Leontine Gräfin von Schmettow, eine Journalistin mit blauem Blut

8. Juli 2017 at 15:10 Hinterlasse einen Kommentar

Ihre Familie entstammt einem traditionsreichen schlesischen Adelsgeschlecht, das viele Staatsbeamte und Offiziere hervorgebracht hat. Nach dem Abitur im Schleswig-Holsteiner Internat Stiftung Louisenlund studierte Leontine Gräfin von Schmettow Geschichte, Politik und Literaturwissenschaften in Freiburg, Wien und Hamburg. Nebenbei schrieb sie für Lokalzeitungen und arbeitete beim Privatfernsehen sowie der Nachrichtenagentur dpa. Nach ihrem Hochschulabschluss volontierte sie beim NDR und lernte dort auch den ARD-Königshausexperten Rolf Seelmann-Eggebert und seine Filme kennen. Eines Tages klopfte sie an seine Bürotür im Sender und schlug ihm eine Reihe über deutsche Fürstenfamilien vor. Seelmann-Eggebert war angetan und ein halbes Jahr später fiel der Startschuss zur 13-teiligen gemeinsamen ARD-Fernsehreihe „Deutsche Fürstenhäuser“.

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Viele weitere Filme über hochadelige Familien und ihre Geschichte folgten. Regelmäßig kommentiert Leontine von Schmettow königliche Hochzeiten und sonstige „blaublütige“ Ereignisse in Fernsehen und Hörfunk, wie in der NDR Fernsehsendung Mein Nachmittag. Ihre Herkunft und ihr Name haben ihr dabei sicher manche Tür geöffnet. Stets auf dem aktuellen Stand fließen ihr historisches Wissen, ihre langjährige Erfahrung und ihre guten Verbindungen zu den europäischen Königshöfen und dem deutschen Hochadel in ihre journalistische Arbeit ein. „Das Interesse an den Royals ist groß und wird immer größer – gerade in Krisenzeiten orientieren sich die Menschen eben gerne an Traditionen und sehnen sich nach ein wenig Glanz am Hofe“, erklärt Leontine Gräfin von Schmettow der Redaktion unseres Hauses.

Während unzählige Mädchen davon träumen, Prinzessin zu sein, wünschen sich viele Königliche nichts sehnlicher, als ganz normale Menschen zu sein. Prinz Harry ist einer von ihnen. Durch seine jüngsten Äußerungen zur Monarchie wissen wir, wie schwer er sich immer mit seiner Rolle tat. Mehr noch: Er behauptet, dass eigentlich niemand aus seiner Familie König oder Königin sein möchte. Nur das Pflichtbewusstsein lasse ihn und seine Verwandten weitermachen. Natürlich gibt es auf der Welt schlimmere Schicksale, als in eine Königsfamilie hineingeboren zu werden. Klar, das Leben in der Öffentlichkeit bringt viele Unfreiheiten mit sich – aber werden die nicht hundert Mal wettgemacht durch Privilegien wie Schlösser, Bedienstete, Kontakte in mächtigste Kreise? Das sehen viele Royals nicht so. Anders als Schauspieler oder Musiker, die zu Superstars werden, haben sie sich die Bekanntheit und den vermeintlichen Ruhm nie ausgesucht. Viele empfinden es als Belastung, qua Geburt in einen Beruf hineingedrängt zu werden. Nicht wenige entwickeln in der Folge psychische Probleme.

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Kronprinzessin Victoria von Schweden etwa litt als Teenager unter einer schweren Essstörung. Schuld war der Druck, den sie verspürte, den Erwartungen gerecht zu werden, die ihre Familie und ein ganzes Volk an sie stellten. Nicht einmal verstecken konnte sie sich. Erst als Victoria zum Studieren in die Vereinigten Staaten ging, wo sie ein anonymes Studentenleben führen konnte, fand sie ihre Sicherheit wieder.

Von Märtha Louise von Norwegen weiß man heute, wie groß ihre Schwierigkeiten schon als Kind waren, mit der Prinzessinnen-Rolle klarzukommen. „Es war eine große Herausforderung für mich, an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Die Hochsensibilität machte mich verlegen und introvertiert“, so die Norwegerin, die heute eine Engel-Schule leitet.

Kronprinz Frederik von Dänemark rebelliert ebenfalls früh gegen das ihm vorgezeichnete Leben. König wollte er auf gar keinen Fall werden, sondern ausbrechen aus den starren Palastmauern. Die Folge: Angstzustände und Selbstmordphantasien. Erst während seiner Ausbildung bei den dänischen Kampfschwimmern versöhnte er sich mit seinem Schicksal, wie er später erzählte: „Ich habe eine innere Stimme entdeckt, die mir sagte: du kannst das!“

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Auch Prinz Harry hat seine Zeit beim Militär geliebt, war die Truppe doch der Ort, an dem er sich endlich normal fühlen konnte, als „einer von den Jungs“. Jede Sonderbehandlung lehnte er ab, konnte sogar durchsetzen, zweimal an die Front nach Afghanistan geschickt zu werden.

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Heute sagt er: „Die Monarchie setzt sich für das Gute ein. Wir sind dabei, sie zu modernisieren. Das tun wir nicht für uns, sondern um den Menschen etwas Gutes zu tun.“ Es braucht wohl einen Glauben wie diesen, um die Lebensaufgabe als Royal wirklich annehmen zu können. Gleichzeitig betonte er aber auch die Bedeutung der Monarchie und dass ihre Modernisierung wichtig sei.

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