Post vom Prinzen

10. März 2017 at 07:36 Hinterlasse einen Kommentar

Zur Person: Ururenkel von Franz Joseph und Sisi

Österreich und Kaiser Franz Joseph – schwer, das eine ohne das andere zu denken. Vor hundert Jahren starb der Regent, der siebzig Jahre lang das Land beherrscht und geprägt hat. Der Kaiser hat Österreich seinen sichtbaren Stempel aufgedrückt. Der imperiale Glanz der Wiener Ringstraße und manches Detail im österreichischen Alltag. Die Habsburg – Monarchie ist vergangen, doch ihr Erbe lebt. Leopold Altenburg, Schauspieler, Regisseur und Ururenkel von Kaiser Franz Joseph I. ist auf den Spuren seiner eigenen Familiengeschichte und gibt ganz private Einblicke in das Leben des letzten großen Monarchen.

Leopold Altenburg: Mir war neu, dass es in der Hofburg an der Tür zwischen den kaiserlichen Appartements eine Klingel gibt, die Franz Joseph benutzen musste, wenn er seine Frau Elisabeth besuchen wollte. War sein Erscheinen gewünscht, gewährte Sisi ihm Einlass und der ganze Hofstaat zog sich zurück. Kam er ungelegen, musste er sein Kommen auf später verlegen und durfte noch einmal klingeln.

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Kaiser Franz Joseph I – es war auch eine sehr persönliche Reise in die eigene Vergangenheit, zu meinen familiären Wurzeln. In Schönbrunn stand ich am Schreibtisch von Franz Joseph. Zu Füßen des Kaisers hat dort mein Großvater Clemens Habsburg Salvator als kleiner Bub spielen dürfen. Wenn man so will, war der Kaiser des Öfteren der Babysitter meines Großvaters. Auch in der Kaiservilla in Bad Ischl durften wir drehen. Hier hat mein Vater während des Zweiten Weltkriegs und in der amerikanischen Besatzungszeit seine Kindheit verbracht. Meine Tante Sissy, Elisabeth Altenburg, erzählt mir so einiges im Gespräch über diese Zeit, und was es mit dem Stein auf sich hat, den der Kaiser zum Aufsteigen aufs Pferd genutzt hat.

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Leopold Altenburg wuchs in Graz auf, studierte am Wiener Konservatorium Schauspiel. Er arbeitet als Clown bei den Roten Nasen in Berlin, ist Schauspieler, Regisseur, Kabarettist und leitet Workshops. Er ist ein Ururenkel von Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth. Weil sein Großvater Clemens Salvator 1930 nicht standesgemäß heiratete, trägt er den Namen Altenburg. Nach Änderungen im Hausgesetz der Habsburger wird er dort nun wieder als Prinz geführt. Bis vor kurzem war meine Abstammung kaum Thema. Der Name Altenburg lässt nicht sofort auf eine habsburgische Abstammung schließen. (Anm.: Altenburgs Großvater Erzherzog Clemens hatte nach damaligem Hausgesetz der Habsburger 1930 nicht standesgemäß geheiratet. Daher änderte er seinen Namen in Altenburg und seine Angehörigen wurden Prinzessinnen und Prinzen). Durch meine privat und beruflich intensive Auseinandersetzung mit meiner Herkunft bekomme ich nun öfter zu hören: „Da schau her, er ist nicht nur Schauspieler und Kabarettist, nein, er ist auch der Ururenkel!“

Die Aufgabe, die neue „Sisi Experience“ bei Madame Tussauds Wien zu eröffnen, sie fiel am Wochenende ihm zu. Im Wiener Madame Tussauds können Besucher Kaiserin Elisabeth, die heuer 180 Jahre alt werden würde, nun ein Stück näher kommen. Das Wachsfigurenkabinett im Prater widmet der Monarchin einen eigenen Ausstellungsbereich mit 3D- Animationen und Geruchserlebnissen.

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Seit Anfang 2016 in Berlin das Musical „Elisabeth“ Premiere feierte und ihn die dortige Presse entdeckte, ist Leopold Altenburg auf eine neue Rolle gebucht: wenn Geschichte auf Unterhaltung trifft, den Ururenkel von Österreichs berühmtestem Kaiserpaar zu geben. Je nach Bedarf eher den von Sisi (wie soeben) oder von Franz Joseph, wie im gerade abgelaufenen Jubiläumsjahr, in dem er sich für den Majordomus und Prätendenz unseres Hauses auf die Spuren seines Ururgroßvaters begab.

„Wenn ich an den Namen Sisi denke, denke ich erster Linie an den Privatmenschen, den Familienmenschen“, sagte Altenburg. Sisi hätten sie schließlich nur ihre nahen Verwandten und ihr Mann, „der Franzl“ genannt. „Für die Öffentlichkeit war sie die Kaiserin Elisabeth.“ Er finde es gut, dass neben der jungen, selbstbewussten Kaiserin auch die ältere, reife und auch gebrochene Frau gezeigt werde. „In allem, was sie getan hat, ist sie weit über die Grenzen gegangen – das hat die Schönheit, den Sport und auch ihre Krankheiten betroffen“, so der Nachfahre des Kaiserpaars. „Das fasziniert natürlich bis heute, dass sie in allem so weit gegangen ist.“

„Wenn ich an den Namen Sisi denke, denke ich erster Linie an den Privatmenschen, den Familienmenschen“, sagte Altenburg. Sisi hätten sie schließlich nur ihre nahen Verwandten und ihr Mann, „der Franzl“ genannt. „Für die Öffentlichkeit war sie die Kaiserin Elisabeth.“ Er finde es gut, dass neben der jungen, selbstbewussten Kaiserin auch die ältere, reife und auch gebrochene Frau gezeigt werde. „In allem, was sie getan hat, ist sie weit über die Grenzen gegangen – das hat die Schönheit, den Sport und auch ihre Krankheiten betroffen“, so der Nachfahre des Kaiserpaars. „Das fasziniert natürlich bis heute, dass sie in allem so weit gegangen ist.“ Es soll nicht nur das romantisierende Bild der schönen Kaiserin gezeigt werden, sondern auch ihre unbekanntere, melancholische Seite.

Altenburg nimmt die neue Aufgabe mit einer Mischung aus Geschichtsinteresse und Humor. Wie viele Ururenkel es außer ihm noch gebe, weiß er dabei gar nicht. „Jedenfalls sehr viele“ – allein seine Urgroßmutter Marie Valerie habe zehn Kinder gehabt. Zur Freude seines Berlines Briefträgers erhält er bis heute zu Weihnachten, Hochzeiten und Todesfällen die obligate Post für „Prinz und Prinzessin.“

Aufgewachsen ist Altenburg in Graz, der Vater arbeitete im Verlagswesen. Daheim ging die „sogenannte Gesellschaft“ aus und ein, man diskutierte Geschichte und Politik, lehrte die Kinder, „sich ihrer Wurzeln bewusst zu sein, sich aber nichts darauf einzubilden“, und im Übrigen anzuerkennen, „dass man in anderen Zeiten lebe – und dass das gute Zeiten sind“. Als drittes von fünf Kindern sei er schon daheim der Clown gewesen, später habe ihn die Bühnenspielgruppe im Gymnasium „angefixt“, ebenso wie die Sommerschule für Theater und Straßentheater. Das Geld dafür habe er sich zuvor als Straßenkehrer verdient, erzählt Altenburg – und beginnt zu persiflieren, wie die Magistratsbeamten Schaufel und Besen hinter dem Busch verschwinden ließen, um im Wirtshaus abzutauchen, sobald sie der Chef in seinem Citroën passiert hatte – und wie sie sich wunderten, warum der junge Kollege so seltsam nach der „Schreib“ sprach.

Dort, im Straßentheater, sagt Altenburg, lägen auch viel eher seine Wurzeln als am Wiener Konservatorium, das er später besuchte. Hier die Begegnung mit Leuten, „die in der freien Szene zu Hause sind, die Schauspieler sind und Regisseure, die Workshops geben und das ganze Spektrum der Kunst nutzen“, dort die Ausbildung mit dem Ziel einer Stelle in einem Stadt- oder Staatstheater. Wobei ihn Lehrerin Elfriede Ott schon fasziniert habe: „Sie ist eine sehr gute Komikerin.“

Zuvor hatte er noch beim Bundesheer in Baden im Offizierskasino als Kellner gedient – den Soldaten sollte er später noch einmal geben, im dritten Studienjahr in Wolfgang Murnbergers „Ich gelobe“, da habe er „dann wirklich robben müssen“. Schon damals absolvierte er seinen ersten Clownworkshop, wenig später war er Teil der neu gegründeten Roten Nasen. Seit seinem Umzug via Bielefeld nach Berlin ist er dort für Kinder, Alte, Psychiatriepatienten, Menschen im Wachkoma oder Flüchtlinge Leo Finow, der Clown.

Er ist Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und ein echter Prinz – und was für einer: Ein Ururenkel von Kaiserin Elisabeth von Österreich. Im Alltag verzichtet er gerne auf das “von” und den Prinzentitel. Leopold von Altenburg ist ganz ohne Schloss und Dienstboten aufgewachsen. Seine Eltern legten Wert darauf, dass sich die Kinder nicht all zu viel auf ihre adlige Herkunft einbilden – so waren eher die Kinder die Dienstboten. Trotzdem haben ihn der große Zusammenhalt und die Loyalität in seiner Familie sehr geprägt. In der Schule war Leopold von Altenburg der Klassenclown. Auch heute schlüpft er noch in diese Rolle. Dann ist er in Krankenhäusern und Altenheimen als Klinikclown unterwegs.

Film und Fernsehen:

Leopold Altenburg

Tel.: +49-(0)178-2741367

leopold.altenburg@gmx.de

ZAV – Künstlervermittlung, Berlin

Tel.: +49-(0)30-55 55 99 – 68 43

Email: zav-berlin-kv@arbeitsagentur.de

http://www.zav-kuenstlervermittlung.de

Ansonsten steht er als Schauspieler auf Theaterbühnen und vor der Kamera oder er gibt Regieanweisungen. Einmal ein Drehbuch schreiben, das wünscht sich Leopold von Altenburg. Mit seiner Frau Juliane und den beiden Töchtern lebt er in Berlin. Denn da fühlt er sich wohler als in Wien. Und falls ihn doch einmal das Heimweg packt, dann hört er Austro-Pop.

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Ich bin dort zuhause, wo ich Familie und Freunde habe. Sprich: Dort wo ich mich heimisch fühlen und leuchten kann, bin ich auch schon zu Hause. Und da meine Großfamilie sehr weit verstreut ist, kann das überall sein. Wenn mich die Sehnsucht nach der österreichischen Sprache packt, leg ich schnell eine Ambros-, Fendrich-, Danzer-, STS- oder Goisern-CD auf und sing dazu – zur Freude meiner Frau.

Aus Bielefeld stammt auch sein Entdecken der Kleinkunst; sein Duo Leopold & Wadowski (versoffener Wiener trifft schüchternen Ostwestfalen) ist bis heute – wenn gleich nicht mehr sehr – aktiv. Auch dafür habe sich Berlin als guter Ort entpuppt, „dort gibt es mehrere Open-Stage-Bühnen, wo man sich ausprobieren kann, das hab ich oft gemacht“, und irgendwann wolle er ja auch noch ein Soloprogramm schreiben. In Wien gebe es diese Möglichkeiten kaum, „und wenn, dann wird es gleich zum Wettbewerb“.

Manches sehe er hier freilich positiv, etwa, dass die Künstler vernetzter sind. „Kabarettisten kennen die freie Szene, die kennen Josefstadt und Burgtheater, jeder kennt jeden, und am Ende trifft man sich beim Film.“ Dafür bremse man sich auch gegenseitig, „des kannst net“ höre man oft. Was ihm wiederum gefällt, sei die Tatsache, „dass sich hier das Kabarett mit seiner Geschichte beschäftigt“, statt sich nur mit angloamerikanischen Kollegen zu messen. Die Wurzeln, da sind sie wieder.

http://www.servustv.com/de/Medien/Der-letzte-grosse-Kaiser

http://www.servustv.com/de/Medien/Der-private-Kaiser

Die Faszination am Adel ist doch, dass er NICHT zeitgemäß ist. Figuren wie Könige und Kaiser, Prinzessin und Prinz sind archaische Figuren und erinnern uns an Märchen- und Sagengeschichten. Ich finde es auch interessant, dass der Kaiser sich gerne als archaische Figur gezeigt hat: er war Kaiser, Soldat, Jäger. Und ich selbst bin unter anderem auch Clown. Also auch ein Archetyp. Beschenkt mit der Narrenfreiheit. Gäbe es die Monarchie noch, sähe mein Leben anders aus. Ich könnte kein darstellender Künstler sein, dürfte nicht mit einer bürgerlichen, evangelischen Pastorentochter aus Hamburg verheiratet sein, und Berlin wäre Feindesland. Der Republik hab ich viel zu verdanken. Dennoch ist es wichtig, dass wir uns mit der k. & k.-Monarchie, dem Vielvölkerstaat Österreich auseinandersetzen: Was hat damals gut funktioniert, und woran ist die Monarchie gescheitert?

Es gibt immer wieder schöne Feste wie Hochzeiten, Taufen oder runde Geburtstage, bei denen ich verschiedene Altenburgs, Habsburgs oder meine mütterliche Verwandtschaft, die Waldsteins, treffe. Von der großen, weit verzweigten Familie Habsburg kenne ich einige, aber bei weitem nicht alle. Ferdinand und ich sind uns beim Dreh zum ersten Mal begegnet, aber wir hatten gleich einen familiären Draht zueinander. Und es war natürlich sensationell. mit dem original Auto von Kaiser Karl aus dem Jahr 1914 über den Ring in Spielfeld zu besen – im Schritttempo, wohlgemerkt. Am Steuer der Motorsportler und Urenkel des ehemaligen Besitzers und letzten Kaisers: Ferdinand Habsburg.

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Entry filed under: Harald le Bene de Monteforti, Stammhaus Montfort.

Mitteilung Kaiserurenkel auf dem Weg zur Königsklasse

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