Putin-Rocker „Nachtwölfe“ in Berlin

11. Mai 2016 at 04:56 Hinterlasse einen Kommentar

Seit 20 Tagen ist Bobrowski unterwegs. Er ist der Anführer der „Nachtwölfe“, jenes umstrittenen Rockerclubs, der mit einer Tour von Moskau nach Berlin an das Ende des Weltkrieges vor 71 Jahren gedenkt.

Bobrowski redet mit sanfter Stimme, lächelt. „Wir haben rein friedliche Absichten. Das Ziel ist es, das Andenken an diejenigen zu ehren, die beim Kampf gegen den Faschismus gefallen sind“.

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Am 29. April starteten der „Nachtwolf“ und seine Gefährten in der russischen Hauptstadt, über Weißrussland, Tschechien, die Slowakei und Österreich kamen sie nach Berlin. Polen hatte ihnen die Einreise verboten.

Auf ihrer 6.000 Kilometer langen Tour hielt der konservativ-nationalistische Rockerclub an Denkmälern und Todeslagern wie Auschwitz. Am Montagvormittag legten sie am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park einen Kranz nieder. Insgesamt kamen etwa tausend Menschen zusammen – zum Teil mit russischen und sowjetischen Fahnen. Aus Boxen dröhnte die frühere sowjetische Nationalhymne.

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Anschließend fuhren die Rocker mit knapp 100 Motorrädern vorbei am Brandenburger Tor zu den Ehrenmalen an der Straße des 17. Juni und in der Schönholzer Heide, legten auch hier jeweils einen Kranz nieder. Nach einer kurzen Rede hallten „Hurra“-Rufe durch den Großen Tiergarten.

Beobachtet wurden sie an allen drei Stätten von zumeist jungen, in Berlin lebenden Russen (viele trugen T-Shirts und Handyhüllen mit dem Konterfei von Wladimir Putin) und Veteranen. Wie Miron S. (93), trug gestern an seinem Jackett 27 Orden: „Ich befehligte im Kampf gegen Nazi-Deutschland rund 50 Soldaten in einer Mörser-Einheit. Es ist mir in jedem Jahr ein Bedürfnis meiner gefallenen Kameraden zu gedenken und Blumen niederzulegen.“

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Wo sie sind, ist Russland. Behaupten sie jedenfalls von sich selbst. Die Rocker gelten als Unterstützer von Putin und der Krim-Annexion sowie als extreme Nationalisten. Allerdings endet der Patriotismus bei der Auswahl ihrer fahrbaren Untersätze. Zu sehen waren meist Motorräder deutscher, amerikanischer und japanischer Marken.

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