Traum von Hausmeistern und Immobilienbesitzern ist in einer US-Kleinstadt in Erfüllung gegangen

16. März 2015 at 14:46 Hinterlasse einen Kommentar

Während das heftige Winterwetter Metropolen wie New York oder Washington in Ausnahmezustand versetzt, muss im Küstenort Holland kein Schnee gekehrt und kein Salz gestreut werden.

Vereiste Bürgersteige, auf denen Passanten ausrutschen könnten, gibt es dort nicht mehr. Denn die größte „Fußbodenheizung“ Amerikas befindet sich in keinem Gebäude, sondern im Zentrum von Holland im Westen des US-Bundesstaats Michigan. In Zukunft wird auch ein großes deutsches Unternehmen beim Schneeschmelz-System mitmischen.

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Im Sommer 1988 beschlossen die Stadtplaner, ihre Innenstadt in großem Stil zu renovieren. Viel Geld sollte in die Hand genommen werden, um das Zentrum der gut 33 000 Einwohner zählenden Stadt aufzupolieren und so neue Unternehmen und mehr Konsumenten anzulocken. Dann schlug ein Geschäftsmann aus dem Ort vor, bei dieser Gelegenheit ein unterirdisches Rohrsystem zu verlegen, durch das Wasser fließt, das mit Abwärme aus dem nahegelegenen Kohlekraftwerk gepumpt werden könnte. So schildert die Firma Uponor, die an der Projektentwicklung beteiligt war, die Entstehung der großen öffentlichen Schneeschmelze.

In einem typischen Wintermonat fallen in Holland im Schnitt 66 Zentimeter Schnee. Die Straßen und Bürgersteige eisfrei zu halten, muss also ein ziemlicher Aufwand gewesen sein. Statt Räumfahrzeugen und Streudienst sollten künftig Wasser und Rohre den Job erledigen, so der Vorschlag. Die Pläne trafen zunächst auf Skepsis. Doch das Projekt kam zustande und entpuppte sich als Erfolg. Über die Jahre wurde das System mehrfach ausgebaut, inzwischen wird damit eine Fläche von 46 000 Quadratmetern beheizt. Bei Temperaturen zwischen minus sieben und minus neun Grad Celsius schmilzt die Anlage laut Angaben der Stadtentwicklung etwa 2,5 Zentimeter Schnee pro Stunde.

„Starker Wind kann den Prozess verlangsamen, aber im Großen und Ganzen funktioniert das System wie beabsichtigt“, so das Fazit der Stadtverwaltung.

Auch in anderen Teilen der Welt gibt es sogenannte Straßenheizungen, vor allem in Skandinavien ist die Technik verbreitet. Sogar auf dem Berliner Kurfürstendamm wird eine Gehwegfläche von etwa 600 Quadratmetern beheizt – allerdings elektrisch. Der Strombedarf ist so hoch, dass Kritiker das Projekt als ökonomisch zweifelhaften Luxus ansehen.

Neuerdings interessiert sich auch der deutsche Industrieriese Siemens stark für die Schneeschmelze in Holland. Denn das örtliche Energiekraftwerk, dank dem die Anlage funktioniert, soll umgerüstet werden. Siemens hat den Auftrag an Land gezogen, das nötige Equipment zu liefern, damit die Stadt das Kraftwerk bis zum Sommer 2016 von einer kohlebetriebenen in eine Gas- und Dampfturbinenanlage verwandeln kann. Die Kohlendioxidemissionen sollen sich dadurch um rund 50 Prozent verringern.

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