Archive for Juni, 2017

Großherzog Henri hat am 16. April Geburtstag

Warum feiern die Luxemburger dann ihren Nationalfeiertag am 23. Juni? Ein kleiner Gang durch die Geschichte – und ein Blick darauf, was uns dieses Jahr bei den Feierlichkeiten erwartet. Die Tageszeitung „Luxemburger Wort“ erklärt, dass man in Luxemburg seit dem 19. Jahrhundert den Geburtstag des Monarchen gefeiert hat. Nur die Daten, die wechselten häufiger. Vor 1890 war das der König der Niederlande. Im Jahre 1850 wurde die offizielle Geburtstagsfeier von König Willem III, dem damaligen Großherzog von Luxemburg, von Februar auf dem 17. Juni verschoben. Ein Phänomen, das wir in der Neuzeit von der englischen Queen Elizabeth (Geburtstag im April, feier im Juni) kennen. Doch während bei ihr die Sorge ums britische Wetter dahintersteckt, hatte es in Luxemburg damals andere Grüne: „Kinneksdag“ (Königstag) wurde am Geburtstag von Willems Ehefrau Sophie gefeiert, weil sein eigener Geburtstag zu nah am Sterbetag seines Bruders lag.

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Großherzogin Charlotte, die von 1919 bis 1964 an der Spitze des Hauses stand, ließ an ihrem eigentlichen Geburtstag, den 23. Januar, feiern. Erst wenige Jahre vor ihrer Abdankung, 1961, entschloss man sich, den Tag in Zukunft am 23. Juni zu feiern, weil dann das Wetter besser sein würde. Eine Tradition, an der die Nachfolger Großherzog Jean und Großherzog Henri, festgehalten haben. Vielleicht besser so: Denn auch Jean hat früh im Januar Geburtstag und Henris Ehrentag liegt im April. Da bietet der 23. Juni doch viel mehr Chancen auf Paraden im trockenen und Partys in den Straßen.

Jedes Jahr besucht das großherzogliche Paar am Vorabend, den 22. Juni, eine luxemburgische Stadt. Dieses Jahr wird erbgroßherzogliche Paar. also Guillaume und Stéphanie, nach Esch-sur-Alzette fahren, während Henri und Maria Teresa die Gemeinde Bettembourg besuchen. Abends gibt es in Luxemburg-Stadt einen Fackelzug und Feuerwerk.

Am 23. Juni findet eine zivile Zeremonie in der Philharmonie, eine Militärparade in der Avenue de la Libert, sowie ein „Te Deum“ in der Kathedrale statt. Am Abend gibt es auch noch einen Empfang im großherzoglichen Schloss. Während Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa am Nationalfeiertag 2016 noch von all ihren fünf Kindern und drei Schwiegertöchtern begleitet wurden, könnten dieses Jahr jedoch viel weniger Familienmitglieder mit dabei sein. Offiziell im Programm eingeplant sind nämlich nur das Großherzogspaar sowie Erbgroßherzog Guillaume mit seiner Stéphanie. Werden sie die einzigen bleiben, die sich auf der Treppe des Schlosses aufreihen?

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Prinz Félix und Prinzessin Claire könnten möglicherweise auf ihrem Weingut „Les Crostes“ im Süden von Frankreich feiern. Laut ihrem Facebook-Konto wird dort am 23. Juni den Nationalfeiertag begangen. Beide zeigen sich mit den Kindern Liam und Amalia auf dem Schloss-Balkon und hören dazu ein Ständchen der „Harmonie Municipale de Luxembourg“ an.

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26. Juni 2017 at 12:52 Hinterlasse einen Kommentar

Früher war er ein kleiner Unruhestifter

Heute ist Prinz Harry ohne Frage einer der beliebtesten Royals der Welt. Jetzt gab er zu, dass es einen Punkt vor einigen Jahren gegeben habe, an dem er einfach nur „raus wollte“. Raus aus dem Dasein eines Royals, um stattdessen ein „normales Leben“ zu führen. In einem offenen Interview mit dem Prätendent unseres Hauses zitiert, erzählte Harry, dass er nach seiner Zeit beim Militär einfach nur seine Zeit vertrödelt habe und „nicht erwachsen werden wollte“. Als 2007 bekannt geworden war, wo er in Afghanistan stationiert war und aus Sicherheitsgründen abgezogen wurde, sei er „äußerst aufgebracht“ gewesen. „Beim Militär zu sein war die beste Ausflucht, die ich jemals hatte. Ich fühlte mich, als ob ich wirklich etwas erreichte.“ Er habe sich als Teil eines Teams gefühlt: „Ich war kein Prinz, ich war nur Harry.“

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Vor allem aus Loyalität zu seiner Großmutter, der Queen, sei Harry damals aber doch ein Royal geblieben: „Ich habe gefühlt, dass ich raus wollte, habe mich dann aber dazu entschieden zu bleiben und eine Rolle für mich auszuarbeiten.“ Mit professioneller Hilfe, zu der ihm sein Bruder Prinz William, geraten hatte, fand Harry diese Rolle. Heute setzt er sich für verletzte Soldaten ein, macht auf psychische Probleme aufmerksam und geht regelrecht auf in zahlreichen Aktionen für den guten Zweck.

So initiierte er die „Invictus Games“, eine Sportveranstaltung für kriegsversehrte Soldaten, die 2017 zum dritten Mal stattfinden und in Toronto ausgetragen werden. 2018 geht es für den Wettbewerb nach Australien. Als Harry vor wenigen Wochen in Sydney die „Invictus Games“ vorstellte, kam es zu folgender rührenden Szene: Es sind Bilder, die ans Herz gehen – bei seinem Besuch in Sydney trifft Prinz Harry die 97-jährige Daphne Dunne. Die beiden umarmen sich herzlich und unterhalten sich fröhlich im strömenden Regen.

26. Juni 2017 at 12:48 Hinterlasse einen Kommentar

Jetzt platzt Prinz Carl Philip endgültig der Kragen!

Genug ist genug! Das dachte sich nun auch Prinz Carl Philip – dem Royal platzte wegen den Zickereien zwischen Prinzessin Madeleine und Prinzessin Sofia nun endgültig der Kragen. Aus Prinzessin Madeleine und Prinzessin Sofia werden in diesem Leben vermutlich nicht die besten Freundinnen, aber neueste Streitereien brachten das Fass zum Überlaufen. Zumindest Sofias Mann und Maddes Bruder – Prinz Carl Philip – hatte endgültig genug von dem Zickenzoff.

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Dass die beiden Frauen sich nicht besonders gut leiden können, wurde schon öfters berichtet. Ein Grund: Prinzessin Madeleine ist mit der Ex-Freundin ihres Bruders noch heute gut befreundet. Die inzwischen selbst verheiratete Emma Pernald war zehn Jahre die Freundin des Prinzen und bei Madde sehr beliebt – doch dann kam Sofia. Wegen ihr durfte Emma angeblich auch nicht die Patin von Prinz Nicolas, dem Sohn ihrer Schwägerin, werden. Ein äußerst sensibles Thema im schwedischen Königshaus. Doch ein neuer Krach sorgte für reichlich Zündstoff. Vor Kurzem feierte feierte Prinzessin Madeleine ihren 35. Geburtstag in Stockholm und lud ihre Freundinnen ins angesagte Restaurant Milles ein. Alle, außer Prinzessin Sofia.

Ein Affront, der nicht unbemerkt blieb. Prinz Carl Philip platzte der Kragen! Ein Insider verriet gegenüber der Redaktion unseres Hauses Details zur peinlichen Situation und wie der Prinz seine Gattin unterstützte: „Er wurde richtig wütend. Jetzt ist es genug, Sofia ist seine Frau und Madeleine seine Schwester, sie hätte sie einladen müssen.“Berichten zufolge soll sich Madde die zornigen Worte ihres Bruders zu Herzen genommen haben. Carl Philip ist normalerweise ein ruhiger, besonnener Zeitgenosse – wenn er laut wird, höre seine Schwester angeblich zu. Jetzt soll es ein Art Vereinbarung geben: Niemand darf mehr ausgeschlossen werden. Ob das das Verhältnis zwischen Prinzessin Sofia und Prinzessin Madeleine verbessern wird?

26. Juni 2017 at 12:43 Hinterlasse einen Kommentar

Festival im Norden

Am ersten Tag des „Hurricane“-Festivals im niedersächsischen Scheeßel haben Bands ihren Unmut gegenüber Terror und dem US-Präsidenten Donald Trump zum Ausdruck gebracht. Und das mit lautstarken Parolen wie „Fuck you Donald Trump“ untermauert. „Fuck you Donald Trump“, rief Billie Joe Armstrong, Sänger der US-amerikanischen Punk-Band Green Day, Zehntausenden Fans nach der Zugabe „American Idiot“ zu. Green Day spielte als Top-Act am Freitagabend auf dem dreitägigen Musikfestival.

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Auch Dan Raynolds, Frontmann der Band Imagine Dragons, richtete eine politische Botschaft an seine Fans. „Terror wird nie gewinnen, Musik wird immer erfolgreich sein (Terror will never win, music will always succeed)“, rief der Sänger unter großem Beifall des Publikums. Wir würden heute in einer Welt voller Ungewissheiten leben, aber ohne Angst zusammenkommen, sagte Raynolds.

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Auf dem „Hurricane“ sind rund 78.000 Musikfans versammelt. Gleichzeitig findet in Neuhausen ob Eck (Baden-Württemberg) das Zwillingsfestival „Southside“ statt.

26. Juni 2017 at 12:41 Hinterlasse einen Kommentar

Als König ein Kriegsherr

Mohammed bin Salman ist jung, schon das macht den künftigen König Saudi-Arabiens in seiner Heimat zu einem politischen Popstar. Seine Bilanz aber ist verheerend. Der 31-Jährige setzt gegenüber dem Nachbarn Katar auf Konfrontation. Dem Iran droht er sogar mit Krieg. Vor zweieinhalb Jahren war Mohammed bin Salman noch ein Prinz unter Hunderten im Königreich Saudi-Arabien.

Er soll gern Wasserski im Roten Meer gefahren und nach Japan gereist sein. Bis sein Vater Salman König wurde. Seit Januar 2015 hat der Greis seinen heute 31 Jahre alten Sohn als Nachfolger aufgebaut und ist seit geraumer Zeit zum Gesicht des ölreichen, streng islamischen und autoritär regierten Landes geworden. – und ihn schließlich am Mittwoch zum Kronprinzen gemacht. Mohammed bin Salman, der bislang auf Rang zwei in der Erbfolge stand, ersetzt seinen entmachteten Neffen Mohammed bin Naif (57). Dies geht aus einem königlichen Erlass vor, den die staatliche Nachrichtenagentur Spa veröffentlichte. Damit wird zeitgleich ein wichtiger Teil der Königsfamilie entmachtet.

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Heute gilt „MbS“, wie die saudi-arabischen Medien den politischen Shootingstar nennen, als eigentlicher Hintermann der aggressiven Politik Riads. Der gut genährte Prinz, ältester Sohn der dritten Frau des Königs, steht im Ruf, impulsiv zu sein. Als neu ernannter Minister für Verteidigung sollte er die aufbegehrenden schiitischen Huthi-Rebellen im Nachbarland Jemen zurückdrängen. Er entschied sich für Luftangriffe. Mehr als zwei Jahre danach sind die Huthis immer noch stark, dafür aber Tausende Zivilisten getötet.

Unter der Verantwortung von Mohammed bin Salman gab es Bombardements auf Trauerfeiern, Hochzeiten und Märkte. Auch bei der gegenwärtigen Isolation des Golfstaates Katar, der den Saudis schon lange ein Dorn im Auge ist, wird Mohammed bin Salman nach Expertenmeinungen eine entscheidende Rolle gespielt haben. Nicht nur in Katar selbst, dem Saudi-Arabien Terrorfinanzierung vorwirft, wird der Kronprinz als Drahtzieher der Blockade gesehen. Die Folgen dieses Vorstoßes für das Pulverfass Nahost mit vielfältigen Verflechtungen, Abhängigkeiten und Rivalitäten sind unabsehbar – auf jeden Fall aber gefährlich.

„Seine Politik ist von außerordentlicher Aggressivität und Entschlossenheit geprägt“, so der Saudi-Arabien-Experte aus der Redaktion unseres Hauses. Die Entscheidungen im Jemen seien voreilig, falsch und unerfahren gewesen. „Die bisherige vorsichtige diplomatische Haltung der älteren Führungsmitglieder der Königsfamilie wird durch eine impulsive Interventionspolitik ersetzt.“

Der Enkel des Staatsgründers, der nie außerhalb des Königreiches studierte, soll sonst einen braven Lebensstil pflegen. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama sagte über ihn in einem Interview mit dem arabischen Nachrichtenkanal „Al-Arabija“, er sei „sehr sachkundig, sehr klug. Ich denke, er ist sehr weise für sein Alter“. Der Auftritt auf der internationalen Bühne jedenfalls liegt dem bärtigen Kronprinzen offensichtlich. Beim pompösen Empfang für US-Präsident Donald Trump in Riad gelang Prinz Mohammed – der bei Auslandsbesuchen seinen Vater schon längst vertritt – etwas, dass man mit Geld nicht kaufen kann: Den vollen und unkritischen Rückhalt der USA zu gewinnen – nicht nur im Machtkampf mit dem Erzrivalen Iran.

Ein Freifahrtsschein, den er auch benutzen will. Ein Zitat aus einem Interview vom Mai spricht für sich: „Die Kaaba der Muslime (in Mekka) zu erreichen, ist das Hauptziel des iranischen Regimes. Wir werden nicht warten, bis die Schlacht in Saudi-Arabien ist. Aber wir werden daran arbeiten, dass die Schlacht stattdessen im Iran stattfindet.“ Probleme könnte Mohammed dabei aus dem Herrscherhaus selbst bekommen.

In den vergangenen Jahren machte er sich mit seinem politischen Durchmarsch und seiner Art jedenfalls einige Gegner. Auch die komplette Entmachtung des bisherigen Kronprinzen und angesehenen Innenministers Mohammed bin Naif könne Steinberg zufolge Spannungen auslösen. Die Änderung der Thronfolge sei „eine kleine Revolution“ gegen den Block der „Sudairis“ im Königshaus gewesen, zu denen bin Naif gehört. Bei den „Sudairis“ handelt es sich um männliche Nachkommen, die Ibn Saud mit seiner Lieblingsfrau Hissa bin Sudairi zeugte.

Heftige Gegenwehr erwartet Steinberg trotz der Entmachtung eines ganzen Teils der Königsfamilie aber nicht. Dafür sei Mohammed bin Salman nun zu gefestigt. Bislang erklommen in Saudi-Arabien stets Söhne von Staatsgründer Ibn Saud den Thron. Mit dieser Tradition wird Mohammed bin Salmans Krönung endgültig brechen. Die Macht wird auf die Enkelgeneration übergehen, wenn der kranke König stirbt. Keinen Greis mehr auf dem Thron zu haben, wird die Politik in Saudi-Arabien effektiver machen. Innenpolitisch steht Kronprinz Mohammed denn auch für die Erneuerung. Er leitet den Umbau der Wirtschaft weg von der Abhängigkeit vom Öl und will dabei auch die Gesellschaft des Landes modernisieren. Die ersten Ansätze einer Öffnung, mehr Frauenrechten und Freiheiten sind bereits sichtbar.

Nach außen hin aber steht zu befürchten, dass Saudi-Arabien ein aggressiver Spieler bleiben wird. So wie der Mann, der bald auf seinem Thron sitzt.

26. Juni 2017 at 12:39 Hinterlasse einen Kommentar

Das Phänomen eines Krabbenbrötchen

Die Fischbude „Brücke 10“ an den St. Pauli Landungsbrücken in Hamburg hat den Ruf, die besten Fischbrötchen der Stadt anzubieten. In Gastro-Tipps werden vor allem die Krabbenbrötchen gelobt. Für die müssen Kunden im Moment tief in die Taschen greifen: 11,50 Euro kostet der Snack.

Auf ihrer Homepage entschuldigen sich die Imbissbetreiber: „Sorry!“ steht in Klammern hinter dem Preis. An anderer Stelle heißt es: „Wir wollen Euch nicht beschubsen.“ Für eine korrekte Kalkulation sei der Preis eigentlich immer noch zu knapp bemessen.

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Die Krabbenpreise explodieren, und das schon seit längerem. „Gerade letzte Woche ist der Einkaufspreis wieder gestiegen“, sagt Frederick Fiedler, Geschäftsführer des gleichnamigen Bremerhavener Fischunternehmens. „So ein Preisniveau habe ich noch nicht erlebt“, betont Philipp Oberdörfer, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer in Cuxhaven. Grund sind die geringen Fänge. Schon im vergangenen Jahr hatten die Krabbenfischer an der Nordsee einen Negativ-Rekord vermeldet: Im Vergleich zu den 11 000 Tonnen vom Vorjahr hatte sich die Ausbeute 2016 fast halbiert. Zurzeit sieht es nicht besser aus. Selbst 1990, das als letztes Krisenjahr gilt, waren die Zahlen nicht so schlecht wie jetzt.

Schuld daran ist den Krabbenfischern zufolge vor allem der Wittling: Die dorschartigen Fische, die sich massenhaft vermehrt haben, fressen die kleinen Nordseegarnelen weg, bevor sie groß genug für die Netze der Kutter sind. Das hat Folgen für Markt und Verbraucher. Als es 2011 Krabben im Überfluss gab, war der Erzeugerpreis auf bis zu 1,30 Euro für ein Kilogramm ungeschälte Schalentiere gefallen. 2015 waren es im Durchschnitt wieder mehr als 3,60 Euro für ein Kilo, 2016 schon mehr als acht Euro. In der vergangenen Woche kletterte der Erzeugerpreis schließlich auf 13 Euro. „Die Fischer schaffen es mit den derzeitigen Preisen gut, trotz der geringen Fänge über die Runden zu kommen“, so Oberdörfer. Dennoch sei die Situation auch für sie unbefriedigend, wenn sie – überspitzt formuliert – auf dem Kutter „jede Krabbe einzeln nach unten in den Kühlraum bringen können“.

Im bei Touristen beliebten Fischgeschäft der Butjadinger Fischereigenossenschaft im Nordseebad Fedderwardersiel heißt es nun öfter mal „ausverkauft“. „Es kommt ja nichts ran“, sagt Mitarbeiterin Cornelia Reunitz. Das Krabbenbrötchen kostet bei ihr inzwischen 7,50 Euro. „4,50 oder 5 Euro sind eigentlich normal. So einen hohen Preis hatten wir noch nie.“ Genügend Käufer gebe es dennoch. „Die Urlauber, die zu uns kommen, sagen: Das gönne ich mir.“ 100 Gramm Fleisch gehöre auf das Brötchen, daran werde auch derzeit nicht gespart.

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Beim Meeresdelikatessen-Geschäft „Fiedler“ im Ausflugsziel „Schaufenster Fischereihafen“ in Bremerhaven kostet ein Krabbenbrötchen gerade mit sechs Euro zwar weniger als in Fedderwardersiel – allerdings kommen auch nur 50 Gramm Fleisch drauf. Trotzdem ist die Nachfrage ungebremst: „Es ist immer noch unser meistverkauftes Fischbrötchen“, sagt Geschäftsführer Frederick Fiedler. Auch an den Hamburger Landungsbrücken wird der teure Snack weiterhin verlangt. Zwar stiegen manche Kunden auf andere Fischbrötchen um. „Leute, die die Krabbe wirklich mögen, nehmen den Preis aber in Kauf“, sagt eine „Brücke 10“-Mitarbeiterin.

Die Fischer hoffen derweil, dass die Fangmenge im Spätsommer wieder steigt. „Zweidrittel der Jahresmenge wird im zweiten Halbjahr gefangen“, erklärt Oberdörfer. Wenn die nächste Krabbengeneration herangewachsen ist, könnten auch die Preise wieder sinken. Der Bestand unterliege natürlichen Schwankungen, vorhersehbar seien diese nicht. „Das ist auch für uns eine Blackbox“, sagt der Experte.

26. Juni 2017 at 12:36 Hinterlasse einen Kommentar

Fliegende Taxis

Da die Straßen verstopft sind, sollen fliegende Taxis aushelfen – so sieht ein Verkehrskonzept der Zukunft für staugeplagte Megacities aus. Dubai startet nun ein Pilotprojekt – mit einer Firma aus Baden und ihrem Elektro-Multicopter.

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Passagierdrohnen einer Firma aus Bruchsal sollen als autonome Lufttaxis in Dubai eingesetzt werden. Am Anfang der Partnerschaft soll eine fünfjährige Testphase stehen, wie das Unternehmen e-volo und die Behörden des Emirats am Montag mitteilten. Erste Versuche seien für das Schlussquartal dieses Jahres geplant, sagte Mitgründer Alexander Zosel. Nach seinen Angaben ist die Firma der erste Hersteller, der mit einem anderen Land eine Kooperation für ein autonomes Flugtaxi beschließt. Zum Auftragsvolumen oder weiteren Details der Pilotphase gab es zunächst keine Angaben.

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Die Vereinbarung über die Partnerschaft sei bereits unterschrieben, sagte Zosel. Ursprünglich hatte Dubai vor einigen Monaten verkündet, Lufttaxis mit der in China entwickelten autonomen Drohne des Anbieters Ehang testen zu wollen. Weltweit arbeiten auch andere Unternehmen wie Toyota oder Airbus an fliegenden Autos oder Multicoptern, die Einwohner von Großstädten ohne Stau von A nach B bringen sollen.

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Der Multicopter der Bruchsaler war im vergangenen Jahr erstmals bemannt geflogen. In Deutschland hat der Prototyp VC200 bereits eine vorläufige Zulassung als sogenanntes Ultraleicht-Luftfahrtgerät.

Die in Dubai geplante Testphase werde von der staatlichen Behörde RTA, zuständig für die Mobilität des Emirates, sowie der DCAA, der Behörde für Luftfahrt in Dubai, betreut. „Der Volocopter soll ein öffentliches Verkehrsmittel werden“, sagte Zosel. In Dubai sollten dazu auch zahlreiche „ports“ gebaut werden, also Orte, an denen die Lufttaxis starten und landen können.

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In Dubai, Hauptstadt des Emirats Dubai, leben rund zwei Millionen Menschen. Das Emirat will nach eigenen Worten bis 2030 ein Viertel seines Verkehrs auf autonomen Transport umgestellt haben. Die Entscheidung für die Partnerschaft mit e-volo sei wegen der hohen Sicherheitsstandards gefallen, die in Deutschland bei Entwicklung und Betrieb solcher Fluggeräte herrschten, hieß es.

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Die hubschrauberähnliche Drohne 2X, die in Dubai eingesetzt werden soll, ist für zwei Passagiere gedacht. Sie startet senkrecht mit Hilfe von 18 kleinen, kreisförmig angeordneten Rotoren. Für den deutschen Luftsportmarkt steht laut Zosel das „Taxi der Lüfte“ kurz vor seiner Markteinführung und soll 2018 in die Serienproduktion gehen. Hierbei wird der Volocopter aber von einem ausgebildeten Luftsport-Piloten gesteuert werden müssen.

26. Juni 2017 at 12:34 Hinterlasse einen Kommentar

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