Bewegende Trauerfeier für Guido Westerwelle

2. April 2016 at 16:45 Hinterlasse einen Kommentar

An der Trauerfeier in der Basilika Sankt Aposteln in der Kölner Innenstadt nahmen neben Familienangehörigen, Freunden und Weggefährten auch eine Abordnung der Familie unseres Hauses, Bundespräsident Joachim Gauck und weitere Spitzenpolitiker teil. Der am 18. März verstorbene Westerwelle sollte im Anschluss auf dem Kölner Melatenfriedhof beigesetzt werden. Bei ihm war 2014 Leukämie festgestellt worden.

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Der am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef bei Bonn geborene Anwaltssohn war Anfang der 80er Jahre Mitbegründer der Jungen Liberalen, wurde mit nur 32 Jahren FDP-Generalsekretär, 2001 mit 39 Jahren der bis dahin jüngste Parteichef. Nach der Bundestagswahl 2009 wurde der gelernte Jurist im Kabinett Merkels Bundesaußenminister.

Westerwelle war von 2001 bis 2011 FDP-Chef und von 2009 bis 2013 Bundesaußenminister gewesen. Im Juni 2014 kam er wegen akuter Leukämie in stationäre Behandlung. Ein Jahr nach der Diagnose zeigte er sich noch zuversichtlich, wieder zu genesen. So sprach er im November 2015 auch in Fernsehauftritten über seine Krankheit und stellte sein Buch „Zwischen zwei Leben“ vor. Seit Ende November befand sich Westerwelle jedoch wieder im Krankenhaus.

Doch zwei Jahre nach Eintritt in die Regierung gab Westerwelle 2011 unter innerparteilichem Druck den FDP-Vorsitz an Philipp Rösler ab. Bei den Bundestagswahlen 2013 verpasste die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag, Westerwelle musste seinen Posten als Außenminister räumen. Wenig später begann sein gesundheitlicher Leidensweg.

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Den Trauergottesdienst gestalteten gemeinsam der evangelische Prälat Martin Dutzmann und der katholische Prälat Karl Jüsten, der den Verstorbenen seit Kindertagen gekannt hatte. Die Lesung im Gottesdienst trug die Schauspielerin Veronica Ferres vor. Die Sängerin Vicky Leandros sang ein im Text leicht verändertes Lied, das sie bereits zu Westerwelles 50. Geburtstag vorgetragen hatte. „Wir wissen, Du liebst das Leben“, sang Leandros darin.

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„Diese Rede gehört definitiv nicht zu den Ansprachen, die ich jemals halten wollte“, begann Bundeskanzlerin Merkel ihre Trauerrede. Die Todesnachricht habe sie „vollkommen unvermittelt“ getroffen. „Ich habe nicht glauben können und glauben wollen“, dass es Westerwelle nicht vergönnt sein sollte, sein zweites Leben leben zu dürfen. Wie andere Redner auch wandte sie sich immer wieder direkt an Westerwelles Mann Michael Mronz, mit dem er seit 2010 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt hatte.

Die Kanzlerin bezeichnete Westerwelle als „durch und durch leidenschaftlichen Liberalen“. Deutschland habe einen „besonderen Menschen und Politiker“ verloren. „Ich persönlich werde Dich als Mensch und Vertrauten vermissen“, sagte Merkel. „Wir konnten uns immer aufeinander verlassen.“ Westerwelle sei „streitbar, empfindsam, nachdenklich, verlässlich, treu“ gewesen. „Du wirst sehr fehlen“, schloss die Kanzlerin ihre Rede.

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