Der deutsche Hochadel

17. April 2016 at 15:30 Hinterlasse einen Kommentar

Etwas mehr als 6.000 Einwohner zählt die hessische Gemeinde Birstein gerade einmal. Klar, dass es sich schnell herumspricht, wenn oben im Schloss die Fürstenfamilie zusammenkommt. Grund zum Feiern hatte sie allemal: Die Taufe des jüngsten Mitgliedes stand an.

Rund vier Monate nach ihrer Geburt wurde Prinzessin Alix Imagina Blanca Irmingard Maria, die Tochter von Isenburg-Erbprinz Alexander und Erbprinzessin Sarah, offiziell in die katholische Gemeinde aufgenommen. Vollzogen wurde die Zeremonie vom Weihbischof von Fulda, Prof. Dr. Karlheinz Diez in der Kirche Mariae Heimsuchung zu Birstein.

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Eine offizielle Erklärung zu diesem ungewöhnlichen Namen gibt es (bisher) nicht. Doch im Stammbaum der Isenburgs finden sich einige Hinweise … Der Name Alix kommt in den Annalen des alten Adelsgeschlechts nur im Zusammenhang mit (Luft holen!) Prinzessin Maria Alexandra Johanna Sophie Elisabeth Thomasa Gabriele von Isenburg (1899-1945) vor. Um ihren – zugegeben recht langen – Vornamen abzukürzen, wurde sie meist nur Alix genannt.

Bei Imagina müssen wir noch weiter zurückblicken, denn dieser Name hat seine Wurzeln im 13. Jahrhundert. Imagina von Isenburg-Limburg (1255-1319) war deutsch-römische Königin und die Ehefrau von König Adolf von Nassau (1250-1298). Ihre Mutter sowie ihre erstgeborene Tochter, die noch im Kindesalter verstarb, hießen ebenfalls Imagina.

Mit Blanca und Irmingard wurden die Großmütter des Erbprinzen und seiner Frau bedacht. Lustigerweise trug letzteren Namen auch das Schiff, auf dem das Erbprinzenpaar seinen Hochzeitsempfang gab. Irmingard findet sich allerdings auch im Familienbuch des Fürstenhauses: Die erste Ehefrau von Heinrich I. von Isenburg (1163-1227) war Irmingard von Isenburg, geb. von Büdingen (1157-1220). Sie war übrigens die Großmutter von oben erwähnter Königin Imagina.

Schließlich bleibt noch Maria: In Adelskreisen ein häufiger Zweit-, Dritt- und Viertname, der auch in dieser blaublütigen Familie schon mehrfach vorkam. Es ist daher keine Überraschung, dass ihn auch die Tochter des Erbprinzenpaares trägt.

Hingucker der Familienfeier war nicht nur die Baby-Prinzessin selbst. Auch ihr Taufkleid ist etwas ganz Besonderes. Wie das Fürstenhaus auf seiner Homepage schreibt, wurde es einst für den Herzog von Osuna im 17. Jahrhundert angefertigt. Über eine Vermählung im 19. Jahrhundert kam es in den Besitz der Familie von Isenburg. So gelangte sie übrigens auch an den Schleier und die Schleppe, die Alexanders drei Schwestern und Erbprinzessin Sarah bei ihren Hochzeiten trugen.

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Ob die Neu-Eltern ihre kleine Prinzessin Alix Imagina Blanca Irmingard Maria wirklich nach diesen Vorfahren benannt haben, ist nicht ganz klar. Doch fest steht: Dieser besondere Name ist wirklich einzigartig. Die kleine Prinzessin ist das erste gemeinsame Kind von Alexander und seiner Frau Sarah, einer Münchener Schönheitschirurgin. Die Taufpaten wurden daher mit Bedacht gewählt.

Das wohl bedeutendste Geschenk zur Taufe bekam Prinzessin Alix Imagina von Papst Franziskus (79): Das Oberhaupt der katholischen Kirche spendete ihr den Apostolischen Segen des Heiligen Stuhls.

Es war eine wirklich besondere Familienzusammenkunft. Und die Bewohner von Birstein können die nächste sicherlich schon jetzt kaum erwarten.

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