ÖBB übernimmt DB-Nachzüge

31. Juli 2016 at 18:05 Hinterlasse einen Kommentar

Bahnfahrer werden auch künftig Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen in Deutschland nutzen können. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Großteil der Verbindungen ersetzen, die die Deutsche Bahn (DB) aufgibt. Das geht aus internen Unterlagen hervor, in denen die Trassenanmeldungen für den Nachtzugverkehr im kommenden Jahr dokumentiert sind. Sie liegen dem Grünen-Bundestagsabgeordneten und Bahnexperten Matthias Gastel vor. Nach dpa-Informationen soll das neue Nachtzugkonzept im September offiziell vorgestellt werden.

Die ÖBB werden nach den vorliegenden Trassenanmeldungen täglich drei Euronight-Züge (EN) mit Schlaf-, Liege- und Sitzwagen zusätzlich durch Deutschland fahren lassen. Sie sollen auf folgenden Strecken unterwegs sein: Düsseldorf-Köln-Frankfurt-München-Innsbruck, Hamburg-Berlin-Frankfurt-Karlsruhe-Basel und Hamburg-Hannover-Würzburg-München-Innsbruck.

Auch für die Achse Basel-Zürich-Prag ist ein Nachtzug vorgesehen. Sechs andere Nachtreisezüge der ÖBB mit Teilabschnitten in Deutschland sollen unverändert verkehren. Keine Informationen lagen Gastel zu den Nachtverbindungen von München nach Mailand, Venedig und Rom vor.

Beide Bahngesellschaften wollten zu den Strecken keine Auskunft geben. „Das Nachtzugsegment ist interessant für uns, wir wollen es ausbauen“, sagte ein ÖBB-Sprecher auf Anfrage. Konkrete Verbindungen könnten noch nicht genannt werden. „Wir rechnen damit, dass wir im Herbst Nägel mit Köpfen machen können“, fügte er hinzu.

Die Deutsche Bahn führt nach eigenen Angaben bereits seit Monaten mit den ÖBB Gespräche über den Weiterbetrieb klassischer Nachtzüge. Sie selbst will unabhängig davon die Zahl ihrer Nacht-ICE, nur mit Sitzen, erhöhen. Die Deutsche Bahn hatte Ende 2015 bekanntgegeben, alle bisherigen Linien des klassischen Nachtzugverkehrs in diesem Dezember „in einem Schritt“ einzustellen. Als Grund wurden jahrelange Verluste in diesem Geschäft genannt. So seien 2015 bei rund 90 Millionen Euro Umsatz 31 Millionen Euro Minus herausgekommen. Die meisten Züge seien mehr als 40 Jahre alt, die nötigen Investitionen in die Modernisierung ließen sich nicht wieder hereinholen, stellte das Unternehmen fest.

Für die Deutsche Bahn sind die Nachtzüge ein Nischengeschäft. Zuletzt gab es 1,3 Millionen Buchungen pro Jahr. Somit war nur einer von Hundert Fahrgästen mit einem Schlaf- oder Liegewagen unterwegs.

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Die ÖBB machen dagegen mit den Nachtreisezügen 17 Prozent ihres Umsatzes. Im Mai hatte der ÖBB-Aufsichtsrat den Kauf von bis zu 60 gebrauchten Schlaf- und Liegewagen und 15 Autotransportwagen genehmigt. Bis Mitte 2019 sollen außerdem 20 ÖBB-Intercity-Wagen zu Liegewagen umgebaut werden, für die es bereits eine Designstudie gibt. Inwieweit die ÖBB auch den Autozugverkehr in Deutschland wiederbeleben wollen, ist noch offen. Möglich wäre, an einige der Nachtzüge auch Autowagen zu hängen.

Weltpolitik im Hotel Taschenbergpalais in Dresden-Altstadt

Jedes Jahr trifft sich irgendwo auf der Welt eine Gruppe von reichen und einflussreichen Menschen. Sie debattieren drei Tage lang abgeschottet und in geheimen Gesprächen über die Lage der Welt, zuletzt im Juli in einem Luxushotel in Dresden, im Jahr davor im österreichischen Telfs.

Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen, was besprochen wird, dringt nicht nach außen. Die Besonderheit der Treffen: Es gilt die sogenannte Chatham House Rule. Es kann also allgemein über Gespräche berichtet, aber deren Inhalt niemals mit Namen zitiert werden. Zwischen 130 und 140 Frauen und Männer aus mehr als 20 Ländern gehören zu der illustren Runde. Es sind Politiker, Unternehmer, Könige, Journalisten, Militärs, Geheimdienstler, vorwiegend aus den USA, Europa und Kanada.Die Teilnehmer der Bilderberger-Konferenzen lesen sich wie ein Who-is-who der internationalen Elite. Im Lauf der Jahre waren unter anderem dabei: Die ehemalige Königin Beatrix von Holland, Kanzlerin Angela Merkel, die Ex-US-Präsidenten Bill Clinton und Gerald Ford, der frühere US-Außenminister Henry Kissinger, die ehemaligen britischen Premiers Margaret Thatcher und Tony Blair sowie die Wirtschaftsbosse Bill Gates, Eric Schmidt von Google und Siemens-Chef Joe Kaeser. Die Bilderberger sind keine formelle Organisation, es gibt keine Mitgliedschaften, keine Verträge und keine offiziellen Beschlüsse.

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Abgesehen davon, dass es angesichts der Teilnehmerliste doch sehr fraglich ist, wie es zu ernsthaften widersprüchlichen Sichtweisen kommen soll, verstehen sich die Bilderberger offensichtlich als Gestaltungsmacht der Welt. Man will die Welt besser verstehen, grenzt aber alles jenseits des Militärbündnisses der NATO konsequent aus. Ein Treffen von Superreichen, Militärs, Geheimdienstchefs, Industrie und Finanzwirtschaft, das sich gerade einmal aus Entscheidern aus 20 Ländern zusammensetzt, wird kaum zum gegenseitigen Verständnis beitragen können. Man will nicht im demokratischen Sinne miteinander reden, sondern man redet über etwas oder jemanden. China, Russland und der „Nahe Osten“ sollen Themen sein. Nur wie will man seine Perspektive bereichern, wenn keine Russen, Chinesen oder Araber eingeladen sind. Es ist die Reproduktion und Verfestigung, die gegenseitige Versicherung, der immer gleichen Sichtweise.

1954 fand die Bilderberger-Konferenz erstmals statt, eingeladen hatte der niederländische Prinz Bernhard ins Hotel de Bilderberg in Oosterbeek. Das Treffen sollte wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ungezwungene und informelle Gespräche zwischen Westeuropa und den USA ermöglichen. Die Mächtigen der Welt sollten mehr und besser kommunizieren, um in Zukunft Kriege und Katastrophen zu verhindern. Die Konferenzen stehen nach eigener Aussage unter dem Motto „Diskussion und Dialog fördern“. Erst seit 1972 sind auch Frauen bei den Konferenzen dabei.

Dabei sein darf nur, wer eine Einladung bekommt: Sie wird durch den Vorsitzenden und die beiden ehrenamtlichen Generalsekretäre ausgesprochen. Der aktuelle Vorsitzende ist seit 2010 Henri de Castries, Vorstandsvorsitzender des französischen Versicherungskonzerns Axa. Mehrere Jahre lang hatte der ehemalige deutsche Präsident Walter Scheel dieses Amt inne. Je einer der Generalsekretäre ist für die USA und einer für Europa und Kanada zuständig. Außerdem gibt es einen achtköpfigen Lenkungsausschuss, der nicht gewählt, sondern vom Vorsitzenden bestimmt wird. Immer gehören zwei Teilnehmer aus Deutschland zum Ausschuss. Einer ist für Finanzen und einer für Themen und Redner zuständig. Die beiden Posten besetzen seit vielen Jahren jeweils ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und ein Vertreter der Chefredaktion der „Zeit“. Die Kosten für ihre Teilnahme sollen die Bilderberger selbst übernehmen, sie sind als Privatpersonen und nicht als Amtsinhaber dabei. Allerdings muss die Polizei die Sicherheit der Elite gewährleisten und die Tagungsorte abschirmen.

Worüber reden die eingeladenen Finanzminister beim Thema „Geopolitik der Energie-und Rohstoffpreise“ mit dem Vorsitzenden von BP, dem Vize-Vorsitzenden des portugiesischen Erdölgiganten Galp Energia oder dem CEO von Shell? Ist Ursula von der Leyen eingeladen, um über die Doppelbelastung einer siebenfachen Mutter und gleichzeitiger Berufstätigkeit vorzutragen? Hält Wolfgang Schäuble ein Plädoyer für die Inklusion körperlich Beeinträchtigter? Oder sind die Personen eben doch als Funktionsträger eingeladen?

Der siebtgrößte Rüstungskonzern der Welt, die Airbus Group, ist Hauptsponsor des diesjährigen Bilderbergtreffens. Lädt dieser Milliardenkonzern die Mutter von der Leyen ein oder doch eher die Verteidigungsministerin von der Leyen? Möchte sich der ehemalige Oberbefehlshaber der Nato Philip M. Breedlove über Kinderbetreuung unterhalten oder doch eher über sein Lieblingsthema den seines Erachtens nach größten Feind des Weltfriedens Russland?

Sind es private Gespräche, wenn die Verteidigungsministerin, der Finanz- und der Innenminister mit dem ehemaligen Chef des britischen Geheimdienstes MI6 oder mit David Petraeus plaudern, dem ehemaligen CIA-Direktor und Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen im Irak und Verantwortlicher für unzählige Geheim- und Foltergefängnisse?

Aber es gibt keine Pressekonferenzen, nichts soll nach außen dringen. Und das, obwohl auch viele hochrangige Journalisten dabei sind. Sie müssen sich allerdings verpflichten, nicht direkt zu berichten. All das finden viele Menschen irritierend: Setzt sich die Weltelite wirklich nur zwanglos zusammen und netzwerkt? Oder steckt doch mehr dahinter?

In vielen Blogs werden die wildesten Spekulationen angestellt. Verschwörungstheoretiker sind sicher: Die Bilderberger beschließen etwas, das Geheimdienste und Regierungen dann umsetzen müssen. Die geheime Gruppe ist damit die eigentliche Regierung der Welt. Sie hat die Macht, so wird gemutmaßt

Man könnte also ebenso fragen, ob es nicht sogar förderlich für demokratische Prozesse ist, wenn sich die Meinungsführer der Welt zum zwanglosen Austausch treffen, weil niemand bei diesem Treffen Ergebnisse von ihnen verlangt.“ Natürlich, man schließt konsequent die Mehrheit der Länder aus, ernennt sich selbst zum „Meinungsführer der Welt“ und glaubt auch noch tatsächlich, alle Menschen sollten einem doch dankbar sein, schließlich solle die Welt am eigenen Wesen genesen.

Warum konzentriert man sich so auf die Geheimhaltung von Bilderberg, wenn es jeden Tag Zehntausende Treffen gibt, deren Inhalt nicht öffentlich ist? Es ist kein Parlament, keine operative Organisation. Es ist eine informelle Gruppe, die über verschiedene Themen spricht und die Diskussion hinter verschlossenen Türen führt, um die Gespräche zu erleichtern? Die Kritik an der Geheimhaltung sei daher nicht gerechtfertigt.

Die Bundesregierung scheint mit der mangelnden Transparenz bei Bilderberg ebenfalls keine Probleme zu haben. „Auf der Bilderberg-Konferenz findet ein informeller Gedankenaustausch über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen statt. Austausch und Dialog, insbesondere in internationalen Formaten, sind der Bundesregierung grundsätzlich wichtig, auch ohne dass hierbei konkrete Ergebnisse erzielt werden müssen“, heißt es nüchtern in der Antwort auf die Redaktionsanfrage unseres Hauses.

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