Franz von Bayern könnte Schottlands König werden

6. Mai 2017 at 12:40 Hinterlasse einen Kommentar

Der 84-Jährige wurde schließlich als Erbprinz in das geschichtsträchtige Haus der Wittelsbacher geboren, jener Familie, die über 700 Jahre lang den Freistaat regierte.

Sollten die Schotten sich unabhängig erklären, könnte die Queen als Staatsoberhaupt abgesetzt werden. Beste Chance auf den Posten als König der Highlands hätte dann ausgerechnet ein Bayer. An Spekulationen ist Herzog Franz von Bayern gewöhnt. Gäbe es heute noch die Monarchie in Bayern, dann wäre Franz König über knapp 13 Millionen Untertanen. Hätte er royale Ambitionen, könnte Franz sogar noch weiter greifen, über den Ärmelkanal und hoch nach Schottland nämlich, wo diesen Donnerstag über eine Abspaltung von England abgestimmt wird. Denn der Wittelsbacher ist nicht nur Franz von Bayern, sondern auch King Francis II., Monarch von Schottland. Franz Herzog von Bayern hat einen Anspruch auf den schottischen Thron: Er ist ein Nachfahre des Hauses Stuart. In dieser Montage haben wir ihm schon mal ein Krönchen verpasst.

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Das sagt zumindest eine kleine Gruppe schottischer Monarchisten, die den Bayern gerne statt der Queen auf den schottischen Thron setzen würden. Die sogenannten Jakobiten berufen sich dabei auf die Abstammung des 84-Jährigen. Der ist tatsächlich ein entfernter Nachfahre des Hauses Stuart, jener schottischen Familie also, die gut 100 Jahre lang England und Schottland regierte.

Die Leitung des Hauses Stuart liegt im Hause Wittelsbach, dessen Oberhaupt Herzog Franz ist“, heißt es auf der Seite der monarchistischen Royal Stuart Society (http://www.royalstuartsociety.com/). Der Anspruch ist über Maria Theresia von Modena vererbt worden, eine Nachfahrin der Stuarts und Urgroßmutter von Franz. Ob die Jakobiten Franz wirklich nach Schottland einladen wollen, sollte das Referendum in ihrem Sinne ausgehen, dazu will sich vorerst niemand äußern. Er spreche nicht mit der Presse, lässt Noel McFerren wissen, der das Portal The Jacobite Heritage (http://www.jacobite.ca/) betreibt. Auch die meisten anderen Stuart-Anhänger halten sich bedeckt. Sicher ist, dass hartgesottene Unabhängigkeitsanhänger es nur schwer ertragen könnten, wenn Queen Elizabeth II. auch nach einer möglichen Abspaltung Schottlands das Staatsoberhaupt bleiben würde. Genau das gilt jedoch momentan als wahrscheinlich, in einem Modell ähnlich derer in Australien oder Kanada, die die Queen trotz ihrer Unabhängigkeit weiterhin anerkennen.

Eine Republik ist bei den größtenteils überzeugten Monarchisten jedoch ebenso unbeliebt. Bleibt Franz von Bayern, der Kunstmäzen, der zurückgezogen in einem Flügel von Schloss Nymphenburg lebt. In den bald 20 Jahren, in denen er jetzt Oberhaupt der Wittelsbacher ist, hat Franz schon viele royalistische Spekulationen über sich gehört. Selbst Großbritannien war schon einmal Thema, 2008 nämlich, als überlegt wurde, Katholiken wieder in der Thronfolge zuzulassen.

Dazu sollte ein 1702 erlassenes Gesetz aufgehoben werden, das Katholiken untersagte, Anspruch auf die Krone zu erheben – und das somit als eigentliches Ziel verfolgte, die katholischen Schotten der Stuarts vom britischen Thron fernzuhalten. Das Gesetz wurde bis heute nicht geändert. Wäre das jedoch der Fall, würde Franz sogar als möglicher König von England ins Spiel kommen.

Manch einer munkelt schon, Schotten und Bayern seien einander ja ohnehin sehr ähnlich: bizarre Bräuche, ein ausgeprägtes Faible für Trachten und eine hohe Affinität zum Bier. Franz von Bayern würde demnach zusammenfügen, was zusammengehört.

Doch der 84-Jährige zeigt keinerlei Ambitionen, Schloss Nymphenburg zu verlassen und auf die Insel zu ziehen. Zu den Spekulationen über seine Zukunft als König von Schottland gibt es denn auch nur eines: keinen Kommentar.

Sie verkörpern mit Ihrem Namen dieses schöne Land. Wo sehen Sie Gefahren für Bayern?

HERZOG FRANZ VON BAYERN: Bayern und meine Familie sind durch den in Jahrhunderten gewachsenen Respekt miteinander verbunden. Wir haben uns gegenseitig geprägt und ich bin sehr glücklich, dass diese gute Beziehung auch 95 Jahre nach dem Ende der Monarchie so lebendig ist. In gewisser Weise teile ich die Sorge meines Großvaters, Kronprinz Rupprecht von Bayern und meines Vaters Herzog Albrecht von Bayern, dass Bayern durch politische Gleichmacherei in einem Staat mit zunehmend zentralistischen Tendenzen und Kompetenzen seine Eigenart und seine politische Bedeutung verlieren könnte.

Sie haben eine ganze Menge von Hilfsprojekten in die Wege geleitet, welches liegt Ihnen besonders am Herzen?

HERZOG FRANZ VON BAYERN: Persönlich ist mir der Hilfsverein Nymphenburg e.V. am stärksten verbunden, der von meiner Mutter zur Zeit des Ungarnaufstands ins Leben gerufen wurde und heute unter anderem in Rumänien, Albanien und afrikanischen Ländern Alte, Kranke und andere Bedürftige unterstützt. Ich habe mich gerne, vor ein paar Jahren, für die Obdachlosenhilfe des Haneberghauses und Lichtblick Hasenbergl engagiert.

Beziehen Sie oder das Haus Wittelsbach noch Geld vom Staat und damit vom Steuerzahler?

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HERZOG FRANZ VON BAYERN: Mit dem Ende der Monarchie in Bayern 1918 wurde auch die sogenannte Zivilliste abgeschafft, aus der alle Kosten der Hofhaltung und der Repräsentation des bayerischen Königs und seiner Familie zu begleichen waren. Seither erhalten die Mitglieder des Hauses Wittelsbach keine Zahlungen des Staates mehr. Um einen Ausgleich für das schon 1804 an den Staat übertragene Privatvermögen des Hauses Wittelsbach zu schaffen, wurde schon fünf Jahre nach dem Ende der Monarchie der Wittelsbacher Ausgleichsfonds, eine Stiftung des Öffentlichen Rechts, gegründet. In diesen Fonds wurden vornehmlich Immobilien, land- und forstwirtschaftliche Flächen und ein bedeutendes Kunstvermögen eingelegt, letzteres überwiegend unter der Vorgabe, es in staatlichen Museen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aus den erwirtschafteten Erträgen des Wittelsbacher Ausgleichsfonds ist der Erhalt des Traditionsvermögens sicher zu stellen. Daneben ist es Stiftungszweck, einen angemessenen Unterhalt der Familie zu gewährleisten.

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An Stelle von Geschenken wünschen Sie sich zu Ihrem Geburtstag eine Spende für wohltätige Zwecke in Griechenland. Wie eng ist die Verbindung der Wittelsbacher noch mit Athen, in dem Ihr Vorfahre Otto 1832 bis 1862 als erster König von Griechenland residiert hat?

HERZOG FRANZ VON BAYERN: In der Tat gibt es eine enge Beziehung zu Griechenland. Die Antiken- und Griechenlandbegeisterung König Ludwig I. ist ja bekannt. Von dieser Begeisterung zeugen in München nicht nur klassizistische Gebäude und Prachtstraßen, sondern auch eine bedeutende Sammlung, die Glyptothek. Der Idealismus von König Ludwig I. ging so weit, dass er seinen Sohn Otto als griechischen König in ein ihm fremdes Land schickte, das politisch führungslos und wirtschaftlich wenig entwickelt war. Die Verbindung zu Griechenland ist seitdem nicht abgerissen, und ich bleibe nicht unberührt, wenn ich sehe, wie hart die Folgen der Eurokrise die Griechen treffen. Aus diesem Grund habe ich um Spenden für ein Hilfsprojekt der griechisch-orthodoxen Kirche gebeten und werde mich auch persönlich finanziell engagieren. Dieses Hilfsprojekt unterstützt mit Lebensmittelpaketen kinderreiche Familien im Großraum Athen, die im Jahr weniger als 8000 Euro zur Verfügung haben.

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