Volk-Rock’n’Roller Andreas Gabalier rockte am Wochenende im Münchner Olympiastadion

Der Grazer Junge erfüllte sich und seinen Fans am Samstag einen wahrhaft großen Traum: Vor über 70.000 Anhängern legte Andreas Gabalier im ausverkauften Fußballtempel eine fulminante, dreistündige Bühnenshow hin. Mit nur 31 Jahren hat er das Kunststück hinbekommen, ein komplettes Stadion zu füllen. Beachtlich!

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Mit seiner originellen wie speziellen Mischung aus Rock, Volksmusik und Austro-Pop trifft der Österreicher also massenhaft ins Schwarze. Dennoch verhält es sich mit seiner Musik wie mit seinen politischen Ansichten: Gabalier polarisiert. Seine Musik liebt oder hasst man. Mit seinen Ergüssen zu Politik und Gesellschaft ist es ähnlich.

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Dass der schwer erfolgreiche „Steirer-Bua“ hinter konservativen Werten steht und seine Freundin als Mutter zu Hause sehen möchte, ist da noch das eine. Dass er 2015 mit Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ sympathisierte, schon das andere.

Wie gerne er aneckt, beweist nicht zuletzt sein Lied „A Meinung haben“, das auch zu seinem Konzert-Reportoire gehörte. „Wos is des bloß, / wo kummt des her / neue Zeit, neues Land / wo führt des hin? // Wie kann des sein / dass a poar Leut / glauben zu wissen, / wos a Land so wü. // Is des der Sinn einer Demokratie?“

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An seinen Songtext knüpfte er an: „Alles, was ich jetzt sagen will, sag ich lieber nicht – weil ich auf euch aufpassen muss.“ Ein kleines bisschen Endzeitstimmung, damit die euphorische Menge bloß nicht vor Freude abhebt und ihm verloren geht?

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Ganz im Sinne des Liedes hielt er auch danach in München vor seinem Meer aus Fans nicht hinter’m Berg, was er so für falsch und richtig hält. Als es auf die magische 23-Uhr-Grenze zugeht – Sperrstunde – bekommt Gabalier die Info wiederholt aufs Ohr. Es sei ein Skandal, dass man nicht einmal bis 23 Uhr feiern dürfe:

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„Dieses Land geht politisch den Bach runter“, raunte er daraufhin. Eine weitere düstere Diagnose des sonst so coolen Alpen-Elvis‘ – der an diesem Abend durchblicken ließ, dass er auch verdammt uncool sein kann. So eine Sperrstunde ist aber auch ärgerlich.

8. August 2016 at 04:26 Hinterlasse einen Kommentar

SPD-Moglerin Hinz will immer noch nicht gehen

Die Affäre um die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz, die sich jahrzehntelang zu Unrecht als studierte Juristin ausgegeben hat, bringt die Parteibasis in Unruhe.

Die Politikerin habe aber alle Ämter in ihrer Partei und in ihrem Essener Ortsverein niedergelegt, teilte der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Essen, NRW-Justizminister Thomas Kutschaty, am Donnerstag mit. Die 54-jährige Hinz habe ihre Essener Genossen in einer E-Mail informiert und angekündigt, sich „zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich zu äußern“.

Der SPD-Unterbezirk Essen hatte Hinz eine 48-Stunden-Frist gesetzt, um ihr Mandat niederzulegen. Diese Frist war am Mittwochabend verstrichen, ohne dass sich Hinz geäußert hatte. Ein Dreivierteljahr vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ist die Empörung der Sozialdemokraten über Hinz groß.

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Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Hinz entgegen bisheriger Angaben kein Abitur gemacht und kein Jurastudium abgeschlossen hat. Bereits im Juli hatte sie angekündigt, auf ihr Mandat zu verzichten – passiert ist bislang aber nichts. In der vergangenen Woche meldete sich Hinz beim Bundestag krank. Derzeit fehlt von ihr jede Spur.

Am Donnerstag will der örtliche Parteivorsitzende, Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty, erläutern, wie die Sozialdemokraten weiter mit diesem Fall umgehen wollen. Es gibt für sie kein Mittel, Hinz zum Mandatsverzicht zu zwingen.Hinz hatte sich vorige Woche in Berlin krank gemeldet und ist seitdem abgetaucht. Sie bat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) um ein Gespräch zu ihrer Mandatsniederlegung, doch erforderlich ist dies nicht.

Ein Abgeordneter kann jederzeit aus freiem Willen aus dem Parlament ausscheiden. Solange er Mitglied ist, hat er Anspruch auf die Diäten und eine Kostenpauschale. Da man Frau Hinz nicht rauswerfen kann , nimmt sie natürlich jeden Monat die 13.500 € mit. So leicht kann sie mit Sicherheit kein Geld verdienen. Das würde bedeuten, dass sie auch im September noch fast 14.000 Euro Abgeordnetenentschädigung und Kostenpauschale bekäme. Die Kostenpauschale von 4300 Euro bekäme sie einen Monat länger als die Abgeordnetenentschädigung – also womöglich bis Oktober.

Derzeit muss Hinz auch nicht damit rechnen, aus der Bundestagsfraktion ausgeschlossen zu werden. „Die Frage stellt sich nicht, weil Frau Hinz über ihre Anwälte erklärt hat, ihr Mandat niederzulegen“, sagte ein Sprecher. Daran werde sich auch nach Ablauf der Frist nichts ändern.

Erste Gerüchte um einen gefälschten Lebenslauf gab es schon 1989. Sie seien damals von den Jusos ins Spiel gebracht worden. Hinz soll sich fälschlicherweise als Studentin ausgeben haben, hieß es damals. Sehr wohl ungewöhnlich ist jedoch das, was einige Jahre später, rund um die Jahre 2004 und 2005 passierte. Aus der Studentin Hinz wurde plötzlich die Absolventin Hinz mit abgeschlossenem ersten und zweiten Staatsexamen in Jura. Offiziell im Studium eingeschrieben, aber nicht wirklich bestrebt, bald den Abschluss zu machen – nichts Ungewöhnliches. Schließlich studieren viele Jura und schließen nicht ab. Die Redaktion unseres Hauses kann sich nicht vorstellen, dass die SPD-Führung in all den Jahren nicht herausgefunden hat, dass Hinz ihr abgeschlossenes Studium erfunden hat. Da fragt man doch nach, man unterhält sich. War es etwa ein offenes Geheimnis in der Essener SPD, das Hinz keinen Studienabschluss hat? Die 54-Jährige hat bis heute nicht, wie angekündigt, ihr Bundestagsmandat niedergelegt. Sie ist krankgeschrieben und bezieht bis auf Weiteres volle Bezüge.

„In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit“, ließ sie über ihre Anwälte mitteilen.

8. August 2016 at 04:21 Hinterlasse einen Kommentar

Schlechte Nachricht für Flugreisende

Die Fluglinien Air Berlin und Condor lassen Passagiere auf Europaflügen künftig für Essen und Trinken zahlen. Air Berlin kündigte am Freitag ein entsprechendes Konzept mit dem Namen „Buy on Board“ an. Betroffen sind Kunden der Economy Class auf Kurz- und Mittelstreckenflügen in Europa. Die Umstellung soll noch in diesem Jahr kommen und ist Teil eines größeren Plans um Air Berlin aus dem Tief zu holen.

Deutschlands zweitgrößte Fluglinie steckt schon seit längerem in den roten Zahlen und wird nur von frischem Geld des Großaktionärs Etihad in der Luft gehalten. Neben Air Berlin bittet auch Condor künftig Passagiere zur Kasse. Nur noch Ende Oktober bietet die Fluglinie kostenlos Wasser, Kaffee und Tee an. Alles andere kostete schon vorher.

Wem das immer noch zu viel Geld ist, kann natürlich auch auf die immer wiederkehrenden Promotions warten, die in der First-Class zwar selten vorkommen, aber dennoch existieren. Besonders beliebt sind dabei sogenannte Partnertarife. Bei diesen zahlt z. B. bei der Swiss ein Passagier den vollen Preis, während bei der zweiten Person nur Steuern und Gebühren anfallen. Dadurch lassen sich mehr als 40 Prozent sparen. Wer darüber hinaus auch noch im Ausland startet, spart bisweilen bis zu 70 Prozent. Abflugorte im Ausland sind bei Langstreckenflügen meist günstiger. Möchte man beispielsweise nach Tokio reisen, sollte man den First-Class-Flug nicht ab Frankfurt buchen, sondern den Abflugort ins angrenzende Ausland verlegen. So spart man im Januar 2017 über 1300 Euro, wenn man in Mailand abfliegt. Noch deutlicher ist der Preisunterschied bei Flügen ab Zürich.

Während ein First-Class-Flug nach Johannesburg ab der Schweiz mit 11.624 Euro zu Buche schlägt, geht es ab Amsterdam bereits ab 4181 Euro nach Südafrika. Man zahlt also für den gleichen Luxus weniger als die Hälfte. Der Preisunterschied macht sich vor allem bei langen Strecken bemerkbar. Auch bei anderen Fluggesellschaften lassen sich auf diese Weise deutliche Rabatte realisieren, die zum Teil noch höher ausfallen.

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Am günstigsten ergattern Fluggäste aber mit Hilfe von Meilenprogrammen First-Class-Tickets. Insbesondere das Programm Miles & More der deutschen Lufthansa bietet zahlreiche Möglichkeiten für das Generieren von Meilen an. Statt diese beim Fliegen zu sammeln, erhält man bei Lufthansa nämlich auch Meilen für das Beantragen und den Einsatz einer Miles & More Kreditkarte oder für das Abschließen von Zeitschriftenabonnements, Mobilfunkverträgen, für den Einkauf bei bestimmten Händlern u.v.m..

1000 Meilen können auf diese Weise mit etwas Geschick für rund 10 Euro „erworben“ werden. Ein einfacher First-Class-Flug von Frankfurt nach Dubai, für den 62.000 Meilen eingesetzt werden müssen, gibt es somit schon für ca. 600 Euro zzgl. Steuern und Gebühren – also am Ende unter 1000 Euro. Der Rückflug kann dann z. B. in Economy-Class als reguläres Ticket gebucht werden. Neben exquisiten Speisen und Weinen bieten Airlines in der ersten Klasse Luxus pur: Bei Singapore Airlines gibt es im A380 großzügige Doppelbetten, bei Etihad sogar private Kabinen und bei Emirates zusätzlich noch große Badezimmer, in denen Gäste vor der Landung duschen können. Doch ein reguläres First-Class-Ticket lässt die Reisekasse schnell dahinschmelzen: Die Lufthansa verlangt nach Fernost im Schnitt 6000 Euro für Reisen in der ersten Klasse. Mit der richtigen Strategie können sich Reisende den Traum vom grenzenlosen Luxus über den Wolken zu moderaten Preisen verwirklichen.

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Richtige Sparfüchse können auch das Problem mit den leidigen Steuern und Gebühren geschickt umgehen. So werden beispielsweise ab Hongkong keine Kerosinzuschläge erhoben. Bucht man ein einfaches Lufthansa First-Class-Ticket von Hongkong nach Frankfurt, fallen neben den Meilen lediglich noch 20 bis 30 Euro für Steuern und Gebühren an. Zubringerflüge kann man günstig in der Economy-Class oder bei anderen Airlines in der Business-Class buchen.

8. August 2016 at 04:20 Hinterlasse einen Kommentar

Unikat erzielt Höchstpreis

Das Unikat Ford Mustang „Ole Yeller“ baut auf dem brachialen Shelby GT350 auf und wurde in Anlehnung an das legendäre US-Jagdflugzeug P-51D aufgebaut. Jetzt wurde die exklusive Sonderanfertigung versteigert – für satte 295.000 US-Dollar.

Der Auftrag für den Ford Mustang „Ole Yeller“ kam ursprünglich von der Experimental Aircraft Association (EAA) und hatte von Beginn nur einen Auftrag: Bei einer Auktion möglichst viel Geld für das Jugendprogramm der EAA einzubringen. Und das scheint gelungen zu sein. Beim EAA AirVenture in Oshkosh, Wisconsin kam der knallgelbe Renner für satte 295.000 Dollar – umgerechnet rund 264.000 Euro – unter den Hammer. Der berühmte US-Kampf- und Stuntpilot Bob Hoover, der einst mit dem Jagdflugzeug P-51D – dem Vorbild des Mustang „Ole Yeller“ – durch die Lüfte gejagt ist, wäre wohl stolz.

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Die amtliche Summe für das Einzelstück hat Hank Menke, Chef des US-Unternehmen OFS Brands aufbracht, der bei der Auktion am Ende die Nase vorn hatte und nun stolzer Besitzer des Mustang „Ole Yeller“ ist. Dementsprechend groß dürfte auch die Freude sein, vor allem beim Blick auf die Daten des Mustangs. Ausgestattet mit dem bekannten 5,2-Liter-V8 mit 526 PS macht dem werksgetunten Unikat so schnell keiner etwas vor. Die exklusive knallgelbe Lackierung und spezielle Carbon-Anbauteile werten den Kampfjet für die Straße weiter auf. Hinzu kommen exklusive Details, wie die grün abgehobenen Außenspiegel, der feststehende grün lackierte Heckflügel, edle Forgiato-Räder sowie speziell designte Recaro-Sportsitze und zahlreiche Logos im P-51D-Stil. Carbon-Teile, Recaro-Rennsitze, Forgiato-Räder mit Pirelli-Reifen, eine Brembo-Bremsanlage und andere Überarbeitungen der serienmäßigen Technik sollen dafür sorgen, dass das Muscle-Car auch auf der Rennstrecke eine gute Figur abgibt.

Der Ford „Ole Yeller“ Mustang ist nicht das erste Fahrzeug von Ford für die EAA: Bereits in den vergangenen acht Jahren wurden Einzelstücke entworfen, die insgesamt rund drei Millionen US-Dollar (2,7 Millionen Euro) eingebracht haben.

 

8. August 2016 at 04:17 Hinterlasse einen Kommentar

Trier hat eine syrische Weinkönigin

Vor dreieinhalb Jahren ist Ninorta Banho vor dem Krieg aus ihrem Heimatland Syrien geflohen – nun ist sie Weinkönigin in Trier. Die 26-Jährige bekam die Krone der Trier-Olewiger Winzer am Abend in ihre langen dunklen Haare gesetzt. Im kommenden Jahr werde sie die Winzervereinigung auf 30 bis 60 Veranstaltungen in der Stadt sowie auf Weinfesten in der Region bis hinein nach Luxemburg präsentieren, sagte der Vereinsvorsitzende Peter Terges.

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Die aramäische Christin ist nach Angaben der Trier-Olewiger Winzer die erste Geflüchtete, die in Deutschland ein solches Amt übernimmt. Sie selbst will „eine Botschafterin für die Integration“ sein.

Bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin wird Banho höchstwahrscheinlich aber nicht teilnehmen. Dafür müsste sie zunächst Weinkönigin des Anbaugebietes Mosel werden, sagte Terges. Dazu sei es nötig, Bücher über den Weinbau zu wälzen oder sogar Weinbau zu studieren, wozu Bahno neben ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Agentur für Arbeit Trier keine Zeit habe. Die 26-Jährige hatte vor der Flucht aus der nordsyrischen Stadt Kamischli Jura studiert.

„Manche Menschen fragen mich, warum wir keine Triererin zur Weinkönigin erkoren haben“, sagte Terges. Ähnliche Fragen habe er aber auch schon vor Jahren gehört, als die Winzervereinigung eine Frau aus Düsseldorf auswählte. Bahno war den Winzern bei einem Termin mit neuangekommenen Flüchtlingen als Übersetzerin aufgefallen. „Alle Flüchtlinge, die ich kenne, freuen sich für mich über mein neues Amt“, sagte sie.

In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz bereiten sich derzeit die amtierenden Weinköniginnen der 13 Anbaugebiete auf die Wahl zur Deutschen Weinkönigin vor. Dabei bekommen sie eine Rhetorik-Schulung, eine Stilberatung, Englischunterricht und ein Fotoshooting. „Das Amt hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt“, sagte Monika Reule, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts. Es reiche nicht mehr, ein Dirndl anzuhaben, ein Glas hochzuheben und einen Weinspruch aufzusagen.

8. August 2016 at 04:15 Hinterlasse einen Kommentar

Die Ehefrau des letzten Königs von Rumänien, Anne, ist gestorben

Die Ehefrau des rumänischen Ex-Königs Mihai (Michael) I., Prinzessin Anne von Bourbon-Parma, ist tot. Sie starb nach einem sehr erfüllten Leben am Montag im Alter von 92 Jahren im schweizerischen Morges, wie ihre Familie nach einem Statement in Bukarest bekanntgab.

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Ihr Mann Mihai (94), Spross aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen, amtierte als König von 1940 bis zu seiner Vertreibung durch die Kommunisten am 30. Dezember 1947. Im November 1947 hatte er Anne bei den Hochzeitsfeierlichkeiten der damaligen britischen Prinzessin Elizabeth II. und Philip Mountbatten in London kennengelernt. Nur 16 Tage nach dem ersten Treffen hielt der damals noch regierende König um Annes Hand an. Zurück in Rumänien – ohne seine Zukünftige – berichtete Michael I. der Regierung von seinen Heiratsabsichten, die nicht für gut befunden wurden. Ende Dezember wurde der Monarch von den Kommunisten abgesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs hatte Anne als Freiwillige in der Exil-Armee von Charles de Gaulle gedient und bekam dafür später Frankreichs Verdienstorden.

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Das war allerdings nicht die einzige Hürde, die das Paar überspringen musste. Während Anne römisch-katholischen Glaubens war, gehörte Michael zu den Orthodoxen. Ein Fakt, den die katholische Kirche nicht guthieß und deshalb eine Ehe nur dann zuließ, wenn Michael schwor, die Kinder, die dieser Ehe entsprangen, im katholischen Glauben aufzuziehen – das widersprach wiederum den Vorgaben der Monarchie und würde die Thronfolge durcheinander bringen. Auch das Vermitteln der Mütter der Verlobten bei Papst Pius XII. (†82) konnte nichts ausrichten. Am 10. Juni 1948 heirateten Anne und Michael trotzdem – in einer orthodoxen Zeremonie in Athen. 18 Jahre später, am 9. November 1966, nahmen sie doch noch an einer katholischen Zeremonie teil.

Die Ehe brachte fünf Töchter hervor: Kronprinzessin Margareta, Prinzessin Elena, Prinzessin Irina, Prinzessin Sophie und Prinzessin Maria. Das Ex-Königspaar lebte während des Kommunismus in den USA, Großbritannien und zum Schluss mit seinen fünf Töchtern im schweizerischen Versoix. 1997 wurde Mihai die Rückkehr nach Rumänien erlaubt.

Anne soll am Donnerstag (4. August) von der Schweiz nach Rumänien überführt werden. Im Schloss Peles in der Stadt Sinaia und im Königlichen Palast von Bukarest soll die Tote jeweils einen Tag aufgebahrt werden. Die ewige Ruhe wird die Frau, die zwar nie offiziell Königin war, aber dennoch von vielen als solche gesehen wurde, auf dem königlichen Friedhof der Stadt Curtea de Arges finden.

4. August 2016 at 05:33 Hinterlasse einen Kommentar

ÖBB übernimmt DB-Nachzüge

Bahnfahrer werden auch künftig Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen in Deutschland nutzen können. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Großteil der Verbindungen ersetzen, die die Deutsche Bahn (DB) aufgibt. Das geht aus internen Unterlagen hervor, in denen die Trassenanmeldungen für den Nachtzugverkehr im kommenden Jahr dokumentiert sind. Sie liegen dem Grünen-Bundestagsabgeordneten und Bahnexperten Matthias Gastel vor. Nach dpa-Informationen soll das neue Nachtzugkonzept im September offiziell vorgestellt werden.

Die ÖBB werden nach den vorliegenden Trassenanmeldungen täglich drei Euronight-Züge (EN) mit Schlaf-, Liege- und Sitzwagen zusätzlich durch Deutschland fahren lassen. Sie sollen auf folgenden Strecken unterwegs sein: Düsseldorf-Köln-Frankfurt-München-Innsbruck, Hamburg-Berlin-Frankfurt-Karlsruhe-Basel und Hamburg-Hannover-Würzburg-München-Innsbruck.

Auch für die Achse Basel-Zürich-Prag ist ein Nachtzug vorgesehen. Sechs andere Nachtreisezüge der ÖBB mit Teilabschnitten in Deutschland sollen unverändert verkehren. Keine Informationen lagen Gastel zu den Nachtverbindungen von München nach Mailand, Venedig und Rom vor.

Beide Bahngesellschaften wollten zu den Strecken keine Auskunft geben. „Das Nachtzugsegment ist interessant für uns, wir wollen es ausbauen“, sagte ein ÖBB-Sprecher auf Anfrage. Konkrete Verbindungen könnten noch nicht genannt werden. „Wir rechnen damit, dass wir im Herbst Nägel mit Köpfen machen können“, fügte er hinzu.

Die Deutsche Bahn führt nach eigenen Angaben bereits seit Monaten mit den ÖBB Gespräche über den Weiterbetrieb klassischer Nachtzüge. Sie selbst will unabhängig davon die Zahl ihrer Nacht-ICE, nur mit Sitzen, erhöhen. Die Deutsche Bahn hatte Ende 2015 bekanntgegeben, alle bisherigen Linien des klassischen Nachtzugverkehrs in diesem Dezember „in einem Schritt“ einzustellen. Als Grund wurden jahrelange Verluste in diesem Geschäft genannt. So seien 2015 bei rund 90 Millionen Euro Umsatz 31 Millionen Euro Minus herausgekommen. Die meisten Züge seien mehr als 40 Jahre alt, die nötigen Investitionen in die Modernisierung ließen sich nicht wieder hereinholen, stellte das Unternehmen fest.

Für die Deutsche Bahn sind die Nachtzüge ein Nischengeschäft. Zuletzt gab es 1,3 Millionen Buchungen pro Jahr. Somit war nur einer von Hundert Fahrgästen mit einem Schlaf- oder Liegewagen unterwegs.

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Die ÖBB machen dagegen mit den Nachtreisezügen 17 Prozent ihres Umsatzes. Im Mai hatte der ÖBB-Aufsichtsrat den Kauf von bis zu 60 gebrauchten Schlaf- und Liegewagen und 15 Autotransportwagen genehmigt. Bis Mitte 2019 sollen außerdem 20 ÖBB-Intercity-Wagen zu Liegewagen umgebaut werden, für die es bereits eine Designstudie gibt. Inwieweit die ÖBB auch den Autozugverkehr in Deutschland wiederbeleben wollen, ist noch offen. Möglich wäre, an einige der Nachtzüge auch Autowagen zu hängen.

Weltpolitik im Hotel Taschenbergpalais in Dresden-Altstadt

Jedes Jahr trifft sich irgendwo auf der Welt eine Gruppe von reichen und einflussreichen Menschen. Sie debattieren drei Tage lang abgeschottet und in geheimen Gesprächen über die Lage der Welt, zuletzt im Juli in einem Luxushotel in Dresden, im Jahr davor im österreichischen Telfs.

Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen, was besprochen wird, dringt nicht nach außen. Die Besonderheit der Treffen: Es gilt die sogenannte Chatham House Rule. Es kann also allgemein über Gespräche berichtet, aber deren Inhalt niemals mit Namen zitiert werden. Zwischen 130 und 140 Frauen und Männer aus mehr als 20 Ländern gehören zu der illustren Runde. Es sind Politiker, Unternehmer, Könige, Journalisten, Militärs, Geheimdienstler, vorwiegend aus den USA, Europa und Kanada.Die Teilnehmer der Bilderberger-Konferenzen lesen sich wie ein Who-is-who der internationalen Elite. Im Lauf der Jahre waren unter anderem dabei: Die ehemalige Königin Beatrix von Holland, Kanzlerin Angela Merkel, die Ex-US-Präsidenten Bill Clinton und Gerald Ford, der frühere US-Außenminister Henry Kissinger, die ehemaligen britischen Premiers Margaret Thatcher und Tony Blair sowie die Wirtschaftsbosse Bill Gates, Eric Schmidt von Google und Siemens-Chef Joe Kaeser. Die Bilderberger sind keine formelle Organisation, es gibt keine Mitgliedschaften, keine Verträge und keine offiziellen Beschlüsse.

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Abgesehen davon, dass es angesichts der Teilnehmerliste doch sehr fraglich ist, wie es zu ernsthaften widersprüchlichen Sichtweisen kommen soll, verstehen sich die Bilderberger offensichtlich als Gestaltungsmacht der Welt. Man will die Welt besser verstehen, grenzt aber alles jenseits des Militärbündnisses der NATO konsequent aus. Ein Treffen von Superreichen, Militärs, Geheimdienstchefs, Industrie und Finanzwirtschaft, das sich gerade einmal aus Entscheidern aus 20 Ländern zusammensetzt, wird kaum zum gegenseitigen Verständnis beitragen können. Man will nicht im demokratischen Sinne miteinander reden, sondern man redet über etwas oder jemanden. China, Russland und der „Nahe Osten“ sollen Themen sein. Nur wie will man seine Perspektive bereichern, wenn keine Russen, Chinesen oder Araber eingeladen sind. Es ist die Reproduktion und Verfestigung, die gegenseitige Versicherung, der immer gleichen Sichtweise.

1954 fand die Bilderberger-Konferenz erstmals statt, eingeladen hatte der niederländische Prinz Bernhard ins Hotel de Bilderberg in Oosterbeek. Das Treffen sollte wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ungezwungene und informelle Gespräche zwischen Westeuropa und den USA ermöglichen. Die Mächtigen der Welt sollten mehr und besser kommunizieren, um in Zukunft Kriege und Katastrophen zu verhindern. Die Konferenzen stehen nach eigener Aussage unter dem Motto „Diskussion und Dialog fördern“. Erst seit 1972 sind auch Frauen bei den Konferenzen dabei.

Dabei sein darf nur, wer eine Einladung bekommt: Sie wird durch den Vorsitzenden und die beiden ehrenamtlichen Generalsekretäre ausgesprochen. Der aktuelle Vorsitzende ist seit 2010 Henri de Castries, Vorstandsvorsitzender des französischen Versicherungskonzerns Axa. Mehrere Jahre lang hatte der ehemalige deutsche Präsident Walter Scheel dieses Amt inne. Je einer der Generalsekretäre ist für die USA und einer für Europa und Kanada zuständig. Außerdem gibt es einen achtköpfigen Lenkungsausschuss, der nicht gewählt, sondern vom Vorsitzenden bestimmt wird. Immer gehören zwei Teilnehmer aus Deutschland zum Ausschuss. Einer ist für Finanzen und einer für Themen und Redner zuständig. Die beiden Posten besetzen seit vielen Jahren jeweils ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und ein Vertreter der Chefredaktion der „Zeit“. Die Kosten für ihre Teilnahme sollen die Bilderberger selbst übernehmen, sie sind als Privatpersonen und nicht als Amtsinhaber dabei. Allerdings muss die Polizei die Sicherheit der Elite gewährleisten und die Tagungsorte abschirmen.

Worüber reden die eingeladenen Finanzminister beim Thema „Geopolitik der Energie-und Rohstoffpreise“ mit dem Vorsitzenden von BP, dem Vize-Vorsitzenden des portugiesischen Erdölgiganten Galp Energia oder dem CEO von Shell? Ist Ursula von der Leyen eingeladen, um über die Doppelbelastung einer siebenfachen Mutter und gleichzeitiger Berufstätigkeit vorzutragen? Hält Wolfgang Schäuble ein Plädoyer für die Inklusion körperlich Beeinträchtigter? Oder sind die Personen eben doch als Funktionsträger eingeladen?

Der siebtgrößte Rüstungskonzern der Welt, die Airbus Group, ist Hauptsponsor des diesjährigen Bilderbergtreffens. Lädt dieser Milliardenkonzern die Mutter von der Leyen ein oder doch eher die Verteidigungsministerin von der Leyen? Möchte sich der ehemalige Oberbefehlshaber der Nato Philip M. Breedlove über Kinderbetreuung unterhalten oder doch eher über sein Lieblingsthema den seines Erachtens nach größten Feind des Weltfriedens Russland?

Sind es private Gespräche, wenn die Verteidigungsministerin, der Finanz- und der Innenminister mit dem ehemaligen Chef des britischen Geheimdienstes MI6 oder mit David Petraeus plaudern, dem ehemaligen CIA-Direktor und Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen im Irak und Verantwortlicher für unzählige Geheim- und Foltergefängnisse?

Aber es gibt keine Pressekonferenzen, nichts soll nach außen dringen. Und das, obwohl auch viele hochrangige Journalisten dabei sind. Sie müssen sich allerdings verpflichten, nicht direkt zu berichten. All das finden viele Menschen irritierend: Setzt sich die Weltelite wirklich nur zwanglos zusammen und netzwerkt? Oder steckt doch mehr dahinter?

In vielen Blogs werden die wildesten Spekulationen angestellt. Verschwörungstheoretiker sind sicher: Die Bilderberger beschließen etwas, das Geheimdienste und Regierungen dann umsetzen müssen. Die geheime Gruppe ist damit die eigentliche Regierung der Welt. Sie hat die Macht, so wird gemutmaßt

Man könnte also ebenso fragen, ob es nicht sogar förderlich für demokratische Prozesse ist, wenn sich die Meinungsführer der Welt zum zwanglosen Austausch treffen, weil niemand bei diesem Treffen Ergebnisse von ihnen verlangt.“ Natürlich, man schließt konsequent die Mehrheit der Länder aus, ernennt sich selbst zum „Meinungsführer der Welt“ und glaubt auch noch tatsächlich, alle Menschen sollten einem doch dankbar sein, schließlich solle die Welt am eigenen Wesen genesen.

Warum konzentriert man sich so auf die Geheimhaltung von Bilderberg, wenn es jeden Tag Zehntausende Treffen gibt, deren Inhalt nicht öffentlich ist? Es ist kein Parlament, keine operative Organisation. Es ist eine informelle Gruppe, die über verschiedene Themen spricht und die Diskussion hinter verschlossenen Türen führt, um die Gespräche zu erleichtern? Die Kritik an der Geheimhaltung sei daher nicht gerechtfertigt.

Die Bundesregierung scheint mit der mangelnden Transparenz bei Bilderberg ebenfalls keine Probleme zu haben. „Auf der Bilderberg-Konferenz findet ein informeller Gedankenaustausch über aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen statt. Austausch und Dialog, insbesondere in internationalen Formaten, sind der Bundesregierung grundsätzlich wichtig, auch ohne dass hierbei konkrete Ergebnisse erzielt werden müssen“, heißt es nüchtern in der Antwort auf die Redaktionsanfrage unseres Hauses.

31. Juli 2016 at 18:05 Hinterlasse einen Kommentar

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