Gloria von Thurn und Taxis wird 50

24. Februar 2015 at 06:10 Hinterlasse einen Kommentar

Als „Punker-Fürstin“, „Party Prinzessin“ und gläubige Mutter sorgte Gloria von Thurn und Taxis für Schlagzeilen. Einst schockte sie mit Punkfrisuren, heute empfiehlt sie Homosexuellen, sich „gesundzubeten“: Gloria von Thurn und Taxis hat in ihrem Leben für zahlreiche Skandale und Aufschreie gesorgt. Sie selbst wollte immer „ein Elefant im Porzellanladen“ sein.
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Morgen wird Gloria von Thurn und Taxis 50. Die Haare stehen ihr nicht mehr zu Berge. Ihre Kinder, Prinzessin Maria Theresia, Prinzessin Elisabeth und Fürst Albert, sind erwachsen. Ihre lustigen braunen Augen sind dezent geschminkt. Sie ziert keine Illustrierten mehr – zumindest nicht im schrillen Outfit, den Lenker einer Harley Davidson im Griff. Und das Kettenhemd von Paco Rabanne, in dem sie in den Achtzigern auf einer Geburtstagsparty in der New Yorker Disco „Palladium“ über die Tische hüpfte, hat sie längst gegen Strickpullover in Pastelltönen eingetauscht.
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Das Leben der Adelsdame hat viele Stationen durchlaufen. Am 23. Februar 1960 erblickte sie unter dem Namen Mariae Gloria Ferdinanda Gerda Charlotte Teutonia Franziska Magarethe Frederike Simone Johanna Joachima Josefine Wilhelmine Huberta Gräfin von Schönburg-Glauchau in Stuttgart-Degerloch das Licht der Welt. Vermutlich waren ihre Eltern weitsichtige Menschen. Denn es bedarf wohl mehr als einem schlichten Vornamen, um der beeindruckten Persönlichkeit ihrer Tochter gerecht zu werden.

Ins Rampenlicht der Öffentlichkeit trat die 50-Jährige mit der Beziehung zu Johannes Prinz von Thurn und Taxis, dem sie am 31. Mai 1980 in Regensburg das Ja-Wort gab.
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Doch der Bund fürs Leben sollte leider nicht lange währen. Denn Johannes von Thurn und Taxis, der unter einer Herzleiden litt, verstarb am 14. Dezember 1990 nach einer Herztransplantation. Die zehnjährige Ehe wurde mit drei Kindern gekrönt.
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Nach der Geburt ihrer ersten Tochter Maria Theresa Ludowika Klothilde Helene Alexandra 1980 tauchte Gloria von Thurn und Taxis zunächst ins Partyleben ab. Mit schrillen Frisuren und gewagten Outfits war sie der Liebling der Presse und das „Enfant terrible“ des Adels. Doch bald hatte sich die von den Medien getaufte „Party Fürstin“ ausgetobt und die vermeintlich wilde Zeit wurde abgehakt.
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Sie hat sich getraut, mit Konventionen zu brechen, sich von Kostbarkeiten aus dem Familienbesitz zu trennen, hat sie in gerade mal einer Dekade das Imperium, das ihr Mann ihr nach seinem Tod 1990 hinterließ, beispiellos saniert. Denn der seit 1748 in Regensburg ansässige Familienbetrieb, der einst als Postunternehmen zu Reichtum gelangte, war doch ziemlich angeschlagen. Gloria ließ Tauf- und Tafelsilber versteigern, verkaufte Wälder.
2002 wählte die US-amerikanische „Business Week“ sie, die sich im Selbststudium zur Expertin für Betriebswirtschaft entwickelt hatte, zur zehntbesten Managerin der Welt. Sie hat es verdient, denn sie hatte es nicht leicht. Schließlich mussten auch noch hohe Erbschaftssteuern gezahlt werden. Die Witwe überließ stattdessen Bayern den Hofschatz, der als Sammlung des Freistaates im Regensburger Fürstenschloss St.Emmeran zu sehen ist.

Auch sonst sorgte sie dafür, dass der bis dahin fürs gemeine Volk streng verriegelte Schlosskomplex geöffnet wurde. Gartenmessen finden hier ebenso statt wie Christkindlmärkte. Und einmal im Jahr lockt sie mit internationalen Stars wie Anna Maria Kaufmann oder David Garrett bis zu 30.000 Gäste zum Festival im Schlosshof. Gloria ist sich dann auch nicht zu schade, selbst die eine oder andere kleine Rolle zu übernehmen. Im vergangenen Jahr glänzte sie als die Aufpasserin „Frau Prysselius“ in „Pippi Langstrumpf“.
Die Rolle passt zu ihr. Seit einigen Jahren gefällt sie sich immer wieder als Aufpasserin. Als Hüterin erzkatholischer Werte. Das kommt nicht immer gut an. Weil sie nicht nur die Grenze der politischen Korrektheit überschreitet, sondern auch die der Toleranz und der Menschenwürde, indem sie naive Pauschalurteile fällt. „Der Schwarze schnackselt gern“, beschied sie 2001 in einer Talkshow von Michel Friedman und wollte so erklären, dass die Menschen in Afrika nicht etwa wegen mangelnder Verhütungsmethoden an Aids sterben, sondern wegen ihrer angeblich besonders ausgeprägten sexuellen Energie.
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Vor zwei Jahren veröffentlichte sie gemeinsam mit Joachim Kardinal Meisner das Buch „Die Fürstin und der Kardinal“. Bei einem gemeinsamen Auftritt in der Talkshow Maischberger bezeichnete sie die Pille als eine Form der Abtreibung. Und Homosexuellen riet sie, eifrig zu beten gegen die ihrer Ansicht nach widernatürliche Neigung. Und doch war da auch die andere, die unkonventionelle Gloria, die in jenem langen „Gespräch über Glaube und Tradition“, das dem gemeinsamen Buch zugrunde liegt, dem Kardinal entlocken konnte, dass er schon ein paar Mal verliebt war.
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Die Prinzessin vollzog einen Sinneswandel und zeigte der Öffentlichkeit eine neue Seite ihrer Persönlichkeit. Seit 1995 bekennt sie sich zum katholischen Glauben. Seit 2006 ist sie Präfektin einer Gebetsgruppe in Regensburg. Als strenggläubige Katholikin trat sie immer wieder in Talkshows auf und sorgte mit ihren starken Positionen für großes Medienecho. „Sie ist ein Hofnarr. Ich meine das positiv! Der Narr hatte bei Hofe einst ein einzigartiges Privileg. Er durfte unbequeme Wahrheit sagen, sie überspitzt formulieren“, beschreibt Glorias Bruder Alexander von Schönburg seine Schwester in einer großen Tageszeitung und ergänzt: „Hoffnarren sind mutige Menschen. Unabhängig.“Und so werden wir sicherlich auch in Zukunft noch viel von der schillernden Fürstin hören.

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