Diese Vorstellung, dass jeder Mensch im Herzen Künstler ist

Ein Mann mit einer riesigen Lockenmähne steht vor einer weißen Staffelei und malt. In rund dreißig Minuten entsteht auf der Leinwand eine Landschaft mit Bergen, Bäumen und See, einem kleinen verschneiten Holzhäuschen und blassrotem Wolkenhimmel. Es ist ein Uhr nachts, die Welt liegt im Dunkel, und im Fernsehen (http://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/joy-of-painting/index.html) läuft „The Joy of Painting“.

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Mit Hypnosestimme erzählt Bob Ross, ein treu blickender Amerikaner mittleren Alters, dem schläfrigen, schon bettfertigen Zuschauer von der atemberaubenden Schönheit der Landschaften Alaskas, von seinem Sohn Steve und putzigen Wildtierjungen, die er als Waisen bei sich zu Hause aufnahm. Die Minuten fliegen dahin, während sich die Leinwand auf dem Bildschirm füllt – man versinkt in einen Mantel aus Glückseligkeit. Am Ende ist das Gemälde fertig, und sieht genauso aus, wie Hunderte andere zuvor – idyllisch, romantisch und oft ein wenig kitschig. Doch das ist gleich, denn darum geht es nicht, im zeitlosen Mal-Kosmos dieser wohl unnachahmlichen Wohlfühl-Show.

Bob Ross ist Kult. Seit nunmehr acht Jahren sendet der bayerische Kulturkanal BR alpha seinen legendären Fernseh-Malkurs, der zum Kanon der Popkultur zählt. Nicht nur der amerikanische Cartoon-Klassiker „Family Guy“ hat den Künstler inzwischen parodiert, sondern auch Michael Herbigs „Bullyparade“. Derweil führt das Online-Netzwerk StudiVz hundertachtzig Themen-Gruppen unter seinem Namen auf, in denen sich 25 000 Mitglieder über sein Werk unterhalten: Obgleich der Mann mit der Afro-Frisur vor vierzehn Jahren starb, ist seine Popularität ungebrochen. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks ist die Akzeptanz von „The Joy of Painting“ beständig, die Ausstrahlungsrechte wurden kürzlich um vier weitere Jahre verlängert. Das war zu erwarten, Bob Ross (1942 bis 1995) ist zum Aushängeschild des Senders geworden, an seinen Bekanntheitsgrad reichen allenfalls der Astrophysiker Harald Lesch („Alpha-Centauri“) und der Programmchef-Talkmaster Werner Reuß („Alpha-Forum“) heran.

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Seit 2001 läuft der Malkurs in Dauerrotation – samstagabends, sonntagmorgens und im werktäglichen Nachtprogramm. Die Zuschauer sind überwiegend junge Menschen, speziell studentisches Publikum, dem Ross’ Duktus der sprachlichen Entschleunigung reine Entspannung ist. Der Erfolg der Show beruht auf der Schlichtheit: eine schwarze Studiokulisse, eine Leinwand und davor der Maler in hellblauem Hemd, die Palette in der Hand.

„Hi, welcome back!“, beginnt Ross stets. „I’m certainly glad you could join us today!“ Im Nu werden die Farben aufgezählt, die man zum Mitmalen braucht – von „Dark Siena“, über „Yellow Ochre“ bis zu „Titanium White“. Dann macht sich der Künstler ans Werk. Mit seiner eigens entwickelten „Nass-in-Nass-Technik“, die ein zügiges Malen in Echtzeit erlaubt, zaubert er filigrane Landschaften mit Arbeitsutensilien, die man eher in der Tasche eines Anstreichers vermuten würde: In den meisten der über 400 Folgen reicht ihm ein grober, quastartiger Pinsel (der Two-Inch-Brush) und ein Spachtel, damit bannt er Wälder und Gebirgsgipfel scheinbar mühelos auf die Leinwand.

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In einer Zeit des multimedialen Dauerbombardements birgt „The Joy of Painting“ den dramaturgischen Kontrapunkt zur unentwegten Reizüberflutung. Der Ablauf ist genau festgelegt und mit der Stoppuhr erprobt. Die sprichwörtlich gewordenen Wendungen wiederholen sich in beruhigender Regelmäßigkeit: „Everyone can be an artist“, erklärt Ross ermutigend, und: „We don’t make mistakes, we just have happy little accidents.“ Beim Reinigen des Pinsels lächelt er verklärt in die Kamera, und hin und wieder gibt es Einspielungen, die ihn mit seinem privaten Haustierzoo zeigen. Es ist ein kindlicher, fast naiver Blick auf die Welt. Vor Ross’ spirituellen Binsenweisheiten – „every creature in this world needs a friend“ – versagt jede rationale Kritik.

Chronisch gut gelaunt scherzt der Mann mit der Afro-Frisur, während er den Zuschauern Schritt für Schritt vormacht, wie sie niedliche Landschaften um noch niedlichere Hütten bereichern können: „Es ist ganz einfach. Wenn es nicht einfach ist, machen Sie etwas falsch“. Seit zwei Jahren strahlt der bayerische Bildungskanal BR Alpha „The Joy Of Painting“ in Deutschland aus und erzielt um ein Uhr nachts mit durchschnittlich einer Million Zuschauern Traumquoten. Die Sendungen mit dem sanftmütigen Maler sind zum heimlichen Kult geworden.

Bob Ross studierte zunächst an verschiedenen amerikanischen Universitäten Malerei und entdeckte schließlich seine spezifische Malweise (http://www.bobross.com/). Nachdem er die schon von Vincent van Gogh benutzte „Nass in Nass-Technik“ gründlich ausgebaut und etliche Tricks und Hilfsmittel erprobt hatte, fing er an, auch anderen beizubringen, wie man damit schnell und ohne viel Talent opulente Landschaftsbilder kreieren kann. Mehr als 1200 Werke entstanden allein rund um „The Joy of Painting“. In 403 Ausgaben malte Ross je drei Bilder. Eines war für Zuschauer unsichtbar. Es war die Vorlage, nach der er bei laufender Kamera eine Kopie malte, die alle für spontan hielten. Eine dritte, identische Ausgabe des Schinkens wurde benutzt, auf Fotos einzelne Schritte zu zeigen. So illustrierte Ross für Ratgeber die „Nass-in-Nass-Methode“. Bei der Malweise ist die weiße Oberfläche der Leinwand noch feucht. Spontan war an den Bildern also nichts. Doch kamen die Landschaften aus dem Herzen. Bob Ross war inspiriert durch die Landschaft Alaskas, die er als Air-Force-Unteroffizier gesehen hatte. Nach dem Abschied von der Truppe ging der Zimmermannssohn auf die Suche nach einem künstlerischen Mentor. Er fand ihn in dem deutschstämmigen Künstler William Alexander, der eine TV-Sendung in Kalifornien hatte. Bob Ross war begeistert. Er wurde Alexanders Schüler, verfeinerte die erlernte Methode und lobte brav seinen Maestro. Allerdings immer leiser, dann immer seltener und irgendwann gar nicht mehr. Stoff für viel Zoff. Ab 1981 reiste er quer durch die USA, um seine Technik vorzustellen. Zwei Jahre später produzierte er für den Discovery Channel die ersten Fernseh-Malkurse. Bei den Dreharbeiten zu einem Werbespot zog er 1983 das komplette Sendeteam des Chicagoer Lokalsenders PBS in den Bann, dessen Manager ihm prompt einen Vertrag anbot. Kurz darauf liefen die ersten dreizehn Episoden von „The Joy of Painting“ – am Anfang jedoch in technisch mangelhafter Qualität. Tatsächlich gelten die ersten vierzehn Staffeln aufgrund einer zu grobkörnigen Auflösung als unsendbar, ausgestrahlt werden heute die fünfzehnte bis einunddreißigste Staffel (1988 – 1993). 1995 verstarb er an Krebs. Die Kurse aber liefen weiter.

Dank perfekter Vermarktung war Ross in den USA schon zu Lebzeiten eine Ikone. Heute sorgt die „Bob Ross Corporation“ mit Sitz in Sterling, Virginia dafür, dass sein Ruhm auch über den Tod hinaus und vor allem weltweit vermehrt wird. „Sie können Bob Ross in England, Deutschland oder Holland ebenso sehen, wie in der Türkei, dem Iran, Japan oder Korea“, sagt Bert Effing, 52, Prokurist der Europa-Zentrale des Unternehmens im niederländischen Roermond. „Demnächst sollen noch Russland, Polen und Tschechien dazukommen. Weltweit erreichen wir theoretisch etwa 500 Millionen Zuschauer.“

Der Popularität von Bob Ross hat das nicht geschadet. Ein Firmen-Imperium (https://www.kunstpark-shop.de/bob-ross/)verwaltet seinen Nachlass in Form von patentierten Malmaterialien, speziell ausgebildete Instrukteure lehren seine bekannte Methode. Und aus dem Fernseher tönt es noch immer beim Abschluss einer jeden Sendung: „From all of us here: We wish you happy painting and God bless, my friend!“ Längst ist aus dem Fernseh-Malkurs ein gigantisches Unternehmen geworden, das Millionen von Ross-Schülern mit den nötigen Pinseln, Farben, Anleitungsbüchern und Videos ausstattet. Die patentierten Spezialfarben mit dem Konterfei des TV-Gurus werden von einem Düsseldorfer Ölfarben-Hersteller produziert, Videos und Bücher kommen aus Amerika.“ Letztlich ist es aber die Person Bob Ross, nicht die Maltechnik, die das Konzept weltweit erfolgreich macht“, sagt Effing. „Bob Ross ist friedlich und sanft und damit schon fast Anti-Fernsehen.“

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Wem passives Zuschauen oder einsames Pinseln vor dem Fernseher nicht ausreicht, kann sich längst zu speziellen Malkursen anmelden. In Roermond werden regelmäßig „Bob Ross-Instructors“ geschult, die ihr Wissen später an Möchtegern-Maler vermitteln sollen. So auch in Berlin: „Ein bisschen Van Dijk braun, ein bisschen Dunkelsienna und einen Schuss Ocker“, erklärt Eva Tadewald ihren sechs Kursteilnehmern, bevor sie anfängt, mit dem Spachtel die Farben auf ihrer Palette zu vermengen. In blauer Capri-Hose und weißer Bluse steht die 53-Jährige vorne vor einer Leinwand und zeigt ihren Schülern, wie sie dank der Ross-Methode mit ein paar einfachen Pinselstrichen Berge, Tannen, Gras und Blumen auf die Leinwand bannen können. Schon seit Jahren lehrt die gelernte Porzellan-Malerin aus Zwickau in Berlin-Schönweide die Technik des verblichenen TV-Malers, die es jedem ermöglichen soll, zum Künstler zu werden. „Im Fernsehen geht es aber eigentlich immer viel zu schnell. Wenn man ein Gefühl für das Malen bekommen will, muss man es selbst ausprobieren“, sagt sie. Anders als viele ihrer Kollegen hält sie sich bei ihren Kursen nicht zwingend an die vorgegebenen Werke des US-Malers. „Ich vermittle nur die Technik, nicht das Motiv“, sagt sie. „Mit der Technik kann man ja auch andere Bilder malen“.

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Heute haben sich die Kursteilnehmer als Vorlage das Bergseemotiv eines anderen Künstlers ausgesucht – gemalt wird in Sechsergruppen mit Original-Ausrüstung aus Holland oder Amerika. Der Trick der von Ross weiterentwickelten „Nass in Nass-Technik“: durch die besondere Konsistenz der Ölfarben, die sich ohne weiteres mischen und übermalen lassen, wird langwieriges Skizzieren überflüssig. Man braucht nicht zeichnen zu können. Mit den speziell entwickelten Materialien malt man sofort auf die Leinwand. Aufwendige Bildstrukturen entfallen, bereits Fertiges wird schlicht überpinselt, wenn man etwas vergessen hat. Einige simple Schwünge mit dem Fächerpinsel, schon entsteht ein Baum. Einmal gespachtelt und verwischt – schon hat man hat eine „glückliche Wolke“.

Für Kursleiterin Tadewald steht die Entwicklung eines individuellen Stils im Vordergrund ihrer Didaktik. „Es geht hier nicht um Malen nach Zahlen und die möglichst detailgenaue Kopie einer Vorlage“, sagt sie. „Sie werden sehen, am Ende werden alle Bilder ein wenig anders sein.“ Währenddessen pinseln und spachteln die Teilnehmer hoch konzentriert an ihren Werken. Hier ein Baum, dort ein Busch. Ein bisschen Gelb für die Lichtreflexe in den Blättern, ein bisschen Braun für die Treppe im Vordergrund. Die Materialien sind im Kursgeld inbegriffen. 65 Euro kostet die Tagesschulung, am Ende hat jeder ein selbst gemaltes Bild – garantiert.

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http://www.atelier-kunstlaube.de/

http://www.kleinemalerei.de/

http://uwe-rieger.com/#!/?page_id=1281

26. November 2016 at 09:34 Hinterlasse einen Kommentar

Der aufgehende Stern am Magier-Himmel

Troy ist 24 Jahre jung, heißt eigentlich Johannes Troy von Scheibner (http://troyvonscheibner.com/). Sein Vater stammt aus Berlin, seine Mutter aus Jamaika. Aufgewachsen ist Magier „Troy“ jedoch in Lewisham, einem Stadtbezirk von London. Er hat klein angefangen – als Verkäufer in einem Klamottenladen in der Carnaby Street in London. Alles so weit völlig unspektakulär. Im Alter von zwölf Jahren sah Troy die ersten Videos mit dem US-Zauberer David Blaine und war so fasziniert, dass er darüber vergaß, seine Hausaufgaben zu machen. Doch mit gerade mal 15 Jahren gewann er den „Young Close-Up Magician of the Year“-Award des renommierten britischen „Magic Circle“ und legte damit den Grundstein für seine Karriere als Straßenmagier. Und jetzt ist es vorbei mit dem Verkaufen von Mode – jetzt mischt er den Magie-Zirkus kräftig auf.

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Dazu hat er sich viel vorgenommen. Troy bewegt sich jenseits aller Magie-Konventionen, zaubert keine possierlichen Kleintiere aus Hüten und zersägt auch keine mutigen Frauen. Vorbei ist es auch mit schwarzem Umhang, Zylinder auf dem Kopf und düsterem Blick. In perfekten Illusionen sorgt der smarte Londoner mit Baseballcap und trendigen Tattoos für unvergessliche magische Momente nach dem Motto „Nichts ist unmöglich“. Dazu hat er sich viel vorgenommen. Troy bewegt sich jenseits aller Magie-Konventionen, zaubert keine possierlichen Kleintiere aus Hüten und zersägt auch keine mutigen Frauen. Auf dem Marktplatz, in der U-Bahn oder in der Shisha-Bar: Straßenmagier Troy bevorzugt den Urban-Street-Style und bezieht sein Publikum beim Zaubern stets mit ein. Dabei stellt er mit gewöhnlichen Alltagsgegenständen – vom Comic-Heft bis zum Smartphone – unglaubliche Dinge an. Vielmehr mixt er angesagten urbanen Stil mit Straßenklamotten und tarnt seinen natürlichen Charme mit lässig-coolem Touch. Er hat braune Augen, ein ansprechendes Lächeln und ist sehr höflich – jedenfalls im Gespräch mit der Redaktion unseres Hauses in Berlin. Die Tricks des Ausnahme-Illusionisten mit deutsch-jamaikanischen Wurzeln sind absolut atemberaubend und spektakulär.

Viele seiner kleinen Kunststücke kann man auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=HC-mGMcBYJg) bestaunen. Dabei wirkt er wie ein ganz normaler junger Mann von nebenan – lässig, gut angezogen, mit tätowierten Armen und einer Baseballmütze auf dem krausen Haar. «Ich liebe Mode, und ich liebe es einfach, gut gekleidet zu sein. Ich mag das Zusammenspiel von Magie und Mode. Ich bin überzeugt davon, dass man umso mehr Erfolg hat, je besser man angezogen ist und umso authentischer man wirkt», sagt er. «Für mich ist Magie eine Art von Lebensstil, ein Teil des Alltags. So kann ich die Leute viel besser überraschen. Und auf diese Weise vermag ich die Magie sehr nah an meiner Person zu halten. Sie ist mir sehr nah und ein wichtiger Teil von mir. Damit hoffe ich, sie auch weiter populär zu machen.»

Was macht seine Art von Magie nun so besonders für das Publikum? «Ich mag es, den Leuten spontan etwas zu zeigen und eine ebenso spontane Reaktion hervorzurufen – möglichst eine fröhliche natürlich. Das geht umso besser, weil ich meine Show überall zeigen kann, auf der Straße, im Supermarkt, in einem Café, an der Bushaltestelle oder beim Friseur.» Dort lässt er ein Handy verschwinden, was aber im Spiegel sichtbar bleibt und sogar klingelt. Oder er schafft es im Handumdrehen, einen abgebrochenen Brillenbügel wieder zu befestigen.

Der Autor dieser Zeilen steht allen möglichen Zauberkünsten sehr skeptisch gegenüber und sagt das auch. «Dann machen wir jetzt etwas zusammen», sagt Troy spontan und drückt mir drei britische Geldmünzen in die Hand. Ich schließe sie zur Faust und soll eine Münze bestimmen, die verschwinden soll – und genau diese ist dann beim Öffnen der Hand tatsächlich weg. Gespürt habe ich gar nichts, auch ist meine Hand nicht berührt worden. Aber ich bin seltsam berührt – und Troy strahlt mich an. Das Leben kann magisch sein.

26. November 2016 at 09:28 Hinterlasse einen Kommentar

Volk-Rock’n’Roller Andreas Gabalier rockte am Wochenende im Münchner Olympiastadion

Der Grazer Junge erfüllte sich und seinen Fans am Samstag einen wahrhaft großen Traum: Vor über 70.000 Anhängern legte Andreas Gabalier im ausverkauften Fußballtempel eine fulminante, dreistündige Bühnenshow hin. Mit nur 31 Jahren hat er das Kunststück hinbekommen, ein komplettes Stadion zu füllen. Beachtlich!

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Mit seiner originellen wie speziellen Mischung aus Rock, Volksmusik und Austro-Pop trifft der Österreicher also massenhaft ins Schwarze. Dennoch verhält es sich mit seiner Musik wie mit seinen politischen Ansichten: Gabalier polarisiert. Seine Musik liebt oder hasst man. Mit seinen Ergüssen zu Politik und Gesellschaft ist es ähnlich.

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Dass der schwer erfolgreiche „Steirer-Bua“ hinter konservativen Werten steht und seine Freundin als Mutter zu Hause sehen möchte, ist da noch das eine. Dass er 2015 mit Heinz-Christian Strache von der rechtspopulistischen FPÖ sympathisierte, schon das andere.

Wie gerne er aneckt, beweist nicht zuletzt sein Lied „A Meinung haben“, das auch zu seinem Konzert-Reportoire gehörte. „Wos is des bloß, / wo kummt des her / neue Zeit, neues Land / wo führt des hin? // Wie kann des sein / dass a poar Leut / glauben zu wissen, / wos a Land so wü. // Is des der Sinn einer Demokratie?“

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An seinen Songtext knüpfte er an: „Alles, was ich jetzt sagen will, sag ich lieber nicht – weil ich auf euch aufpassen muss.“ Ein kleines bisschen Endzeitstimmung, damit die euphorische Menge bloß nicht vor Freude abhebt und ihm verloren geht?

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Ganz im Sinne des Liedes hielt er auch danach in München vor seinem Meer aus Fans nicht hinter’m Berg, was er so für falsch und richtig hält. Als es auf die magische 23-Uhr-Grenze zugeht – Sperrstunde – bekommt Gabalier die Info wiederholt aufs Ohr. Es sei ein Skandal, dass man nicht einmal bis 23 Uhr feiern dürfe:

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„Dieses Land geht politisch den Bach runter“, raunte er daraufhin. Eine weitere düstere Diagnose des sonst so coolen Alpen-Elvis‘ – der an diesem Abend durchblicken ließ, dass er auch verdammt uncool sein kann. So eine Sperrstunde ist aber auch ärgerlich.

8. August 2016 at 04:26 Hinterlasse einen Kommentar

SPD-Moglerin Hinz will immer noch nicht gehen

Die Affäre um die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz, die sich jahrzehntelang zu Unrecht als studierte Juristin ausgegeben hat, bringt die Parteibasis in Unruhe.

Die Politikerin habe aber alle Ämter in ihrer Partei und in ihrem Essener Ortsverein niedergelegt, teilte der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Essen, NRW-Justizminister Thomas Kutschaty, am Donnerstag mit. Die 54-jährige Hinz habe ihre Essener Genossen in einer E-Mail informiert und angekündigt, sich „zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich zu äußern“.

Der SPD-Unterbezirk Essen hatte Hinz eine 48-Stunden-Frist gesetzt, um ihr Mandat niederzulegen. Diese Frist war am Mittwochabend verstrichen, ohne dass sich Hinz geäußert hatte. Ein Dreivierteljahr vor den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen ist die Empörung der Sozialdemokraten über Hinz groß.

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Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Hinz entgegen bisheriger Angaben kein Abitur gemacht und kein Jurastudium abgeschlossen hat. Bereits im Juli hatte sie angekündigt, auf ihr Mandat zu verzichten – passiert ist bislang aber nichts. In der vergangenen Woche meldete sich Hinz beim Bundestag krank. Derzeit fehlt von ihr jede Spur.

Am Donnerstag will der örtliche Parteivorsitzende, Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty, erläutern, wie die Sozialdemokraten weiter mit diesem Fall umgehen wollen. Es gibt für sie kein Mittel, Hinz zum Mandatsverzicht zu zwingen.Hinz hatte sich vorige Woche in Berlin krank gemeldet und ist seitdem abgetaucht. Sie bat Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) um ein Gespräch zu ihrer Mandatsniederlegung, doch erforderlich ist dies nicht.

Ein Abgeordneter kann jederzeit aus freiem Willen aus dem Parlament ausscheiden. Solange er Mitglied ist, hat er Anspruch auf die Diäten und eine Kostenpauschale. Da man Frau Hinz nicht rauswerfen kann , nimmt sie natürlich jeden Monat die 13.500 € mit. So leicht kann sie mit Sicherheit kein Geld verdienen. Das würde bedeuten, dass sie auch im September noch fast 14.000 Euro Abgeordnetenentschädigung und Kostenpauschale bekäme. Die Kostenpauschale von 4300 Euro bekäme sie einen Monat länger als die Abgeordnetenentschädigung – also womöglich bis Oktober.

Derzeit muss Hinz auch nicht damit rechnen, aus der Bundestagsfraktion ausgeschlossen zu werden. „Die Frage stellt sich nicht, weil Frau Hinz über ihre Anwälte erklärt hat, ihr Mandat niederzulegen“, sagte ein Sprecher. Daran werde sich auch nach Ablauf der Frist nichts ändern.

Erste Gerüchte um einen gefälschten Lebenslauf gab es schon 1989. Sie seien damals von den Jusos ins Spiel gebracht worden. Hinz soll sich fälschlicherweise als Studentin ausgeben haben, hieß es damals. Sehr wohl ungewöhnlich ist jedoch das, was einige Jahre später, rund um die Jahre 2004 und 2005 passierte. Aus der Studentin Hinz wurde plötzlich die Absolventin Hinz mit abgeschlossenem ersten und zweiten Staatsexamen in Jura. Offiziell im Studium eingeschrieben, aber nicht wirklich bestrebt, bald den Abschluss zu machen – nichts Ungewöhnliches. Schließlich studieren viele Jura und schließen nicht ab. Die Redaktion unseres Hauses kann sich nicht vorstellen, dass die SPD-Führung in all den Jahren nicht herausgefunden hat, dass Hinz ihr abgeschlossenes Studium erfunden hat. Da fragt man doch nach, man unterhält sich. War es etwa ein offenes Geheimnis in der Essener SPD, das Hinz keinen Studienabschluss hat? Die 54-Jährige hat bis heute nicht, wie angekündigt, ihr Bundestagsmandat niedergelegt. Sie ist krankgeschrieben und bezieht bis auf Weiteres volle Bezüge.

„In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit“, ließ sie über ihre Anwälte mitteilen.

8. August 2016 at 04:21 Hinterlasse einen Kommentar

Schlechte Nachricht für Flugreisende

Die Fluglinien Air Berlin und Condor lassen Passagiere auf Europaflügen künftig für Essen und Trinken zahlen. Air Berlin kündigte am Freitag ein entsprechendes Konzept mit dem Namen „Buy on Board“ an. Betroffen sind Kunden der Economy Class auf Kurz- und Mittelstreckenflügen in Europa. Die Umstellung soll noch in diesem Jahr kommen und ist Teil eines größeren Plans um Air Berlin aus dem Tief zu holen.

Deutschlands zweitgrößte Fluglinie steckt schon seit längerem in den roten Zahlen und wird nur von frischem Geld des Großaktionärs Etihad in der Luft gehalten. Neben Air Berlin bittet auch Condor künftig Passagiere zur Kasse. Nur noch Ende Oktober bietet die Fluglinie kostenlos Wasser, Kaffee und Tee an. Alles andere kostete schon vorher.

Wem das immer noch zu viel Geld ist, kann natürlich auch auf die immer wiederkehrenden Promotions warten, die in der First-Class zwar selten vorkommen, aber dennoch existieren. Besonders beliebt sind dabei sogenannte Partnertarife. Bei diesen zahlt z. B. bei der Swiss ein Passagier den vollen Preis, während bei der zweiten Person nur Steuern und Gebühren anfallen. Dadurch lassen sich mehr als 40 Prozent sparen. Wer darüber hinaus auch noch im Ausland startet, spart bisweilen bis zu 70 Prozent. Abflugorte im Ausland sind bei Langstreckenflügen meist günstiger. Möchte man beispielsweise nach Tokio reisen, sollte man den First-Class-Flug nicht ab Frankfurt buchen, sondern den Abflugort ins angrenzende Ausland verlegen. So spart man im Januar 2017 über 1300 Euro, wenn man in Mailand abfliegt. Noch deutlicher ist der Preisunterschied bei Flügen ab Zürich.

Während ein First-Class-Flug nach Johannesburg ab der Schweiz mit 11.624 Euro zu Buche schlägt, geht es ab Amsterdam bereits ab 4181 Euro nach Südafrika. Man zahlt also für den gleichen Luxus weniger als die Hälfte. Der Preisunterschied macht sich vor allem bei langen Strecken bemerkbar. Auch bei anderen Fluggesellschaften lassen sich auf diese Weise deutliche Rabatte realisieren, die zum Teil noch höher ausfallen.

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Am günstigsten ergattern Fluggäste aber mit Hilfe von Meilenprogrammen First-Class-Tickets. Insbesondere das Programm Miles & More der deutschen Lufthansa bietet zahlreiche Möglichkeiten für das Generieren von Meilen an. Statt diese beim Fliegen zu sammeln, erhält man bei Lufthansa nämlich auch Meilen für das Beantragen und den Einsatz einer Miles & More Kreditkarte oder für das Abschließen von Zeitschriftenabonnements, Mobilfunkverträgen, für den Einkauf bei bestimmten Händlern u.v.m..

1000 Meilen können auf diese Weise mit etwas Geschick für rund 10 Euro „erworben“ werden. Ein einfacher First-Class-Flug von Frankfurt nach Dubai, für den 62.000 Meilen eingesetzt werden müssen, gibt es somit schon für ca. 600 Euro zzgl. Steuern und Gebühren – also am Ende unter 1000 Euro. Der Rückflug kann dann z. B. in Economy-Class als reguläres Ticket gebucht werden. Neben exquisiten Speisen und Weinen bieten Airlines in der ersten Klasse Luxus pur: Bei Singapore Airlines gibt es im A380 großzügige Doppelbetten, bei Etihad sogar private Kabinen und bei Emirates zusätzlich noch große Badezimmer, in denen Gäste vor der Landung duschen können. Doch ein reguläres First-Class-Ticket lässt die Reisekasse schnell dahinschmelzen: Die Lufthansa verlangt nach Fernost im Schnitt 6000 Euro für Reisen in der ersten Klasse. Mit der richtigen Strategie können sich Reisende den Traum vom grenzenlosen Luxus über den Wolken zu moderaten Preisen verwirklichen.

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Richtige Sparfüchse können auch das Problem mit den leidigen Steuern und Gebühren geschickt umgehen. So werden beispielsweise ab Hongkong keine Kerosinzuschläge erhoben. Bucht man ein einfaches Lufthansa First-Class-Ticket von Hongkong nach Frankfurt, fallen neben den Meilen lediglich noch 20 bis 30 Euro für Steuern und Gebühren an. Zubringerflüge kann man günstig in der Economy-Class oder bei anderen Airlines in der Business-Class buchen.

8. August 2016 at 04:20 Hinterlasse einen Kommentar

Unikat erzielt Höchstpreis

Das Unikat Ford Mustang „Ole Yeller“ baut auf dem brachialen Shelby GT350 auf und wurde in Anlehnung an das legendäre US-Jagdflugzeug P-51D aufgebaut. Jetzt wurde die exklusive Sonderanfertigung versteigert – für satte 295.000 US-Dollar.

Der Auftrag für den Ford Mustang „Ole Yeller“ kam ursprünglich von der Experimental Aircraft Association (EAA) und hatte von Beginn nur einen Auftrag: Bei einer Auktion möglichst viel Geld für das Jugendprogramm der EAA einzubringen. Und das scheint gelungen zu sein. Beim EAA AirVenture in Oshkosh, Wisconsin kam der knallgelbe Renner für satte 295.000 Dollar – umgerechnet rund 264.000 Euro – unter den Hammer. Der berühmte US-Kampf- und Stuntpilot Bob Hoover, der einst mit dem Jagdflugzeug P-51D – dem Vorbild des Mustang „Ole Yeller“ – durch die Lüfte gejagt ist, wäre wohl stolz.

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Die amtliche Summe für das Einzelstück hat Hank Menke, Chef des US-Unternehmen OFS Brands aufbracht, der bei der Auktion am Ende die Nase vorn hatte und nun stolzer Besitzer des Mustang „Ole Yeller“ ist. Dementsprechend groß dürfte auch die Freude sein, vor allem beim Blick auf die Daten des Mustangs. Ausgestattet mit dem bekannten 5,2-Liter-V8 mit 526 PS macht dem werksgetunten Unikat so schnell keiner etwas vor. Die exklusive knallgelbe Lackierung und spezielle Carbon-Anbauteile werten den Kampfjet für die Straße weiter auf. Hinzu kommen exklusive Details, wie die grün abgehobenen Außenspiegel, der feststehende grün lackierte Heckflügel, edle Forgiato-Räder sowie speziell designte Recaro-Sportsitze und zahlreiche Logos im P-51D-Stil. Carbon-Teile, Recaro-Rennsitze, Forgiato-Räder mit Pirelli-Reifen, eine Brembo-Bremsanlage und andere Überarbeitungen der serienmäßigen Technik sollen dafür sorgen, dass das Muscle-Car auch auf der Rennstrecke eine gute Figur abgibt.

Der Ford „Ole Yeller“ Mustang ist nicht das erste Fahrzeug von Ford für die EAA: Bereits in den vergangenen acht Jahren wurden Einzelstücke entworfen, die insgesamt rund drei Millionen US-Dollar (2,7 Millionen Euro) eingebracht haben.

 

8. August 2016 at 04:17 Hinterlasse einen Kommentar

Trier hat eine syrische Weinkönigin

Vor dreieinhalb Jahren ist Ninorta Banho vor dem Krieg aus ihrem Heimatland Syrien geflohen – nun ist sie Weinkönigin in Trier. Die 26-Jährige bekam die Krone der Trier-Olewiger Winzer am Abend in ihre langen dunklen Haare gesetzt. Im kommenden Jahr werde sie die Winzervereinigung auf 30 bis 60 Veranstaltungen in der Stadt sowie auf Weinfesten in der Region bis hinein nach Luxemburg präsentieren, sagte der Vereinsvorsitzende Peter Terges.

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Die aramäische Christin ist nach Angaben der Trier-Olewiger Winzer die erste Geflüchtete, die in Deutschland ein solches Amt übernimmt. Sie selbst will „eine Botschafterin für die Integration“ sein.

Bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin wird Banho höchstwahrscheinlich aber nicht teilnehmen. Dafür müsste sie zunächst Weinkönigin des Anbaugebietes Mosel werden, sagte Terges. Dazu sei es nötig, Bücher über den Weinbau zu wälzen oder sogar Weinbau zu studieren, wozu Bahno neben ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Agentur für Arbeit Trier keine Zeit habe. Die 26-Jährige hatte vor der Flucht aus der nordsyrischen Stadt Kamischli Jura studiert.

„Manche Menschen fragen mich, warum wir keine Triererin zur Weinkönigin erkoren haben“, sagte Terges. Ähnliche Fragen habe er aber auch schon vor Jahren gehört, als die Winzervereinigung eine Frau aus Düsseldorf auswählte. Bahno war den Winzern bei einem Termin mit neuangekommenen Flüchtlingen als Übersetzerin aufgefallen. „Alle Flüchtlinge, die ich kenne, freuen sich für mich über mein neues Amt“, sagte sie.

In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz bereiten sich derzeit die amtierenden Weinköniginnen der 13 Anbaugebiete auf die Wahl zur Deutschen Weinkönigin vor. Dabei bekommen sie eine Rhetorik-Schulung, eine Stilberatung, Englischunterricht und ein Fotoshooting. „Das Amt hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt“, sagte Monika Reule, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts. Es reiche nicht mehr, ein Dirndl anzuhaben, ein Glas hochzuheben und einen Weinspruch aufzusagen.

8. August 2016 at 04:15 Hinterlasse einen Kommentar

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