Impressionen aus den Lavanttal

20. März 2017 at 06:18 Hinterlasse einen Kommentar

Durch den zufälligen Aufenthalt in St. Andrä, im Kärtner Lavanttal, in welchem die Redaktion unseres Stammhaus recherchierte, kam es zu einem einem familiären, privaten Treffen, bei welchem der Prätendent und Majordomus des Hauses Grafschaft sowie Mitglieder des Stammhaus Montfort sichtlich ihren Spaß hatten. Mag. Harald le Bene de Monteforti nutze die Möglichkeit zu einem intensiven, gemeinsamen Gespräch am Kamin.

Wie leben die Nachkommen der Habsburger heute? Die Habsburger haben mehr als 600 Jahre lang die Geschichte Europas geprägt wie niemand sonst. Nach dem ersten Weltkrieg folgte der Niedergang: Enteignet und vertrieben, wurden sie in Österreich zu Feindbildern. 100 Jahre danach gibt es in der ganzen Welt etwa 600 Menschen mit dem Familiennamen Habsburg. Die Macht ist weg, der Mythos aber ungebrochen. Der einstige Glanz des Hauses Habsburg lockt noch immer unzählige Touristen nach Österreich. Die Hofburg, Kaiser Franz Josef und vor allem Kaiserin Sisi sind die Herzstücke von Werbekampagnen aller Art und so quasi sinnstiftende Nationalidentität. Die echten Habsburger spielen in dieser Operette nur eine Nebenrolle und führen heute ein Leben abseits von Glamour und Macht. Ab und zu ein paar Statements über die Vergangenheit, sonst weitgehend ein Alltag ohne Öffentlichkeit.

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Nach Ihrer Hochzeit vor zwei Jahren in Ihrer Heimat St. Andrä im Lavanttal wird man sie künftig vermutlich nicht mehr mit dem Namen Habsburg-Lothringen sondern mit Fairfax ansprechen. Werden sie den Namen dennoch weiterverwenden?

Elmerice Fairfax: Beruflich ja, da mich alle in der Kunstszene unter dem Namen kennen und ich viele Jahre gebraucht habe, um mir als Art Consultant einen Namen zu machen. Den Pass werde ich künftig auf Fairfax ändern, da es Alexander sehr wichtig war, dass unsere Kinder und wir alle den selben Namen tragen. Sein Vater hat mir diese Woche ein von ihm kürzlich geschriebenes Buch geschickt, damit ich mehr über die Fairfax-Familiengeschichte lernen kann.

Konnten Sie nach dem großen Rummel um Ihre Hochzeit nun bei den Flitterwochen auf der Amalfiküste etwas Abstand gewinnen?

Fairfax: Ja, es war einfach herrlich. Es waren aber nur kurze Flitterwochen, fünf Tage, denn im September fahren wir dann für längere Zeit nach Afrika. Ich bin von der Amalfiküste sehr begeistert, wir haben in den Gebäuden einer ehemaligen Kirche gewohnt (Chiesa dell’Anuziata), welche vielen Besuchern als eines der Wahrzeichen Ravello’s bekannt ist – ein Freund von uns hat sich vor ein paar Jahren die Klostergemäuer gekauft und die Kirche wird heutzutage für Konzerte verwendet. Zudem haben wir uns von einem Restaurant zum anderen durchgekostet. Wer kann schon der italienischen Küche widerstehen? (lacht).

War Ihnen der Rummel und der Stress um die Hochzeit zu viel?

Fairfax: Nein, es ging eigentlich. Wir haben manchen Medien abgesagt, weil es sonst einfach zu viel geworden wäre. Das muss nicht sein. Ich bin auch nicht jemand, der gerne fotografiert wird und in der Öffentlichkeit steht. Ich war aber sehr überrascht, nachdem ich die Fotos in manchen Lokalzeitungen, Boulevartblätter und auch Adelsinterna gesehen hab. Dank der guten Fotographen ist doch hier und da was draus geworden (lacht). Eine Hochzeit ist zudem etwas Privates und viele unserer Gäste wollten auch nicht fotografiert werden.

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Was war das Highlight der Hochzeit in Ihrer Heimat?

Fairfax: Das kann ich so nicht sagen, denn wir haben wirklich jeden einzelnen Moment durch und durch genossen. Das haben mir auch meine Freundinnen von Anfang an geraten und das war gut so. Dank der Hilfe meiner Eltern und Geschwister war alles so gut vorbereitet, dass wir es wirklich einfach genießen konnten. Überhaupt war ich gerührt darüber, dass jeder einzelne etwas beigetragen hat, um unsere Hochzeit unvergesslich zu gestalten – so sind etwa die berittenene Eskorte der „5er Dragoner“ extra mit ihren Pferden angereist und meine Freunde teilweise aus Australien, Brasilien, Venezuela, Norwegen. Nach der Trauung der farbenfrohe Festzug, die Fahrt mit der Kutsche von Heinz Sacher zum Salzburger Hof, wo sie von den „Wolfsberger Jagdhornbläsern“ empfangen wurden. Eine Überraschung meiner Eltern. Ich fand den Gedanken anfangs ein wenig kitschig, aber in dem Moment hat es dann so gut gepasst und ich habe mich riesig gefreut. Die Hochzeitstorte mit den Monumenten aus Marzipan, die die Heimat der Brautleute symbolisierten – die Tower Bridge in London und der „Salzburgerhof“ in St. Andrä, das Familienanwesen der Braut. Der englische Dudelsack von Tom Fairfax. Auch diverse Floristinnen haben am Feiertag mitgeholfen und ihre kostbaren freien Stunden geopfert. Frau Ruthofer hat mir sogar meine Extrawünsche im Schloss erfüllt. Ich wollte nämlich alles mit Apfelbäumen dekorieren und diese halten nun mal im Raum nicht mehr als 24 Stunden (lacht). Ein großes Dankeschön geht auch an Barbara Sumper – ohne ihre Mithilfe und Fingerspitzengefühl hätten die Nerven meiner Mutter und mir nicht gehalten (lacht).

Also waren sämtliche Nationen bei der Hochzeit vertreten?

Fairfax: Ja, mein Vater hat nachgezählt und kam auf 14. Insgesamt waren wir 250 bis 300 Gäste untertags, am Abend aber viel weniger. Mir war es wichtiger, eine kleine aber feine Hochzeitstafel zu haben und mit so vielen wie möglich auch sprechen zu können.

Sie leben derzeit in London. Bleibt das auch so?

Fairfax: Derzeit ja, weil wir beide hier beruflich gefestigt sind. Wir leben in einer Wohnung mitten in London, südlich des Flusses. Es ginge derzeit auch nicht anders, in Österreich könnten wir unsere Berufe so leider nicht ausleben. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass wir einmal nach Österreich ziehen. Außerdem kommen wir regelmäßig nach Hause ins Lavanttal, weil auch Alexander die Berge so liebt. Und ich natürlich sowieso – einmal eine Kärntnerin immer eine Kärntnerin.

Und auf den Bergen haben Sie auch Ihren Heiratsantrag erhalten oder?

Fairfax: Ja, am Kleinalpl. Von dem Fleckchen habe ich ihm immer so vorgeschwärmt, weil ich als Kind sehr viel dort war. Es ist ein herrlicher Platz, man sieht das ganze schöne Tal und noch viel weiter. Aus diesem Grund kommen wir auch immer auf Urlaub ins Lavanttal, ein oder zwei Wochen müssen einfach sein.

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