Düsseldorfer Polizei spricht mit traumatisierten Angehörigen und sammelt DNA-Spuren

1. April 2015 at 15:49 Hinterlasse einen Kommentar

Die Sonderkommission setzt sich aus Spezialisten verschiedener Fachbereiche der Polizei Düsseldorf zusammen. Mehr als 100 Beamte beschäftigen sich derzeit damit, die Opfer des Unglücks zu identifizieren und nach Ursachen zu suchen. In den vergangenen Tagen war die Soko zwischenzeitlich auf eine Größe von mehr als 200 Personen angewachsen. Die Polizei vertraut dabei ganz auf ihr erfahrenes Personal: Fast alle Beteiligten kommen von der eigenen Behörde, die insgesamt rund 3.000 Mitarbeiter zählt.

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Ein wichtiger Teil des Teams sind die etwa 50 geschulten Ermittler, die eine Mordkommission bilden und die Frage nach der Absturzursache klären sollen. „Sie sind seit vielen Jahren für die Kriminalpolizei tätig und Experten auf ihrem Gebiet“, sagt Markus Niesczery, Sprecher der Polizei Düsseldorf, im Gespräch mit der Redaktion unseres Hauses.

Die Ermittler der Sonderkommission sind im Wesentlichen für die zwei genannten Aufgaben zuständig: Identifizierung und Ursachenforschung. Für die Identifizierung besuchen die Ermittler die Angehörigen der Opfer und sichern dort Haut- und Haarpartikel oder Fingerabdrücke. Das Bundeskriminalamt speichert und untersucht dieses Material, um es anschließend zum Abgleich an die französischen Kollegen zu schicken. Der genetische DNA-Code lässt sich dann einwandfrei den Insassen zuordnen. Die „abschließende Identifizierung“ wird laut Polizei jedoch noch mehrere Wochen dauern.

Zugleich forschen die Beamten nach der Ursache für die Katastrophe. Dafür beschäftigen sie sich im Moment insbesondere mit dem Umfeld von Andreas Lubitz, befragen Verwandte und Freunde, werten die Krankenakte aus. Am Donnerstag wurden die Düsseldorfer Wohnung des Co-Piloten und sein Elternhaus durchsucht. Außerdem hat die Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet, bei dem sich Bürger mit Anhaltspunkten melden können. „Wir erhalten viele Anrufe – und daraus entstehen oft Folgeaufträge mit Recherchen vor Ort oder Vernehmungen“, erklärt Niesczery.

An der Spitze der Sonderkommission steht Kriminaldirektor Roland Wolff. Die „Rheinische Post“ beschreibt den 55-jährigen als „einen der erfahrensten Ermittler des Düsseldorfer Polizeipräsidiums“.

Wolff habe bereits mehrere große Ermittlungskommissionen geleitet, zuletzt Großrazzien gegen Rocker (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/hells-angels-verlassen-duesseldorf-aid-1.4219654) und Einbrecher (http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/15-festnahmen-bei-grossrazzia-aid-1.4830938).

Bei der Polizei sei er unter anderem zuständig für „Organisierte Rauschgiftkriminalität“ und „Organisierte Kriminalität“. Für die Ermittler ist dieser Einsatz anders als jeder vorherige. „Sie sind einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt“, sagt Niesczery.

Die deutschen Behörden arbeiten eng mit ihren französischen Kollegen zusammen – und das nicht nur, um die Daten und Ergebnisse beider Länder effektiver abgleichen zu können. Denn internationale Kooperationen sind juristisch klar geregelt und müssen als Rechtshilfe zwischen zwei Staaten koordiniert werden. Umso wichtiger sei deshalb der persönliche Kontakt nach Frankreich, sagt Niesczery, „um die Weg möglichst kurz zu halten“.

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