In einer Serie stellt die Redaktion unseres Hauses auf einer ganzen Seite Adelshäuser vor.

Verantwortung hat diese Familie schon immer übernommen. Die von der Schulenburgs blicken auf eine 800-jährige Familiengeschichte mit zahlreichen bekannt gewordenen Vertretern zurück, darunter Feldmarschall Johann Matthias von der Schulenburg, der Korfu gegen die Türken verteidigte. Ebenfalls zwei Hitler-Attentäter, die nach dem missglückten Attentat am 20. Juli 1944 hingerichtet wurden. Eine Familie die bisher 55 Generäle und fünf Feldmarschälle hervorgebracht hat.

Alexander Graf von der Schulenburg

Es war im Januar 1946, als Alexander Graf von der Schulenburgs Eltern ihr Schloss in Angern, rund 25 Kilometer nördlich von Magdeburg, verlassen mussten. Viele Jahre später, er war gerade einmal 20, machte sich der Sohn von Hamburg aus zu diesem abgelegenen Ort auf. „Mein Vater ist vor der Wende gestorben. Und als sich dann die Möglichkeit bot, da musste ich mich einfach drum kümmern“, sagt der heute 44-Jährige. Was hieß: die Traditionslinie wieder aufnehmen. „Seit 1448 sind Schulenburgs in diesem Schloss. Mit nur zwei Unterbrechungen – dem 30-jährigen Krieg und der DDR-Zeit“, erzählt der IT-Berater, Biobauer, Forstwirt und dreifache Familienvater.

Alexander Graf von der Schulenburg und seine Frau Petra haben den jahrhundertealten Familienbesitz mehr als ein halbes Jahrhundert nach Enteignung und Vertreibung zurückerworben und aufwändig rekonstruiert. Zu DDR-Zeiten war in dem Schloss eine Berufsschule untergebracht, nach der Wende verfiel der Bau. Längst aber ist wieder Leben eingekehrt: Die Schulenburgs haben in dem Schloss Wohnungen eingerichtet, die sie vermieten – bevorzugt an junge Familien mit Kindern.

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Die Familie gehört zu Adelshäusern, die nach der Zeitenwende in Ostdeutschland erfolgreich wieder Fuß gefasst haben und mit ihrem Engagement den Besitz wieder aufblühen ließen und sich in vielfältiger Weise im gesellschaftlichen Leben ihrer Gemeinden engagieren.

Günther Graf von der Schulenburg

Günther Graf von der Schulenburg hat im Hauptberuf ein landwirtschaftliches Gut (http://www.graf-schulenburg-wolfsburg.de/index.html) zu leiten und vorausschauend für nächste Generationen zu verwalten. So lautet sein Anspruch: Ein nachhaltiges Konzept, nicht nur für das Familienunternehmen zu entwickeln, sondern auch die Region voranzubringen. „Wenn ich etwas mache, dann mit großer Passion“. Die von der Schulenburgs betreiben Forstwirtschaft auf einer Fläche von 5.350 Hektar, zudem bewirtschaftet die Gutsverwaltung rund 950 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 820 Hektar im Eigentum der gräflichen Familie.

Bei Günther Graf von der Schulenburg ist so einiges los. Von Klassikfestival, das an historischen Orten der Region stattfindet, bis zur jüngsten Errungenschaft, das „Yard“ – ein Boarding Hotel in Nordsteimke – keine Frage, er hat viele Eisen im Feuer. Veränderung ist für Günther Graf von der Schulenburg wichtig! Eine Region muss leben und lebt von Veränderungen. Warum diese nicht an einem ungewöhnlichen Ort wie dem „Ideenherd“ vorantreiben? Im historischen Kuhstall des Rittergutes ist eine atmosphärische Tagungsstätte entstanden, die inspirieren soll, wo Menschen zusammenkommen, sich wohlfühlen, auf das Wesentliche konzentrieren und entspannt arbeiten können. Das Herz der Anlage: die offenen Gaggenau Showküchen, in denen Seminarteilnehmer gemeinsam kochen oder Spitzenköche ihre erlesenen Kompositionen kreieren. Überhaupt scheint es in vielen seiner Projekte darum zu gehen, nachhaltige Konzepte zu entwickeln, die nicht nur sein Familienunternehmen, sondern auch die Region voranbringen.

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Das gilt auch für das Klassikfestival „Soli deo Gloria“, als dessen künstlerischer Leiter er namhafte Künstler nach Niedersachsen lockt. Und eine neue Sicht in die Region bringt, ihre Attraktivität fördert und Ideen vorantreibt. Auch in diesem Jahr wird es wieder spannende Konzerte geben: in der Stiftskirche Steterburg / Salzgitter, in der St. Martinikirche zu Braunschweig, im Kaiserdom von Königslutter und im Schafstall von Bisdorf. Im Gespräch bei Klassik à la carte erzählt Graf von der Schulenburg vom Verantwortungsgefühl für sein Land und von seiner Leidenschaft für die Musik. Bis 2020 will er das Festival noch fortführen, dann ist erstmal Schluss. „Nach 15 Jahren sind die besten Geschichten erzählt“, meint Günther Graf von der Schulenburg. Einzelprojekte werde es aber weiterhin geben, verspricht er. „Das Festival war mein Beitrag, dieser Region, die mir und meiner Familie viel gegeben hat, etwas zurückzugeben.“

Neben der Land- und Forstwirtschaft hat es in der Familie der Grafen von der Schulenburg immer die Betätigung als mittelständischer Unternehmer gegeben. Die Schillermühle mit Mahlmühle, das Sägewerk und die Holzhandlung in Wolfsburg waren ebenso Ausdruck der Schulenburg’schen Gewerbetätigkeit wie das bis 1967 betriebene Holz-Imprägnierwerk in Hannover.

Im Jahre 1998 übernahm der 1965 geborene Diplomkaufmann Günther Graf von der Schulenburg von seinem Vater Dr. Günzel Graf von der Schulenburg die Verantwortung für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb. Etwa zur gleichen Zeit wurde der Grundbesitz der Familie durch den Rückerwerb eines großen Teils der ehemalig Schulenburg’schen Forstfläche in Neumühle – mit Ausnahme des Schlosses – sowie durch einen weiteren Flächenkauf in Brandenburg erweitert.

Günzel Graf von der Schulenburg ist gestorben

Wolfsburg trauert um Dr. Günzel Graf von der Schulenburg. Der 84-Jährige verstarb im Juli 2018 nach schwerer Krankheit im engsten Kreise der Familie. „Mein Vater war ein Mensch, der immer nach vorn schaute“, beschreibt Günther Graf von der Schulenburg. Und jemand, der bei den Menschen beliebt war. Ein Wolfsburger durch und durch, der sich in vielen Vereinen ehrenamtlich engagiert hatte. Er war unter anderem Mitglied im DRK und Gesangsverein, übernahm als Unternehmer auch die Schirmherrschaft für die Drömlingmesse, sprach als Bewahrer seiner Familiengeschichte gern über die Geschichte des Wolfsburger Schlosses, das ihm sehr am Herzen lag. „Über den weißen Anstrich des Schlosses hat er sich schon sehr geärgert“, erinnert sich sein Sohn Günther.

1934 kam Günzel Graf von der Schulenburg im Schloss Wolfsburg zur Welt – der letzte, der in diesen historischen Mauern geboren wurde. Der Roller, mit dem er als Jugendlicher durch das alte Gemäuer düste, ist im Stadtmuseum ausgestellt. Anfang der 1940er Jahre, zur Zeit des Nationalsozialismus und mitten im Krieg, musste die Familie das Schloss verlassen. Sie zog zunächst auf das Schloss Neumühle in der Altmark, später auf das Gut in Nordsteimke, wo Graf Günzel bis zuletzt lebte.

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Die größte Leidenschaft des Grafen galt dem Pferdesport. Bereits als Kind lernte er in Vorsfelde das Reiten. Zu seinem 50. Geburtstag kaufte er sich eine Kutsche – und entdeckte eine neue Passion: das Gespannfahren. Im Jahr 2000 holte sein Sohn Günther die Vierspänner-WM nach Wolfsburg und richtete das Spektakel mit Spitzensportlern aus aller Welt gemeinsam mit ihm in Nordsteimke aus.

Überhaupt lag ihm das Organisieren ebenso im Blut wie das Reiten und Gespannfahren. So richtete er etliche hochrangige Turniere aus, unter anderem auch jahrelang das nostalgische CIAT-Turnier auf dem Landesgestüt in Celle. Als Funktionär im Pferdesport war er unter anderem im Fahrausschuss des Bundesverbands sowie als Vorsitzender des Fahrausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiter tätig. Ebenso leidenschaftlich war er Land- und Forstwirt, der gräflichen Familie gehört größerer land- und forstwirtschaftlicher Grundbesitz in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

Durch seine Adern fließt blaues Blut. Er liebt Pferde. Doch auf einem hohen Ross sitzt Graf Günzel von der Schulenburg augenscheinlich nicht. Die Redaktion des Hauses Montfort traf sich letztmalig 2017 zum gemütlichen Plausch mit Graf Günzel von der Schulenburg. Er gab er sich ganz bescheiden, setzte sich und erzählte bei Kaffee und Kuchen einige Episoden aus dem Leben und Wirken seiner Familie.

Deren Ursprünge reichen weit zurück. Ziemlich weit sogar. Bis in das 13. Jahrhundert. Stammsitz war einst ein Anwesen an der Jeetze bei Salzwedel. Später wurde das Geschlecht in der Burg Beetzendorf sesshaft und erlangte zudem Lehen in Apenburg. Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in zwei Stämme. Der Wolfsburger Zweig, so berichtete Graf Günzel, wurde 1718 durch die Heirat von Adolf Friedrich Graf von der Schulenburg aus Beetzendorf mit Anna Adelheid von Bartensleben begründet. Somit wurde das Schloss Wolfsburg zum Zuhause der Herrschaften.

Doch in den 1930er Jahren wurde das damals noch beschauliche Örtchen an der Aller zum „Mittelpunkt des Deutschen Reiches“ erklärt, wie der Graf erinnerte. Hier sollten das Volkswagenwerk und die Stadt des KdF (Kraft durch Freude, die Red.)-Wagens entstehen. Seine Familie musste das Schloss – inklusive 2000 Hektar Land – hergeben und sich eine neue Bleibe suchen. Innerhalb von vier Jahren entstand daher ab 1938 das Schloss Neumühle. Eigentlich, so informierte der Graf, wollte sein Vater einen nicht unerheblichen Teil des beweglichen Vermögens für museale Zwecke zur Verfügung stellen. Aber das wurde abgelehnt. Also musste sämtliches Hab und Gut auf Eisenbahnwaggons, die sich schließlich über eine Länge von 900 Metern erstreckten, verladen und nach Sachsen-Anhalt geschafft werden. Im Schloss Neumühle, das wegen des vielen Inventars größer wurde als anfangs geplant, wohnten die von Schulenburgs dann von 1942 bis 1945. „Ich besuchte die Volksschule in Tangeln“, entsann sich der Graf. Kurz vor dem Einzug der Roten Armee flüchtete die Familie zurück in den Westen.

Ihren Lebensunterhalt verdient sich die Familie heutzutage als Unternehmer in der Land- und Forstwirtschaft. Im Bereich der Stadt Wolfsburg sowie auf dem Gebiet des Landkreises Helmstedt werden auf mehr als 700 Hektar vor allem Gerste, Raps, Weizen und Zuckerrüben angebaut. Hinzu kommen mehr als 5000 Hektar Forstfläche in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Zum Angebot gehören neben der Vermarktung von Holz auch Dienstleistungen wie etwa das Durchforsten privater Waldflächen. Ein weiteres Standbein des Betriebs, dessen Basis sich in Nordsteimke befindet, sind Verkaufsjagden. Und, nicht zu vergessen, die Veräußerung von Weihnachtsbäumen. Auf diese Idee kam Graf Günzel von der Schulenburg im Jahr 1972. Gezwungenermaßen. So hatte ein schwerer Sturm gewütet und den Baumbestand im Drömling nahezu vernichtet. Damit die Angestellten in der Forstwirtschaft nicht in die Arbeitslosigkeit rutschten, wurden Weihnachtsbäume angepflanzt. „Auf den kalkhaltigen Böden im Drömling gedeihen die prächtig“, erläuterte Graf Günzel. Allerdings, so räumte der 83-Jährige ein, hatte er zunächst einige Probleme, die Bäume auch an den Mann zu bringen. Abhilfe schuf erst ein nächtliches Gelage mit einem Großhändler.

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14. November 2018 at 05:23 Hinterlasse einen Kommentar

Gräfin von und zu Arco-Zinneberg heiratet in Basilika Niederalteich

Es ist wohl die Trauung des Jahres im Landkreis Deggendorf: Anna Theresa Gräfin von und zu Arco-Zinneberg hat sich am Samstag mit dem gebürtigen New Yorker Colin McKenzie vermählt.

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Die beiden wurden in einem festlichen Gottesdienst in der Basilika Niederalteich getraut.

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Unter den rund 400 Gästen begrüßte Abt Marianus Bieber neben den Familien von Braut und Bräutigam auch kaiserliche und königliche Hoheiten sowie Landrat Christian Bernreiter und Kultusminister Bernd Sibler.

Gräfin Anna Theresa ist die älteste Tochter des Unternehmers Riprand Graf von und zu Arco-Zinneberg und Maria Beatrice Gräfin von und zu Arco-Zinneberg, Erzherzogin von Österreich-Este. Der Familie gehört im Landkreis Deggendorf die Brauerei Arcobräu in Moos sowie Schloss Moos.

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In unserem Interview nannte ihr Vater Anna Theresa Gräfin Arco-Zinneberg als künftige Schlossherrin in Moos, bereits jetzt arbeitet sie in der Brauerei ihres Vater mit und ist zudem in der Immobilien Finanz für GAM tätig.

Colin McKenzie ist wurde 1976 in New York geboren. Er wuchs in Spanien, Brasilien und England auf und ist Head of research für CROCI bei dem deutschen Vermögensverwalter DWS Gruppe.

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Nach der Trauung fand sich die Hochzeitsgesellschaft vor der Basilika zu einem Stehempfang ein, der musikalisch von der Blasmusik St. Martin im Innkreis umrahmt wurde.

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Im Anschluss begaben sich die Gäste auf Schloss Moos zur weltlichen Feier.

14. November 2018 at 05:17 Hinterlasse einen Kommentar

Welfenprinzessin auf Marienburg getauft

Vor acht Monaten wurde sie geboren, jetzt ist die kleine Elisabeth getauft: Ekaterina und Ernst August von Hannover feierten auf der Marienburg – dort wurde schon Elisabeths Vater getauft.

Ein Name kommt selten allein. In Adelshäusern ranken sich ja meist ganze Girlanden von Vornamen an Familientraditionen empor wie der Efeu am Familienstammsitz, und jeder steht für ein Stück Geschichte. Ekaterina und Ernst August von Hannover haben ihre erste Tochter jetzt auf der Marienburg taufen lassen, und der Name der kleinen Prinzessin kommt vergleichsweise bodenständig daher: das Baby heißt nun Elisabeth Tatiana Maximiliana Iacobella Faiza von Hannover.

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Als Patinnen haben demnach Tatiana Casiraghi und Maximiliane Gräfin Douglas fungiert, die weiteren Namen beziehen sich auf Iacobella Gaetani und Faiza s’Lika, enge Freundinnen von Ekaterina. Nach Informationen der HAZ waren bei der Taufe, die in aller Diskretion am 28. Oktober über die Bühne ging, rund 40 Gäste geladen – neben der Familie gaben sich auch diverse Prominente ein Stelldichein. Auf der Marienburg hatten Ekaterina und Ernst August im Juli 2017 geheiratet – es war ein Fest mit viel Adelsprominenz.

Getauft wurde Elisabeth von einem Pastor aus der Umgebung der Marienburg. Sie ist jetzt evangelisch – ebenso wie ihr Vater, der 1983 ebenfalls auf der Marienburg getauft wurde. Ihre aus Russland stammende Mutter war vor der Traumhochzeit des Paares zur evangelischen Kirche konvertiert. Das Paar erwartet inzwischen die Geburt seines zweiten Kindes.

Bei der Traumhochzeit von Prinzessin Eugenie und Jack Brooksbank auf Schloss Windsor waren Anzeichen einer erneuten Schwangerschaft bereits in Vermutung. Die 32-Jährige trug ein Ensemble aus Rock und Blazer mit raffiniertem Schnitt, der ihre Körpermitte kaschierte. Der absolute Hingucker war aber ihr ausgefallener Hut. Ein gekonnter Trick, um aufmerksame Blicke auf die Kopfbedeckung zu lenken?

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Schon die Geburt des ersten Kindes war eine große Freude für das Paar. Der überglückliche Vater kommentierte die Situation damals folgendermaßen: „Mit meiner ganzen Familie bin ich sehr glücklich und dankbar über die gut verlaufene Geburt.“ Ihre Erstgeborene brachte die stolze Mutter im Henriettenstift in Hannover zur Welt. Sehr wahrscheinlich wird dies auch die Geburtsort von Kind Nummer zwei.

Anfang des Jahres, der Geburt der kleinen Prinzessin, schien Ekaterina und Prinz Ernst August jr. sehr zufrieden mit der Arbeit des Teams, das sie freundlich und kompetent betreut hätten.

Nach ihrer Traumhochzeit im Sommer 2017 geht es Schlag auf Schlag: Im Januar 2018 zogen sie von ihrer bisherigen Heimat London nach Hannover, einen Monat später erblickte ihre Tochter das Licht der Welt. Jetzt also die große Freude über die erneute Schwangerschaft der einst bürgerlichen Ekaterina. Einzelheiten zum Geschlecht und den genauen Geburtstermin gibt es bisher nicht. Darauf müssen die Fans der deutschen Adligen noch etwas warten.

14. November 2018 at 05:14 Hinterlasse einen Kommentar

Adel in Europa

Alexander von Schönburg ist 48 Jahre alt und arbeitet als Journalist und Schriftsteller. Er hat eine Prinzessin von Hessen geheiratet, die eng mit dem britischen Königshaus verwandt ist. Der Bruder ihrer Großmutter ist Prinz Philip, der Mann der Queen. Gloria von Thurn und Taxis ist Schönburgs Schwester. Alexander von Schönburg kennt die Welt des Adels. Die habe kaum noch Tabus. Es sei kein Problem mehr, dass Prinz Harry eine geschiedene Bürgerliche aus einer Chaos-Familie heirate.

Haus Montfort: Wie spreche ich Sie richtig an?

Alexander von Schönburg: Im Geschäftsleben nenne ich mich Alexander von Schönburg und privat läuft alles auf Vornamensbasis, also Alexander.

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Haus Montfort: Was ist aus den historischen Titeln geworden? So mancher Fürst lässt sich doch mit „Durchlaucht“ anreden.

von Schönburg: Ich wohne in Berlin. Ich bin Etagen-Adliger und wenn ich ins Büro gehe, bin ich Redakteur, also Angestellter. Mich kann man nicht mit einem Fürsten vergleichen, der noch auf seinem Stammsitz residiert und lokal und regional eine Rolle spielt – wirtschaftlich, kulturell und politisch.

Haus Montfort: Trotzdem gibt es Leute, die auf ihren Adelstitel Wert legen.

von Schönburg: Das machen eher Hochstapler. Titel sind etwas zutiefst Spießiges, eher norddeutsch als süddeutsch. Ich kenne keinen Adligen, der sich als „Freiherr von so und so“ oder als „Graf von das und das“ vorstellt.

Haus Montfort: Was bedeutet für Sie der Spruch „Adel verpflichtet“?

von Schönburg: Gewisse Traditionen in der heutigen Zeit zu verteidigen, zum Beispiel die Familie. Das ist etwas, was aus der Mode kommt. Die EU-Richtlinie zur Familienpolitik empfiehlt das schwedische Modell: Möglichst beide Elternteile sollen früh berufstätig sein.

Haus Montfort: Was ist daran schlecht?

von Schönburg: Kinder werden schnell aus der klassischen Familie gerissen. Autorität gilt den Kulturmarxisten als archaisch und überholt, Hierarchie als faschistisch, Autorität darf in ihren Augen nur das Kollektiv haben. Hier berühren sich Marxismus und Neo-Kapitalismus. Alle sollen arbeiten, alle sollen dem Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stehen. In Zeiten, in der die Familie soziologisch, wirtschaftlich und kulturell unter Beschuss ist, haben Angehörige alter Eliten, dazu gehört der Adel, aber auch das klassische Bürgertum, die Pflicht, die Institution Familie, die Verwandtschaft, den Zusammenhalt zu verteidigen.

Haus Montfort: Prinz Harry heiratet eine Bürgerliche und niemand nimmt daran Anstoß. Wundert Sie das?

von Schönburg: Nein, wir leben ja nicht mehr im Jahr 1960. Damals hat Prinzessin Margaret den bürgerlichen Fotografen Antony Armstrong geheiratet. Aus Protest hat der gesamte britische Hochadel seine Teilnahme an der Hochzeit abgesagt. Jetzt werden die zum Großteil gar nicht zur Hochzeit eingeladen.

Haus Montfort: Meghan ist geschieden. Auch das scheint nicht mehr zu stören.

von Schönburg: Mit Prinz Charles wird sogar ein geschiedener Mann voraussichtlich König. Bei Prinzessin Margaret war das noch anders: Sie konnte ihre große Liebe nicht heiraten, weil der Mann geschieden war. Die Tabus fallen peu à peu, die englische Monarchie macht seit Diana das durch, was die katholische Kirche auch versucht: ein gewisses Aggiornamento, der Versuch, zeitgemäßer zu sein. Updates gibt’s auch in den Königshäusern.

Haus Montfort: Sich anpassen an die Welt von heute – geht da nicht viel verloren?

von Schönburg: Das Mysterium Monarchie lässt sich entzaubern. Anderseits ist die Fähigkeit, mit der Zeit zu gehen, vermutlich eines der Überlebensgeheimnisse der britischen Monarchie. Williams Hochzeit mit einer Frau aus der Mittelklasse und Harrys Hochzeit mit einer Frau aus der Unterschicht – das erdet das Königshaus. Das macht populär und schafft Legitimität.

Haus Montfort: Meghans afroamerikanische Herkunft wird fast immer betont. Ist das positive Diskriminierung – oder versteckter Rassismus?

von Schönburg: Es ist Beleg dafür, dass die Botschaft ankommt. Hier kommt keine Prinzessin, sondern eine selbstbewusste Frau mit einer Geschichte, wie sie viele Menschen erleben: Sie ist die Tochter einer schwarzen Alleinerziehenden, sie ist in prekären Verhältnissen aufgewachsen, ihre Familie ist zerstritten – und trotzdem hat sie es geschafft. Sie hat eine Filmkarriere hingelegt, vertritt selbstbewusst feministische Positionen, engagiert sich in der Dritten Welt. Wenn sich das Königshaus jemand backen müsste, um seine Modernität zu beweisen, müsste sie so aussehen wie Meghan Markle.

Haus Montfort: Kann das britische Königshaus gar nichts mehr schockieren? Was wäre gewesen, wenn Harry schwul wäre?

von Schönburg: Ein prominenter Mann der anglikanischen Kirche, Kelvin Holdsworth, Propst der St. Mary’s Cathedral in Glasgow, hat gesagt: Wir sollten dafür beten, dass Williams und Kates Sohn schwul wird und mal einen Mann heiratet. Dann wäre das Königshaus endgültig in der Moderne angekommen. Viele Tabus sind in den letzten Jahrzehnten gefallen. Wir dürfen gespannt sein, welches die nächsten sind. Meistens beschleunigen sich die Entwicklungen.

Haus Montfort: Hatten Sie bei Ihrer Hochzeit freie Hand – oder galt auch hier „Adel verpflichtet“?

von Schönburg: Meine Gästeliste war ein Kunstwerk. Eine total wilde Mischung, Freunde aus dem Nachtclub waren ebenso da wie die damalige spanische Königin Sofia, dazwischen Uwe Ochsenknecht und ein Rabbi, der früher Chef von Greenpeace war. Es waren Leute dabei, die nicht mit Messer und Gabel essen können, und Leute, die mit gebundener Krawatte beim Frühstück sitzen. Die gute Mischung ist das Geheimnis jeder Party.

14. November 2018 at 05:11 Hinterlasse einen Kommentar

„Leichenwagen de luxe“ auf Autobahn zerlegt

Bei einem Autobahn-Unfall hat ein Fahrer seinen zum Leichenwagen umgebauten Luxus-Sportwagen zerstört. Auf der nassen Fahrbahn kam das Auto ins Schleudern. Einen zum Leichenwagen umgebauten Luxus-Sportwagen hat ein Fahrer bei einem Unfall auf der Autobahn 9 in Oberfranken zerlegt. Das hoch motorisierte, goldglänzende Auto aus dem italienischen Carrara kam bei Berg im Landkreis Hof auf nasser Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen eine Leitplanke.

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Der 58 Jahre alte Fahrer war nach ersten Ermittlungen zu schnell unterwegs – auf dem Weg nach Berlin, um dort einen „standesgemäßen Auftrag“ zu übernehmen, wie es weiter hieß. Er blieb unverletzt. Den Wert des Luxusautos schätzte die Polizei auf über 100.000 Euro.

1. November 2018 at 07:02 Hinterlasse einen Kommentar

Neues von Mabel von Oranien-Nassau!

Die attraktive Niederländerin war zum Staatsbankett anlässlich des Besuchs von Königin Máxima und König Willem-Alexander im Buckingham Palast eingeladen. In einem bunten, blumigen Kleid kann sich die hübsche Blondine durchaus mit den Royals messen! Krönchen und Ballroben hatte die Queen (92) vorgeschrieben: Zu ihrem Staatsbankett zu Ehren Königin Máximas (47) und König Willem-Alexanders (51) der Niederlande im Buckingham Palast waren über 150 Gäste eingeladen. Neben Prinz Charles (69) und Herzogin Camilla (71) sowie Prinz William (36) und Herzogin Kate (36) war auch die Witwe Mabel von Oranien-Nassau (50) anwesend, die die Schwägerin von König Willem-Alexander ist.

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Seitdem ihr Ehemann, Friso der Niederlande (†44), vor fünf Jahren an den Folgen eines tragischen Lawinenunglücks verstarb, musste die in London lebende Witwe sich allein um ihre zwei Töchter kümmern. Mabel wurde mit der Eheschließung nicht in den Adelsstand erhoben, trägt aber die Titel ihres Mannes. Seit ihrer Heirat verwendet Mabel den Titel Königliche Hoheit und den Titel Prinzessin von Oranien-Nassau, Gräfin von Oranien-Nassau, Frau Van Amsberg. Die Töchter von Friso sind, wie ihr Vater, von der Thronfolge ausgeschlossen. Sie tragen den Titel „Gräfin von Oranien-Nassau“ (Gravin van Oranje-Nassau).

Auch zuvor hatte es die 50-jährige nicht leicht. Das niederländische Königshaus hatte damals die Zustimmung zur Ehe zwischen Mabel und Friso verweigert und so wurde der Ex-Prinz vom Königshaus ausgeschlossen und verlor seinen Titel. Eine große Last für ihn und seine Frau! Umso schöner, dass Queen Elizabeth die Witwe einlädt, um die Verbindung zwischen den britischen und den niederländischen Royals zu feiern.

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Es steht außer Frage, dass die Londonerin mit niederländischen Wurzeln eine Kämpferin ist. Ein schweres Schicksal hielt sie nicht davon ab, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Und mehr noch: Die Witwe feierte vor einigen Monaten ihren 50. Geburtstag und sieht noch immer unglaublich jung und frisch aus. Für das Bankett im königlichen Palast sahen wir Mabel in einem bunt geblümten Wahnsinns-Kleid. Wow!

1. November 2018 at 07:00 Hinterlasse einen Kommentar

Kronprinzessin Mette-Marit ist schwer krank

Sie hatte sich in letzter Zeit rar gemacht, nun kennen wir auch den Grund: Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (45) leidet an einer chronischen Lungenkrankheit. Die Lungenfibrose werde ihre Arbeitskraft künftig einschränken, teilte das norwegische Königshaus dem Prätendent unserer Grafschaft mit.

Sie leide seit einigen Jahren unter Beschwerden, erklärte Mette-Marit in der Sendung „Dagsrevyen“ im staatlichen Fernsehen NRK. Nun sei sie erleichtert, die Ursache zu kennen. Sie und ihr Mann, Kronprinz Haakon, hätten sich entschlossen, die Öffentlichkeit zu informieren, weil sie wegen der Krankheit zeitweise weniger offizielle Termine wahrnehmen werde.

Obwohl solch eine Diagnose mein Leben einschränken wird, bin ich froh, dass die Krankheit so früh entdeckt wurde. Mein Ziel ist es immer noch so gut wie möglich zu arbeiten und am offiziellen Programm teilzunehmen“, sagt die Kronprinzessin selber.

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Die Krankheit der Prinzessin verlaufe langsam, erklärte ihr Arzt Kristian Bjøro vom Osloer Rikshospitalet auf Nachfrage der Redaktion unseres Hauses. Es handele sich um eine ungewöhnliche Form der Lungenfibrose, die nicht auf äußere Einflüsse rückführbar sei. Momentan deute vieles auf eine Autoimmunerkrankung hin. Die Behandlung werde in Zusammenarbeit mit ausländischen Spezialisten in Norwegen geschehen.

Bei einer Lungenfibrose wird die Lunge durch chronische Entzündungen des Bindegewebes angegriffen. Das Gewebe vernarbt schließlich. Als Folge kann der Sauerstoff schlechter in die Blutgefäße gelangen, was zu einer eingeschränkten Sauerstoffaufnahme führt. Die Lunge verliert außerdem ihre Dehnbarkeit und versteift. Patienten leiden unter Kurzatmigkeit, Husten und Atemnot. Es ist eine sehr schwere Krankheit, die tödlich enden kann. Lungenfibrose ist nicht heilbar, der Fortschritt kann bei rechtzeitiger Entdeckung aber verlangsamt werden.

 

1. November 2018 at 06:58 Hinterlasse einen Kommentar

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