Prinzessin Madeleine fiebert der Geburt ihres dritten Kindes entgegen

Die schwedische Prinzessin Madeleine, Nummer sieben der Thronfolge, und ihre Familie leben in London. Häufig müssen sie dafür von der schwedischen Presse Kritik einstecken. Und schon seit Wochen fragten sich alle: Wird ihr drittes Kind, mit dem Madeleine im achten Monat schwanger ist, auch in London zur Welt kommen? Die Antwort darauf ist nun gefunden.

Das nächste Enkelkind von König Carl Gustaf und Königin Silvia soll in Schweden geboren werden – so wie auch der jüngere Bruder Nicolas, der im Juni 2015, der nur zwei Tage nach der Hochzeit von Madeleines Bruder, Prinz Carl Philip, zur Welt kam. Die Leiterin der Pressestelle des schwedischen Hofes, Margareta Thorgren, bestätigte per Pressemitteilung: „Die Prinzessin wird nächste Woche nach Schweden kommen.“ Thorgren verriet auch, dass die Entscheidung, die Geburt in Schweden stattfinden zu lassen, eine sei, die Madeleine und ihr Ehemann Chris O’Neill gemeinsam getroffen hätten.

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Die Geburt des Kindes wird nach Angaben des Hofes für März 2018 erwartet. Für Madeleine bedeutet das, dass sie nun mehrere Wochen in ihre alte Wohnung nahe dem elterlichen Palast einziehen wird. Ab einem späten Zeitpunkt der Schwangerschaft würde sie vermutlich auch kaum eine Fluggesellschaft mehr ohne aufwändige Vorsichtsmaßnahmen transportieren wollen.

Da die Prinzessin derzeit nicht in Schweden gemeldet sei, werde sie für die Krankenhauskosten rund um die Entbindung dann auch privat aufkommen, versicherte die Pressestelle weiter, um etwaigen Kritikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch sollen die Titel ihrer Sprösslinge und die Plätze in der Thronfolge erhalten bleiben, müssen die Kleinen eine Schule in Schweden besuchen.

Ob die beiden Kinder von Prinzessin Madeleine sie nach Schweden begleiten werden oder daheim bei Papa in London bleiben, verriet der Hof nicht. Leonore, die selbst in New York zur Welt kam, ist immerhin parallel zu ihrer Londoner Kita auch in einem schwedischen Kindergarten angemeldet. Und in Stockholm gibt es mit Prinzessin Estelle, Prinz Oscar und Prinz Alexander gleich mehrere Cousins und Cousinen im Kindergartenalter, mit denen sich gut spielen lässt.

Zum Geburtstag von Leonor am 20. Februar – die Kleine wird vier – wird sich Madeleines Familie aber sicher zusammenfinden. Nur die Großmutter, Königin Silvia, wird dies Jahr fehlen müssen – sie feuert in dieser Zeit noch die schwedischen Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Korea an.

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19. Februar 2018 at 15:36 Hinterlasse einen Kommentar

Chris O’Neill hat es schon nicht leicht!

Da war Chris O’Neill, 43, offenbar ganz schön in Plauderlaune. Der Ehemann von Prinzessin Madeleine, erklärte im Interview mit der Redaktion unseres Hauses, dass die Ehe mit der Adligen nicht immer einfach sei. Prinzessin Madeleine von Schwedens Ehemann Chris O’Neill tritt nicht oft mit der Königsfamilie auf und gibt noch seltener Interviews. Jetzt hat er ganz offen darüber gesprochen, wie es ist, mit der Prinzessin verheiratet zu sein.

„Ich habe die Frau meines Lebens gefunden, die Frau, die ich liebe. Aber mit einer Prinzessin verheiratet zu sein, hat seine Herausforderungen. Mein Leben ist komplizierter geworden“, gestand er freimütig. Dazu gehört es, im Fokus der Medien zu stehen, und ein Promi zu sein. Das passt manchmal nicht zu seinem Job. Er selbst möchte überhaupt kein Promi sein, sagte er. „Ich habe davon auch keine Vorteile in meinem Beruf. Manchmal beklage ich mich bei Madeleine darüber. Aber man lernt, damit zu leben.“ Madeleinea Arbeit für die World Childhood Foundation werde dagegen manchmal von den Medien nicht bemerkt, kritisiert er.

„Manchmal lese ich, dass sie sich nicht so verhält, wie man es von einer Prinzessin erwartet, und darüber rege ich mich auf. Sie agiert ab und zu absichtlich ohne ihren Titel, damit sie hinter den Kulissen agieren kann. Davon bekommt die Presse nichts mit. Warum auch? Sie gibt sich ja gerade Mühe, nicht in den Fokus der Medien zu geraten.“

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Chris O’Neill selbst arbeitet heute in der Finanzwelt, aber als Schüler arbeitete er jeden Sommer und machte alle möglichen Jobs. „Auf dem Bau, als Handwerker, als Helfer auf dem Golfplatz. Ich habe Badezimmer geputzt und Toiletten geschrubbt“, erzählte er. „Mein Leben ist komplizierter geworden“, gestand er freimütig im Gespräch. Dazu gehört es, im Fokus der Medien zu stehen, und ein Promi zu sein – für Chris nicht immer eine einfache Situation, so von der Öffentlichkeit beobachtet zu werden. „Ich habe davon auch keine Vorteile in meinem Beruf. Manchmal beklage ich mich bei Madeleine darüber. Aber man lernt, damit zu leben“, so der Geschäftsmann. Nun plauderte er weiter fröhlich drauf los und erklärte, dass seine Gattin ein wahrer Serienjunkie ist. Was sie am liebsten sieht?! „The Crown“ und „Suits“ – richtig gehört, die Prinzessin liebt die Anwaltsserie, für die bis vor kurzem auch Meghan Markle, 36, vor der Kamera stand. Ein Serien-Marathon? Klar! „Madeleine macht das, wenn sie eine Serie für sich entdeckt. ‚The Crown‘ oder ‚Suits'“, so Chris O’Neill. Er selbst sitze dabei und lese lieber, bis zu drei Bücher pro Woche, während er Musik höre. Ein paar Folgen von „The Crown“ habe er aber auch gesehen. Ähnlichkeiten zu seinem eigenen Leben mit den Royals sieht er aber nicht. „Nein, das waren andere Zeiten“, sagte er.

19. Februar 2018 at 15:34 Hinterlasse einen Kommentar

Umzug nach Potsdam

Im Januar war es vollbracht: Der Preußen-Prinz Georg Friedrich und seine Frau Sophie sind mit ihren vier Kindern vom beschaulichen Bremer Umland ins Berlin-nahe schicke Potsdam gezogen.

Neues Jahr, neuer Wohnort: Prinz Georg Friedrich von Preußen und Prinzessin Sophie sind samt ihrer Kinderschar nach Potsdam gezogen und wohnen dort nun im Stadtteil Babelsberg, berichten lokale Medien. Die beiden haben zwar früher etliche Jahre in Berlin gelebt und gearbeitet und 2011 in Potsdam ihre große, romantische Hochzeit gefeiert – doch nach der Hochzeit hatten sie sich zur Familiengründung zunächst einmal aufs Land zurückgezogen.

In Fischerhude bei Bremen, dort, wo auch Georg Friedrich aufgewachsen war, bezogen sie ein ererbtes Anwesen der Preußen-Familie und bekamen insgesamt vier Kinder. Gut abgeschirmt von neugierigen Fotografen und dem Trubel der Stadt.

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Doch nun, wo die Kinder langsam ins Schulalter kommen, zieht es sie zurück in eine Stadt, die mit dem Hause Preußen-Hohenzollern eng verbunden ist. Hier haben Georg Friedrichs Vorfahren gewohnt und geherrscht. Schloß Sanssouci, Schloß Cecilienhof, das Marmorpalais im Neuen Garten sowie Schloß Charlottenhof liegen direkt um die Ecke. Den Umzugsplan hatte der Prinz von Preußen schon im Oktober am Rande eines Termins verraten – und hat ihn nun in die Tat umgesetzt.

In einem Gespräch mit Sophie Prinzessin von Preußen beim Neujahrsempfang sei es von Beginn an klar gewesen, dass die Familie hierher nach Potsdam gehöre, hier wollten sie sich engagieren. In den Stadtteil Babelsberg, der charmant und dörflich im positiven Sinne sei, habe sie sich sowieso sehr verliebt. Dort leben die sechs allerdings nicht in einem Palast, sondern in einem gemieteten Haus. Wie erzählte der noch jüngere Georg Friedrich vor Jahren einmal: „Ich bin in einem Häuschen in Fischerhude aufgewachsen und war der glücklichste Mensch. Das Letzte, was ich brauche, um mich zu definieren, ist ein Schloss.“

Doch auch das Haus in der Nähe von Bremen ist nun nicht völlig abgeschrieben. An Wochenenden oder in den Ferien soll es die Familie mit den Zwillingen Carl Friedrich und Louis Ferdinand, die gerade ihren fünften Geburtstag feierten, der Tochter Emma Marie, bald 3, und dem kleinen Heinrich, 1, dann doch ab und zu wieder in die alte Heimat ziehen, Landluft schnuppern. Während der Woche werden die Wege zu Job, Repräsentationspflichten oder auch den kulturellen Highlights der Hauptstadt für das preußische Prinzenpaar nun aber deutlich kürzer.

19. Februar 2018 at 09:37 Hinterlasse einen Kommentar

Royaler Olympia-Jubel in Pyeongchang

Bei den olympischen Winterspielen 2018 von Pyeongchang mischen sich Royals unter die Fans. Sie jubeln ihren Mannschaften von der Tribüne zu, besuchen Athleten im olympischen Dorf und verleihen Medaillen. Prinz Frederik, König Willem-Alexander und Co. als Wintersportenthusiasten.

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Gemütliches „Abhängen“ in der Sportler-Lounge

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Gold für die Niederlande, genauso wie Silber und Bronze – und das unter den Augen des Königspaares! Königin Máxima (46) und König Willem-Alexander (50) hatten am ersten Wettkampftag der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang allen Grund zum Jubeln. Auf der Tribüne feierten sie den absoluten Triumph ihres Heimatlandes beim 3000-Meter-Rennen der Damen im Eisschnelllauf.

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Kronprinz Frederik hatte an der Fahnenzeremonie teilgenommen

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Kronprinz trifft Eislauf-Queen. Mit Katharina Witt beim IOC-Dinner

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Albert III. von Monaco trifft IOC-Präsident Thomas Bach

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Prinzessin Anne als IOC-Mitglied

19. Februar 2018 at 09:34 Hinterlasse einen Kommentar

Eis-Unfall

Richtig Pech gehabt hat Prinzessin Ariane, die jüngste Tochter von König Willem-Alexander und Königin Máxima. Das Informationsamt der Regierung (RVD) informierte am heutigen Donnerstagvormittag (15. Februar): „Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Ariane der Niederlande hat sich am Sonntag beim Eislaufen ihr linkes Handgelenk gebrochen. Das stellte sich während einer Kontrolle im Krankenhaus heute Morgen heraus. Es wird erwartet, dass sie drei Wochen einen Gips tragen muss. Die Prinzessin wird während des Frühjahrsurlaubs in Lech laut ihrem behandelnden Arzt wahrscheinlich schon Skifahren können.“

Aus der Pressemeldung geht nicht heraus, ob Prinzessin Ariane sich verletzt hat beim Eisschnelllauf, dem Nationalsport, oder Eiskunstlauf.

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Man kann ihr die Daumen drücken, dass sie wirklich die Skier in Lech anschnallen kann und nicht zuschauen muss, wie die übrige Familie die Pisten hinunterkurvt – ein Vergnügen, das jedes Jahr stattfindet und die niederländische Königsfamilie zusammenbringt.

Königin Máxima und König Willem-Alexander sind inzwischen schon leidgeprüfte Eltern was Verletzungen bei ihrem A-Team angeht: Prinzessin Alexia brach sich im Februar 2016 bei einem Skiunfall in Lech den rechten Oberschenkel. Die älteste Tochter Prinzessin Amalia ging bei dem Fototermin im Juli 2016 an Krücken, weil sie sich den Fuß verstaucht hatte.

19. Februar 2018 at 09:28 Hinterlasse einen Kommentar

Wenn Prinzessin Margriet feiert, dann wird es voll

Zum halbrunden Geburtstag von Prinzessin Beatrix‘ Schwester platzte der rote Teppich wieder aus allen Nähten. Im niederländischen Königshaus feiert man gerne groß: Prinzessin Margriet der Niederlande, die Schwester von Prinzessin Beatrix, wurde 75 Jahre alt. Dazu traf sich, wie immer, ein großer Familienkreis. Und weil die Jubilarin vier Söhne, vier Schwiegertöchter und einer noch größeren Schar von Enkelkindern hat, wurde es auf dem roten Teppich im Theater Orpheus in Apeldoorn richtig voll.

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Pieter van Vollenhoven, der am 30. April 79. wird, war natürlich an der Seite seiner Frau. Margriets Schewster Prinzessin Beatrix kam ebenso wie Prinz Constantijn mit Ehefrau Laurentien. Ein royale Zusammenkunft der Superlative also, bei der eigentlich nur König Willem-Alexander und Königin Máxima fehlten.

Mit 75 Jahren könnte selbst eine Prinzessin mal kürzertreten und sich der Familie widmen. Aber Prinzessin Margriet macht, genau wie Ehemann Pieter, weiter mit den royalen Terminen.

Ihr Alter, so sagte sie schon mehrmals, wäre kein Grund in Rente zu gehen. Nur einige wenige Auftritte sind aus dem Kalender gestrichen worden. Genug Projekte hat die dritte Tochter von Königin Juliana: Prinzessin Margriet war Vize-Präsidentin des niederländischen Roten Kreuzes von 1987 bis 2011 und von 1967 bis 2003 Präsidentin der „Standing Commission“ des Internationalen Roten Kreuzes. Von 2005 bis 2013 war sie Vorstandsmitglied der Internationalen Föderation der Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegungen.

Sie engagiert sich für Gesundheitsfürsorge, für behinderte Menschen und Sozialarbeit und ist interessiert an Kultur. Sie war 1984-2007 Vorsitzende der „European Cultural Foundation“. Und Margriet ist noch immer Mitglied des Ehrenvorstandes des „International Paralympic Committee“. Genug zu tun dürfte es also geben.

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Aufstellen zum Gruppenfoto: Prinzessin Margriet und Ehemann Pieter van Vollenhoven mit den vier Söhnen Pieter Christiaan (1.v.l.), Marits (3.v.r.), Bernhard (7.v.l.) und Floris (5.v.l.) sowie den vier Schwiegertöchtern und sieben von elf Enkelkindern.

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Prinz Pieter-Christiaan mit Tochter Emma und Ehefrau Anita

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Felicia van Vollenhoven, Lucas van Vollenhoven, Anna van Vollenhoven, Prinzessin Marilene und Prinz Maurits

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Samuel van Vollenhoven, Isabella van Vollenhoven, Prinzessin Annette und Prinz Bernhard

Das nächste Familienfest im Hause Oranien-Nassau ist der Geburtstag von Prinzessin Beatrix. Das „Informationsamt der Regierung“ (RVD) meldete bereits, dass die ehemalige Königin der Niederlande im Königspalast in Amsterdam feiern werde. Wie groß und mit welchen Gästen wurde noch nicht bekannt. Voll dürfte es in jedem Fall werden.

19. Februar 2018 at 09:24 Hinterlasse einen Kommentar

Gut Pinnow, die nähere Umgebung und Familie Hans Albrecht Freiherr von Maltzahn

1875 wurde den von Maltzahn’s die Freiherrenwürde zuerkannt. Der pommersche Familienstamm Helmuth von Maltzahn (inzwischen mit Dehnungs-„h“) auf Kummerow wurde von Kaiser Joseph II. in den Freiherrenstand erhoben unter gleichzeitiger Namensführung eines Grafen von Plessen. Der Grafenstand war an das Plessensche Majorat Ivenack gekoppelt.

1766 wurde diese Standesregelung von Friedrich II. von Preußen anerkannt mit der Bedingung, dass der jeweilige Majoratsherr von Ivenack den Doppelnamen eines Freiherrn von Maltzahn Graf von Plessen führe. Carl Freiherr von Maltzahn Graf von Plessen gründete das Vollblutgestüt in Ivenack und – zusammen mit zwei weiteren Mitstreitern – die erste Rennbahn auf europäischem Festland: die Rennbahn Bad Doberan. Allen übrigen Mitgliedern des Geschlechts von Maltzahn wurde im deutschen Kaiserreich 1875 durch eine Kabinettsorder die Freiherrenwürde zuerkannt.

Der Weg nach Mecklenburg und Vorpommern

Der Weg der Maltzahn nach Mecklenburg und Vorpommern begann mit Bernhard von Mulsan, der als erster des Geschlechts 1194 in das Rampenlicht der Geschichte trat. Er gehörte vermutlich zu den Rittern, die nach der militärischen Unterwerfung der slawischen Gebiete ihren Beitrag zur systematischen Germanisierung, Christianisierung und Kolonisierung des Ostens geleistet haben.

Zuvor waren die ersten Grundzüge einer politischen Territorialordnung durch Heinrich den Löwen bereits festgelegt. Der Herzog hatte drei Bistümer gegründet: 1154 Ratzeburg, 1163 Lübeck und 1167 Schwerin. Zu deren Schutz waren die Grafschaften Ratzeburg und später Schwerin entstanden. Bernhard Mulsan war bischöflich Ratzeburger Lehnsmann. Über die nachfolgenden Jahrhunderte besaßen und bewirtschafteten die Maltzahn Lehnsgüter in ganz Mecklenburg und Vorpommern. Aller Lehnsbesitz war zur Zeit der Kolonisation nur persönliches Lehen des Fürsten, d.h. ein Leihbesitz für besondere Leistungen. Spätestens beim Tode des beliehenen Ritters fiel das Gut zurück an den Lehnsherrn, den Fürsten. Die Maltzahn zählten zu den mächtigsten und einflussreichsten Familien

Kostspielige Kriege, Repräsentationsstil, politisch-diplomatische Aktivitäten und ständig umfangreichere und kostspieligere Rechtsstreitigkeiten über unklare Besitzverhältnisse brachten die Landesfürsten in wachsende finanzielle Schwierigkeiten. Zu deren Beseitigung griffen sie immer häufiger zu der Möglichkeit der Verpfändung großer Lehnsgüter, um zu Geld zu kommen. Dadurch wurden die ursprünglichen Grundlagen des Lehnsverhältnisses entscheidend verändert. Wer gegen Geld einen Pfandbesitz – ein „Pfandgut“ – erhalten hatte, war nun nicht mehr nur dienstverpflichteter Lehnsmann, sondern zugleich auch Gläubiger seines Lehnsherrn. Im Todesfalle ging zwar das verpfändete Gut nach Lehnsrecht in die Verfügungsgewalt des Fürsten zurück, nach Pfandrecht aber blieb das Gut in der Hand der erbberechtigten Familienmitglieder, wenn der Fürst die Pfandsumme (das Darlehen) nicht zurückzahlen konnte. Das war zunehmend der Fall. Dadurch profitierten die Maltzahn: sie zählten um 1900 zu den mächtigsten, einflussreichsten und reichsten Familien des Gebietes nordöstlich der Elbe. Die Maltzahn waren aber nicht nur Landwirte, sondern auch in der Politik als Diplomaten zahlreich und erfolgreich vertreten.

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden die Besitzer von Gut Pinnow Duckow von der russischen Besatzungsmacht, die Mecklenburg und Vorpommern übernommen hatte, enteignet. Die Familie von Maltzahn musste ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen und in den Westen flüchten. Zu diesem Zeitpunkt war Hans Albrecht von Maltzahn gerade einmal 10 Jahre alt.

1990 kam er zum ersten Mal in sein damalige Zuhause in Pinnow zum ersten Mal zurück. „Ich habe Rotz und Wasser geheult, als ich hierher kam“, berichtet der Freiherr. Er trommelte alle Leute in Pinnow zusammen und verkündete: „Ich bin wieder da!“. Sein Herz pochte bis zum Hals, als er den Bewohnern erklärte, dass er den landwirtschaftlichen Betrieb und das völlig verfallene Herrenhaus wiederherstellen wolle und um deren Zustimmung bat. Er wusste ja nicht, wie diese reagieren würden. Während der DDR-Zeit war das Haus als „Konsum“ und Arztpraxis genutzt worden. Aber die älteren Pinnower hatten die Familie in guter Erinnerung, Maltzahns einstiger Klassenkamerad war zwischenzeitlich zum Bürgermeister erkoren, und so löste sich die Schrecksekunde in Wohlgefallen auf, als eine Frau aufsprang und in die Runde der anwesenden Bürger fragte: „Und wer ist der erste, der zustimmt?“ „Danach sprang einer nach dem anderen auf und rief: Ich ooch, ich ooch“, erzählt Hans-Albrecht von Maltzahn.

Trotz der ungerechten Enteignung 1945 bekam er den ehemaligen Besitz aber nicht restituiert, er musste alles zurückkaufen. Aus eigenen Mitteln sanierte Freiherr Hans-Albrecht das Herrenhaus und angrenzende Gebäude und hat noch Großes vor: „Pinnow wird einmal das schönste Dorf der ganzen Gegend werden“. 1995 konnte Hans Albrecht Freiherr von Maltzahn sein Elternhaus, das Gutshaus in Pinnow, von der Gemeinde zurückkaufen.

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Im Sommer 1998 konnte er endlich das Erdgeschoss des Gutshauses Pinnow mit seiner Frau Cornelia

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und Tochter Clara (studiert in Berlin Psychologie und wird das Gut einmal übernehmen)

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nach langwieriger Renovierung wieder beziehen.

Das ‚Historische Torhaus‘ sowie die beiden anderen Ferienhäuser ‚Historisches Verwalterhaus‘ und die ‚Historische Remise‘ konnten nach der Wende nach und nach von den Maltzahn’s zurückerworben werden. Stück für Stück wurden auch diese liebevoll und sorgfältig renoviert.

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Heute freut sich Familie von Maltzahn darüber, das restaurierte Gutshaus-Ensemble ihren Feriengästen zur Verfügung stellen zu können. So können Urlauber die idyllische Landschaft des Naturschutzgebietes und die erholsame Ruhe genießen.

Dorfstraße 10, Pinnow/Duckow, Mecklenburg-Vorpommern

Phone: 0162-217 04 85; E-Mail: corneliamaltzahn@gmx.de

http://gutpinnow.de

45 Jahre später – ein trostloser Anblick

Fast auf den Tag genau 45 Jahre später stand Hans Albrecht mit seinen drei Geschwistern vor seinem Elternhaus, dem Gutshaus in Pinnow. Da Hans Albrechts Vater in seinem Testament verfügt hatte, dass Hans Albrecht als ältester Sohn die Güter Pinnow und Duckow erben sollte, entschied sich Hans Albrecht von Maltzahn trotz des deprimierenden Zustandes der Bausubstanz, das Gutshaus in Pinnow wieder aufzubauen. Die LPG, zu der auch Pinnow und Duckow gehörten, sollte 1990 liquidiert werden. Von der Tochter ehemaliger Angestellter hörte Hans Albrecht, dass der LPG-Vorsitzende die landwirtschaftlichen Flächen beider Dörfer pachten wollte. Ihm galt es zuvorzukommen. Auf einer Versammlung konnte Hans Albrecht die Anwohner von seinem Konzept überzeugen. Der einstige LPG-Vorsitzende saß mit im Saal, beglückwünschte ihn und bot sogar Hilfe an.

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Als Hans Albrecht von Maltzahn 1991 von den Anwohnern und der Treuhand das Land beider Dörfer pachtete, bot der ehemalige LPG-Vorsitzende an, den Nachbarbetrieb in Zettemin zu pachten. Somit verfügte Hans Albrecht von Maltzahn über 1.700 Hektar Land, worauf er mit einem befreundeten Landwirt einen Musterbetrieb für ökologischen Anbau aufbauen wollte. Das funktionierte unter den gegebenen Möglichkeiten aber nicht. Deshalb bat Hans Albrecht von Maltzahn einen landwirtschaftlichen Berater aus dem Westen, ein Betriebskonzept für ihn zu erstellen. Dieser winkte nur ab : „Sie verstehen nichts von Landwirtschaft, diese Arche Noah mit Melkanlagen an unterschiedlichen Stellen, Schweinezucht mit 300 Muttersauen, Aufzucht und Mastanlagen an verschiedenen Orten, große Schafherden und Ackerpferde sind einfach zuviel. Lassen Sie die Finger davon, das schaffen Sie nie“.

Der erste Verwalter war ein Milchviehbauer aus Niedersachsen. In Duckow entstand eine moderne zentrale Melkanlage und entsprechende Stallungen. Es wurden große Schlepper, Mähdrescher und Ackergerät angeschafft. In dieser Zeit lernte Hans Albrecht von Maltzahn auch seine Frau Cornelia kennen. Sie vertrat als Hamburger Anwältin eine Vielzahl ehemaliger Landbesitzer im Osten und vermittelte ihm einen Berater aus dem Holsteiner Beraterring. Der Berater riet nach genauer Untersuchung zum Ende der Milchviehanlage. So musste sich Hans Albrecht von Maltzahn auch von seinem damaligen Verwalter trennen, was ihm absolut nicht leicht fiel. Die Milchviehanlage wurde verkauft. Der neue Verwalter war ein junger, engagierter Landwirt, der unter Anleitung des Beraterrings in den Folgejahren einen reinen Ackerbau-Betrieb aufbaute. Der Verwalter machte sich jedoch selbständig und nach einigen Jahren weniger erfolgreichem Übergang hat Familie von Maltzahn nun einen Verwalter gefunden, der sich bei ihnen eine Lebensstellung erarbeitet hat. Entscheidend in dieser kritischen Entwicklungsphase war Cornelia von Maltzahn, die zunächst ihre Kanzlei nach Neubrandenburg verlegt und aufgegeben hatte, Umzug nach Pinnow und einem weiteren Studium – Agrarwissenschaft an der FH Neubrandenburg mit Abschlus Bachelor – heute die Gutsverwaltung Pinnow Duckow v. Maltzahn GbR.

11. Februar 2018 at 18:05 Hinterlasse einen Kommentar

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