribe to the comments via RSS Feed


Kalender

Februar 2015
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
232425262728  

Archiv


%d Bloggern gefällt das: