Promigucken mal anders

21. März 2015 at 06:12 Hinterlasse einen Kommentar

Diesmal standen nicht sie selbst im Mittelpunkt, sondern das Schauspiel von Mond und Sonne am Himmel. Zahlreiche Stars haben am Freitag ausgerüstet mit Schutzbrillen die Sonnenfinsternis verfolgt. Das niederländische Königspaar Willem-Alexander und Máxima erlebte den Beginn des Spektakels am Ufer der Elbe bei ihrem Arbeitsbesuch in Hamburg.

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In München blickten die FC-Bayern-Stars Pepe Reina und Xabi Alonso gemeinsam nach oben.

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Die Sonnenfinsternis ließ am Freitag vielerorts Menschen in ihrer Arbeit innehalten, um zum Himmel zu schauen. Am Landgericht Neubrandenburg unterbrach sogar ein Richter für eine halbe Stunde die Verhandlung gegen vier Rocker wegen bandenmäßigen Drogenhandels – gerade als der Staatsanwalt sich zu seinem Plädoyer erhoben hatte. Nicht alle Prozessteilnehmer folgten dem Richter ins Freie, um die Sonnenfinsternis zu sehen, berichtete ein Besucher. Die Verteidigung meinte lapidar, eine Sonnenfinsternis beim Plädoyer wäre ohnehin ein schlechtes Omen gewesen.

Nicht nur an vielen Schulen in Deutschland wurden die Pausenzeiten verlegt. Auch beim FIFA-Exekutivkomitee in Zürich gab es passend zur Sonnenfinsternis eine Sitzungspause. Anders als die meisten deutschen Schüler durften die Vertreter des Fußball-Weltverbandes ihr Gebäude jedoch verlassen. Um das Spektakel mit eigenen Augen zu beobachten, fehlten aber die Schutzbrillen. Moya Dodd – Co-optiertes Exekutivmitglied aus Australien mit Sonnenfinsternis-Erfahrung – und FIFA-Compliance-Chef Domenico Scala zeigten daraufhin einen Trick, wie die Sonnenfinsternis per Spiegelung auf zwei weißen Zetteln dennoch beobachtet werden kann.

Wie schaut ein Astronaut die Sonnenfinsternis am liebsten? Natürlich in seinem blauen Astronauten-Overall. So zumindest hat Alexander Gerst das Himmelsspektakel am Freitag beobachtet. Der 38-Jährige war im Deutschen Technikmuseum in Berlin zu Besuch und schaute sich das Schauspiel gemeinsam mit den Siegern des Schüler-Ideenwettbewerb „Beschützer der Erde“ an. Ein von der europäischen Weltraumagentur Esa getwittertes Foto zeigt, wie Gerst bei bestem Wetter mit Schutzbrille von der Terrasse des Museums zum Himmel blickt.

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Eigentlich hat die Sonnenfinsternis mit Bonnie Tyler wenig zu tun, aber am Freitag wurde die Sängerin aus Wales trotzdem ständig in den sozialen Netzwerken erwähnt. Ihr Superhit „Total Eclipse of the Heart“ besingt schließlich die „völlige Finsternis des Herzens“, „solar eclipse“ ist der englische Begriff für Sonnenfinsternis. Tyler schaffte es vorübergehend unter die weltweit meistkommentierten Themen auf Twitter. Beliebt war auch das Hashtag #turnaroundbrighteyes, eine Textzeile aus dem dramatischen Song – übersetzt etwa „dreh‘ dich um mit deinen strahlenden Augen“.

Wenn Technikbegeisterung auf Naturschauspiel trifft: In Hannover verfolgten am letzten Tag der IT-Messe CeBIT Menschen aus Dutzenden Nationen gemeinsam die Sonnenfinsternis. Hunderte Chinesen, Franzosen, Deutsche, Inder, Briten und Russen tauschten ihr technisches Know-how aus, um mit ihren Handys die besten Fotos der „schwarzen Sonne“ durch die Spezialbrillen zu schießen.

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Rhetorisch beflügelt hat die Sonnenfinsternis die Abgeordneten im Düsseldorfer Landtag. In einer Aktuellen Stunde über Sparvorschläge der rot-grünen Regierung bemühte der CDU-Abgeordnete Hendrik Schmitz den griechischen Philosophen Platon. Der habe bereits gewusst: „Immer, wenn sich die Sonne verdunkelt, ist das ein Zeichen für die Verschlechterung der Finanzlage.“ Die SPD wies das als „Aberglaube“ zurück.

Der FDP-Abgeordnete Ralf Witzel diagnostizierte daraufhin „Problem-Blindheit“ bei der SPD. „Wer zu lange in die Sonne guckt, kann erblinden“, stellte er fest. Die Grünen hatten eine eigene Interpretation des Phänomens: „Wenn sich die Sonne verfinstert, dann, weil das die sinnfreiste Aktuelle Stunde seit langem ist“, meinte der Abgeordnete Martin-Sebastian Abel.

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