In Berlin ist ein neunjähriger Junge angeschossen und schwer verletzt worden

24. März 2015 at 08:00 Hinterlasse einen Kommentar

Luftgewehre werden als vergleichsweise harmlos dargestellt, als Sportwaffen und Kinderspielzeug. Doch wie gefährlich sind Luftdruckgewehre tatsächlich? Ein Waffenexperte klärt auf.

„In Deutschland sind Luftdruckgewehre bis zu 7,5 Joule Durchschlagskraft freiverkäuflich ab 18 Jahre“, erklärt Büchsenmacher und Waffenexperte Karl Prommersberger. Innerhalb des eigenen Grundstücks dürfe man sie führen. In der Öffentlichkeit sei das Führen einer Waffe in Deutschland grundsätzlich verboten, auch wenn es sich um Luftgewehre mit sehr wenig Durchschlagskraft handelt. Die freiverkäuflichen Luftgewehre haben maximal eine Energie von 7,5 Joule, das entspräche etwa 180 Metern pro Sekunde. Zur Einordnung: Ein Geschoss mit Gummi und Papier, wie man es noch aus Schulzeiten kennt, hat zwischen 0,5 und einem Joule Bewegungsenergie.

waffe

„Es sind auch Waffen über 7,5 Joule zulässig, diese wären allerdings einer scharfen Waffe gleichgestellt“, so Prommersberger. Für eine solche Waffe müsse man einen Eintrag in einer Waffenbesitzkarte haben, was nur unter ganz bestimmten Umständen möglich sei.

„Eine scharfe Waffe muss immer in einem Sicherheitsbehältnis verschlossen sein“, erklärt Prommersberger. Zudem müsse es in Deutschland einen Besitzer für diese Waffe geben, der eine Waffenbesitzkarte und eine Waffensachkundeprüfung, sowie ein Bedürfnis für diese Waffe hat. „Es gibt relativ wenige Waffen mit über 7,5 Joule, die im Umlauf sind.“ Allerdings gebe es außerhalb Deutschlands keine Begrenzung für Luftgewehre. In vielen Ländern sind sie freiverkäuflich. So auch in Polen, wo Luftgewehre bis zu 16 Joule für jeden zu kaufen sind. Es wäre denkbar, dass sich Menschen in Polen eine nicht-limitierte Luftwaffe kaufen und zurück über die Grenze nach Deutschland schmuggeln. „Dann wären wir im Bereich von unerlaubtem Waffenbesitz“, erklärt Prommersberger.

Die Polizei muss nun erst feststellen, wie viel Energie die Waffe, mit der auf den Jungen in Berlin geschossen wurde, tatsächlich hat. Wahrscheinlich durfte der 47-Jährige Tatverdächtige in Deutschland nicht im Besitz einer solchen Waffe sein.

Ob der Schuss gezielt abgegeben wurde oder nicht, ist ebenfalls noch unklar. Fest steht jedoch, dass ein Kind nicht hätte schießen können: „Man muss genügend Kraft haben, die Waffe spannen zu können. Ein Kind könnte diese Energie nicht aufbringen“, meint der Experte. Ein Luftgewehr kann also nicht so einfach „losgehen“.

Mittlerweile ist der Junge außer Lebensgefahr, er hat die Notoperation gut überstanden. Er habe viel Glück gehabt, erklärte eine Polizeisprecherin der Redaktion unseres Hauses.

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