Bundesnachrichtendienst ist Opfer dreister Diebe geworden

7. März 2015 at 18:01 Hinterlasse einen Kommentar

Unbekannte setzten den Neubau des BND in Berlin durch den Diebstahl von Wasserhähnen unter Wasser – und verursachten damit auf der eigentlich als gut gesichert geltenden Baustelle einen Millionenschaden. Die Ermittler können auch ein politisches Motiv hinter der Tat nicht ausschließen.

Im Internet sorgt die „undichte Stelle“ beim Geheimdienst unter den Hashtags #watergate und #BNDLeaks unterdessen für große Erheiterung.
BND
Nach ersten Ermittlungen sollen der oder die Täter Dienstag früh in das in Bau befindliche Gebäude eingedrungen sein. Wie die „Berliner Zeitung“ schrieb, seien in den oberen Stockwerken des BND-Neubaus die Wasserhähne entfernt worden, wodurch sich große Mengen Wasser über die darunter liegenden Etagen ergossen hätten.

https://twitter.com/hashtag/BNDLeaks?src=hash

Das Wasser lief unter anderem in Kabelschächte und Zwischendecken. „Da die Leitungen unter Druck standen, drang Wasser durch die Zwischendecken, zerstörte Türen, Elektrik und Sicherheitstechnik“, beschrieb ein Polizeisprecher gegenüber der Redaktion unseres Hauses das Ausmaß des Schadens.
Es dürften Zehntausende Liter Wasser gewesen sein, die sich in dem Gebäude ergossen haben, bis der Diebstahl und seine Folgen schließlich am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr entdeckt wurde. „Bei einem Druck von drei bis vier Bar strömen 1.300  Liter pro Stunde aus einer offenen Leitung“, so Stephan Natz , der Sprecher von Berlinwasser.

https://twitter.com/hashtag/Watergate?src=hash

https://twitter.com/hashtag/BND?src=hash

Die Polizei schätzt den Schaden auf Millionenhöhe, die genaue Schadensaufnahme dauere allerdings noch an. Wegen des enormen Schadens ermittle die Polizei nicht nur wegen Sachbeschädigung, sondern wegen der Zerstörung von Bauwerken.
Fraglich ist vor allem, wie der oder die Täter trotz Wachleuten, Sicherheitsschleusen und Kameras in den Neubau des Bundesnachrichtendienstes eindringen konnten. Die Polizei konnte keine Einbruchsspuren feststellen. Es wird vermutet, dass der oder die Diebe zu einer beteiligten Firma gehören.
Ein Ermittler ging sogar so weit, zu erklären, dass der Wasserschaden bewusst verursacht worden sein könnte. Da in Berlin schon mehrfach Baustellen aus Protest gegen Wohnraumspekulation und steigende Wohnkosten geflutet wurden, sei ein politisches Motiv denkbar. Der Wasserhahn-Coup könnte nun jedenfalls Bauverzögerungen zur Folge haben.

Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin wird bereits seit Oktober 2006 gebaut. Bau- und Umzugskosten belaufen sich mittlerweile auf mehr als 1,3  Milliarden Euro und sorgen in der deutschen Bundeshauptstadt immer wieder für Diskussionen. Vor einem Jahr zogen die ersten Mitarbeiter in ihre neuen Büros, 2016 sollen dann alle BND-Beamten umziehen.

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