Auf Schloss Windsor drohen die Angestellten mit Arbeitskampf

14. April 2015 at 05:58 Hinterlasse einen Kommentar

Ein Teil des Personals auf Schloss Windsor stimmt darüber ab, ob die britischen Royals sich erstmals einem Arbeitskampf stellen müssen. Die zuständige Gewerkschaft, in der über 120 der etwa 200 Angestellten organisiert sind, rechnet mit großer Zustimmung. Allerdings werde nicht gestreikt, erklärt Richard Simcox von der Gewerkschaft PCS, in der hauptsächlich Angestellte der Regierung und öffentlicher Körperschaften organisiert sind. Lediglich unbezahlte Sonderaufgaben würden nicht mehr erledigt.

Schloss Windsor ist ein schöner Arbeitsplatz. Historische Mauern zwischen gepflegten Rasen, ein riesiger Park direkt vor den Toren, die Queen schaut sehr regelmäßig vorbei, und mit dem Zug ist es nur eine halbe Stunde nach London. Mehr als eine Millionen Besucher wollen jedes Jahr das älteste und größte bewohnte Schloss der Welt sehen, auf dem seit fast 1000 Jahren Monarchen residieren.

Steht der Queen und den Royals Ärger mit dem Personal ins Haus? Die Angestellten auf Schloss Windsor wollen mehr Geld und stimmen ab Dienstag über einen Arbeitskampf ab. Die Stimmung geht sehr stark in Richtung Handeln, deswegen glauben wir, dass die Angestellten dafür stimmen“, sagte ein Sprecher der zuständigen Gewerkschaft. Gestreikt werde allerdings nicht.

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Der Plan sei, Ende April keine unbezahlten Extra-Aufgaben mehr zu übernehmen, wie es derzeit üblich sei – etwa, Besucher herumzuführen oder zu übersetzen. Es wäre das erste Mal, dass die Angestellten des königlichen Haushalts ihre Arbeitgeber so unter Druck setzen.

Die Angestellten sind unzufrieden, weil sie für diese Extras nicht bezahlt werden, sie dem königlichen Haushalt damit aber Einnahmen bescheren – schließlich zahlen die Besucher für Führungen Geld.

Der Zeitpunkt ist clever gewählt: In Großbritannien tobt der Parlamentswahlkampf, und Löhne sind ein Thema. Zu Ostern ist die Queen traditionell auf Windsor. Am 21. April wird sie 89 Jahre alt, um den Dreh dürfte auch ihr neues Urenkelchen – das zweite Kind von Prinz William und Kate – geboren werden. Alle Welt schaut auf die Royals. Als knauseriger Arbeitgeber dazustehen kommt da nicht gelegen.

Diese Extras, etwa Führungen für Touristen durch das Schloss, sind der Hauptstreitpunkt. Dafür würden die Angestellten nicht extra bezahlt, obwohl sie dem Palast Geld einbrächten, argumentiert die Gewerkschaft.

Der königliche Haushalt hält dagegen, Führungen, Aufgaben als Übersetzer oder als Ersthelfer seien freiwillig. Ob es einen Arbeitskampf gegen wird, steht voraussichtlich am 14. April fest.

Unter dem Knauser-Verdacht steht das britische Königshaus ohnehin. Kürzlich suchte Elizabeth II. einen Chauffeur. Sieben Tage die Woche sollte der für Ihre Majestät bereitstehen, aber nur 23.000 Pfund brutto pro Jahr kriegen. Und damit wäre die Arbeit noch besser bezahlt als etwa die der Haushaltshilfe für den Buckingham-Palast, die derzeit gesucht wird. Exakt 14.513 Pfund und 16 Pence pro Jahr sind das Einstiegsgehalt, abzüglich Wohngeld. Für 40 Stunden Arbeit pro Woche, Montag bis Sonntag. Das sind keine 20.000 Euro im teuren London. Freie Mahlzeiten hin oder her, das klingt nicht sehr attraktiv.

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Andererseits hat vor eineinhalb Jahren ein unabhängiger Bericht gezeigt, dass der königliche Haushalt Angestellten mehr als 44.000 Pfund im Jahr zahlt, mehr als der Durchschnittslohn im Land. Für die gesuchte Haushaltshilfe wird das erst mal nicht gelten.

„Es gibt die gleichen Probleme in anderen Haushalten der Royals, aber nur auf Windsor sieht sich das Personal gerade in der Lage, etwas dagegen zu tun“, sagt Gewerkschaftssprecher Simcox. Die Arbeitgeber haben dafür kein Verständnis. Die Extraaufgaben seien freiwillig, teilt der Royal Collection Trust mit. Die Wärter seien gut bezahlt, die Sozialleistungen überdurchschnittlich.

Davon abgesehen: „Wir nehmen nicht an, dass es bei den Führungen für Besucher des Schlosses irgendwelche Störungen gibt“, sagt ein Sprecher weiter. Klingt wie ein ganz gewöhnlicher Arbeitskampf. Auch wenn es um einen ganz ungewöhnlichen Arbeitsplatz geht.

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Kaum zu glauben wie schnell die Zeit vergeht Ganz schön clever

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